Energydrinks bei Jugendlichen: Konsum, Koffein und Risiken

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Im Kindergesundheitsatlas der AOK Rheinland/Hamburg gaben Eltern häufigeren Energydrink-Konsum bei Jugendlichen an. Die Befragung zeigt zugleich Zusammenhänge mit Schlaf, Bewegung und Körpergewicht – beweist aber nicht, dass Energydrinks diese Unterschiede verursacht haben.

Für den regionalen Atlas wurden rund 5.000 Elternhaushalte befragt. Nach Angaben der Eltern tranken 22 Prozent der 14- bis 17-Jährigen mindestens fast wöchentlich Energydrinks. Bei den 11- bis 13-Jährigen waren es 5 Prozent, bei den 7- bis 10-Jährigen 2 Prozent.

Die Zahlen stammen aus Rheinland und Hamburg und beruhen auf Auskünften der Eltern. Sie sind deshalb weder eine direkte Messung des Konsums noch ohne Weiteres auf alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland übertragbar.

Zusammenhang ist keine Ursache

Jugendliche mit mindestens fast wöchentlichem Konsum schliefen in der Befragung seltener acht Stunden, trieben seltener regelmäßig Sport und hatten im Durchschnitt häufiger Übergewicht. Solche Querschnittsdaten können die Richtung des Zusammenhangs nicht klären. Schlafmangel und bestimmte Freizeitgewohnheiten können den Konsum begünstigen; zugleich kann Koffein den Schlaf beeinträchtigen. Weitere soziale und gesundheitliche Faktoren können beide Seiten beeinflussen.

Die Koffeinmenge entscheidet

Viele Energydrinks enthalten etwa 32 Milligramm Koffein pro 100 Milliliter. Eine kleine 250-Milliliter-Dose liefert damit rund 80 Milligramm, eine 500-Milliliter-Dose etwa 160 Milligramm. Kaffee, Cola, Tee, Schokolade und koffeinhaltige Nahrungsergänzungsmittel zählen zur täglichen Gesamtmenge hinzu.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit nennt für gesunde Kinder und Jugendliche 3 Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht als gesundheitlich unbedenkliche Menge – als Einzeldosis und über den Tag. Eine 500-Milliliter-Dose überschreitet diesen Wert bereits bei einem Körpergewicht unter rund 54 Kilogramm, sofern kein weiteres Koffein aufgenommen wird.

Welche Beschwerden auftreten können

Bei akut hoher Koffeinaufnahme steigt nach der aktuellen Bewertung des Bundesinstituts für Risikobewertung die Wahrscheinlichkeit für Herzrasen, Übelkeit, Unruhe oder Angstzustände. Koffein am Nachmittag und Abend kann zusätzlich die Schlafdauer und Schlafqualität beeinträchtigen. Für gesundheitliche Folgen eines chronisch moderaten Energydrink-Konsums bei Jugendlichen ist die Datenlage dagegen schwach.

Zuckerhaltige Varianten liefern außerdem viel freien Zucker und Energie. Besonders ungünstig sind große Mengen in kurzer Zeit und die Kombination mit Alkohol. Kinder, Schwangere und Stillende werden auf hochkoffeinhaltigen Getränken ausdrücklich als Gruppen genannt, für die das Produkt nicht empfohlen wird.

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Was Eltern praktisch tun können

Hilfreich ist, gemeinsam die Koffeinmenge pro Dose zu berechnen und alle Quellen des Tages zu berücksichtigen. Bei wiederkehrendem Herzrasen, Brustschmerz, Ohnmacht oder ausgeprägter Unruhe ist medizinischer Rat nötig; akute schwere Beschwerden sind ein Notfall.

Den vollständigen regionalen Bericht stellt die AOK Rheinland/Hamburg bereit. Die gesundheitliche Einordnung liefert das Bundesinstitut für Risikobewertung.

Quelle: AOK / food-monitor
Aktualisiert am 14. August 2026