Ostereier ohne Reue: Wann droht die doppelte Cholesterin- & Eiweißüberdosis?

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Die Osterhasen hoppeln schon wieder in Sichtweite. Da freuen sich viele auf „Ostereier ohne Reue“: Doch wie viele Eier dürfen Sie wirklich essen? Während der Osterzeit stellen sich viele die Frage nach der richtigen Menge an Eiern.

Mit KI erstellt

Ernährungswissenschaftler Uwe Knop liefert überraschende Antworten und räumt mit alten Mythen auf.

Wie viele Eier sind gesund und wie viele können wir sicher während der Osterzeit essen?

Es gibt keine „offizielle Eier-Obergrenze“. Keine Forschergruppe hat bis dato wissenschaftlich belegt, ab welcher Anzahl Eier ungesund wären. Sie können also so viele Eier essen, wie Sie gut vertragen – und das nicht nur an Ostern. Denken Sie daher statt an eigene „Gesundheitsgefahren“ lieber an die Gesundheit der Hühner: Also beachten Sie die Herkunft der Eier und damit die Haltung der Hühner..

Also beeinflusst der Konsum von Eiern auch unseren Cholesterinspiegel nicht negativ?

Korrekt. Auch wenn vor Eiern immer wieder eindringlich von „Gesundheitsaposteln“ gewarnt wird, weil „Eier besonders viel Cholesterin liefern“ und damit die Gefahr verbunden sei, dass Eier-Verzehr den Cholesterinspiegel in ungesundem Maß erhöhe – es ist und bleibt ein Mythos: „Diese Sorge ist unbegründet. Denn der Cholesteringehalt eines einzelnen Nahrungsmittels beeinflusst den Cholesterinspiegel im Blut wenig. Im Wesentlichen ist der Cholesterinstoffwechsel genetisch determiniert, also ererbt aus der Familie“, bestätigte bereits mehrfach öffentlich der Herzkreislauf-Mediziner Prof. Dr. Ulrich Laufs vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung.

Demnach braucht niemand Angst vor Eiern zu haben, obwohl die DGE nur noch ein einziges Ei pro Woche empfiehlt? 

Ebenfalls richtig. Korrekt – es existiert kein wissenschaftlicher Beweis, dass der Verzehr von Eiern Krankheiten verursacht oder fördert. Auch wie sich Eier konkret auf den Cholesterinspiegel auswirken, lässt sich wissenschaftlich nicht beantworten. Sicher ist, dass der Cholesterinspiegel im Blut in erster Linie durch die Leber reguliert wird und nicht durch Darm und Ernährung. Nur ein Drittel des Cholesterins nimmt der Körper über die Nahrung auf. Zwei Drittel des Blutfetts stellt er über die Leber selbst her. Auch deshalb gibt es keine wissenschaftlich gesicherte, gesundheitlich bedenkliche „Eier-Obergrenze“. Generell sind die neuen Empfehlungen der DGE nicht mehr als mathematische Rechenspielchen ohne praktische Relevanz. Kein gesunder Mensch braucht Ernährungsregeln.

Und wie sieht es mit einer „Eiweißüberdosis“ aus, wenn wir viele Ostereier essen?

Auch hier müssen Sie sich keine Sorgen machen. Denn derzeit fehlen noch immer wissenschaftliche Nachweise, dass ein Zuviel an Proteinen gesundheitliche Nachteile mit sich bringt. Daher gibt es bis dato auch keine offizielle Obergrenze für die Proteinaufnahme. Dennoch empfiehlt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, dass Erwachsene aus prophylaktischer Sicht maximal etwa 2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht aufnehmen sollten. Um diese potenziell schädliche Grenze zu erreichen, müsste ein 80 kg schwerer Mann 23 Eier am Tag essen – das macht niemand, auch nicht der größte Ostereierfan.

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Dieser Beitrag erschien im Original zuerst auf FOCUS online-Experte

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Uwe Knop (*72) ist evidenzfokussierter Ernährungswissenschaftler (Dipl.oec.troph./JLU Gießen), Publizist, Referent und Buchautor (aktuell „ENDLICH RICHTIG ESSEN“ (Aug- 2024)). Seit mehr als 14 Jahren bildet die objektiv-faktenbasierte Analyse tausender aktueller Ernährungsstudien den Kern seiner unabhängigen Aufklärungsarbeit. Knop hat den mündigen Essbürger mit eigener Meinung zum Ziel, der umfassend informiert selbst und bewusst entscheidet, worauf er bei der wichtigsten Hauptsache der Welt – genussvolles Essen zur Lebenserhaltung – vertraut.

Kontakt: Uwe Knop auf LI