Brunnenkresse schmeckt kräftig-pikant bis leicht scharf-bitter und erinnert an Rettich oder Senf. Sie würzt Salate, Kartoffelgerichte, Eierspeisen, Suppen und Kräuterquark.

Junge Blätter sind meist milder, ältere schmecken kräftiger. Fein gehackt passt Brunnenkresse zu Radieschen, Rettich, Tomaten und Kartoffeln. Kurz gedünstet kann sie ähnlich wie Blattgemüse verwendet werden.
Wasserpflanze mit besonderen Hygienerisiken
Brunnenkresse (Nasturtium officinale) wächst an kühlen Bächen, Quellen und anderen fließenden Gewässern. Rundliche, fleischige Blätter und hohle Stängel sind typische Merkmale. Eine sichere Bestimmung allein genügt jedoch nicht: Auch klar aussehendes Wasser kann durch Tierkot oder andere Quellen mit Krankheitserregern belastet sein.
Auf Wasserpflanzen können außerdem infektiöse Stadien des Großen Leberegels (Fasciola hepatica) haften, wenn Gewässer durch Rinder oder Schafe verunreinigt wurden. Gründliches Waschen entfernt Schmutz, bietet aber bei belasteter Wildware keine sichere Gewähr. Für Rohkost daher nur Brunnenkresse aus kontrolliertem Lebensmittelanbau oder seriösem Handel verwenden. Selbst gesammelte Ware aus unbekannten Gewässern sollte nicht roh gegessen werden.
Anbau und Einkauf
Brunnenkresse benötigt sauberes, kühles Wasser. Im Garten eignen sich kontrollierte Kulturen mit regelmäßig erneuertem Trinkwasser besser als ein stehender Teich. Wasser täglich wechseln und Gefäße sauber halten. Im Handel ist Brunnenkresse als Bundware, in Schalen oder als Topfpflanze erhältlich.
Frische Ware sollte sattgrün aussehen und nicht schleimig oder muffig riechen. Bis zur Verwendung gekühlt lagern, gründlich unter fließendem Trinkwasser waschen und trocken schleudern. Allgemeine Hinweise bietet Kleine Kräuterkunde: Frischetipps zur Saison.
Geschmack statt Heilversprechen
Senfölglykoside prägen das pikante Aroma. Daraus lassen sich für normale Verzehrmengen keine pauschalen Aussagen wie „entzündungshemmend“ oder „stoffwechselanregend“ ableiten. Brunnenkresse ist ein Lebensmittel und ersetzt keine medizinische Behandlung. Ein weiteres pfeffriges Wildkraut stellt Barbarakraut: Blätter, Knospen und Blüten für die Küche vor.
Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, 11. August 2026
Quellen: Bundeszentrum für Ernährung (BZfE), Robert Koch-Institut (RKI), Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) / food-monitor
Rezept: Brunnenkresse-Kartoffelsalat mit Ei

Zutaten für 4 Portionen
- 800 g kleine festkochende Kartoffeln
- 4 Eier (Größe M)
- 1 Bund Radieschen
- 2 Frühlingszwiebeln
- 100 g Brunnenkresse aus kontrolliertem Lebensmittelanbau
- 100 ml Gemüsebrühe
- 3 EL Rapsöl
- 2 EL Zitronensaft
- 1 EL mittelscharfer Senf
- 1 TL Honig
- Salz und schwarzer Pfeffer
Zubereitung
- Kartoffeln gründlich waschen und mit Schale je nach Größe 18 bis 22 Minuten vollständig garen. Abgießen, kurz ausdampfen lassen und noch warm in Scheiben schneiden.
- Eier in kochendem Wasser 9 bis 10 Minuten hart kochen, kalt abschrecken, pellen und vierteln.
- Radieschen, Frühlingszwiebeln und Brunnenkresse aus kontrolliertem Anbau gründlich unter fließendem Trinkwasser waschen. Radieschen in Scheiben, Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden. Brunnenkresse sorgfältig verlesen und trocken schleudern.
- Gemüsebrühe erhitzen und mit Rapsöl, Zitronensaft, Senf und Honig verrühren. Abschmecken.
- Warme Kartoffeln mit dem Dressing mischen und 15 Minuten ziehen lassen. Radieschen und Frühlingszwiebeln unterheben.
- Erst unmittelbar vor dem Servieren Brunnenkresse und hart gekochte Eier auf dem Salat verteilen.
Servier- und Sicherheitshinweis
Lauwarm servieren. Für die rohe Verwendung ausschließlich Brunnenkresse aus kontrolliertem Lebensmittelanbau nutzen, nicht aus unbekannten Wildgewässern. Ei und Senf sind Allergene; Gemüsebrühe kann Sellerie enthalten. Honig ist für Kinder unter zwölf Monaten nicht geeignet. Reste sofort kühlen und innerhalb eines Tages verbrauchen.
Rezept: food-monitor / KI
