Towards New Food Systems – Ernährungs- und Lebensmittelsysteme neu gedacht

Veröffentlichung honorarfrei bei Link zu: food-monitor.de

300 Teilnehmende aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

Am 28. bis 30. Oktober 2025 fand in Berlin die Konferenz „Towards New Food Systems – Ernährungs- und Lebensmittelsysteme neu gedacht“ statt. Rund 300 Fachvertreterinnen und -vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft diskutierten drei Tage lang über aktuelle Herausforderungen und Zukunftsperspektiven für nachhaltige Ernährungs- und Lebensmittelsysteme. Veranstaltet wurde die Konferenz vom Innovationsraum NewFoodSystems , der unter der Koordination des Max Rubner-Instituts (MRI) und der Technischen Universität München (TUM) steht und seit 2019 vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert wird.

Interdisziplinärer Auftakt

Nach Grußworten von Ministerialdirigent Daniel Rudolf (BMFTR) und Prof. Dr. Tanja Schwerdtle, Präsidentin des MRI, eröffneten die NewFoodSystems-Koordinatorinnen Prof. Dr. Sabine E. Kulling (MRI) und Prof. Dr. Ute Weisz (TUM) die Konferenz. In seiner inspirierenden und zugleich aufrüttelnden Keynote zeigte Prof. Dr. Tim Benton (University of Leeds), wie Ernährungssysteme in einer sich rasch verändernden Welt nachhaltig und resilient gestaltet werden können. Er betonte, dass die Transformation als ganzheitlicher Prozess verstanden werden müsse, der Produktion, Handel, Konsum und Gesundheit gleichermaßen integriert. Drei Plenarvorträge, eine lebhafte Podiumsdiskussion und Fachsessions beleuchteten die Lebensmittel- und Ernährungssysteme aus agrar- und ernährungspolitischer, ökonomischer und sozialwissenschaftlicher Perspektive. Im Mittelpunkt standen Fragen zu Gesundheit, Ernährungsökologie und Verbraucherakzeptanz einer nachhaltigen Ernährung im Spannungsfeld zwischen Planetary Health Diet, Novel Food und Ultra-Processed Food. Eine umfangreiche Postersession mit über 90 Beiträgen rundete das Programm ab und zeigte die Vielfalt und Tiefe der aktuellen Forschungsarbeiten.

Produktion im Wandel

Der zweite Konferenztag stand im Zeichen der Produktion – landgebunden wie auch nicht landgebunden. Nach einer Videobotschaft von Bundesminister Alois Rainer (BMELH) diskutierten Expertinnen und Experten zu nachhaltiger Landnutzung, ökologischer Landwirtschaft und neuen Werteordnungen in der Agrarproduktion. In parallelen Fachvorträgen wurden Themen wie Nährstoffkreisläufe, Biodiversität und die Rolle der Tierhaltung vertieft.

Am Nachmittag rückten nicht landgebundene Produktionsprozesse und neue Rohstoffquellen – von Insekten, Pilzen, Algen bis hin zu neuen pflanzlichen Rohstoffen in den Fokus. Den weiteren Austausch vertieften Sessions zur Produktion in kontrollierten Systemen, etwa zur zellulären Landwirtschaft wie in-vitro-Fleisch und zur gesteuerten Pflanzenproduktion im Indoor Farming.

Ein besonderer Höhepunkt war der Abend „Wissenschaft trifft Genuss“, bei dem Impulse aus der Wissenschaft und kulinarische Kreativität in den Dialog traten und einen passenden Ausklang des Tages einleiteten.

Rahmenbedingungen für den Wandel

Am dritten Konferenztag standen die gesellschaftlichen, rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen im Mittelpunkt. In einem inspirierenden „Zukunftstalk Ernährung“ diskutierten Hanni Rützler (futurefoodstudio) und Prof. Dr. Hannelore Daniel (TUM) über mögliche Entwicklungspfade unserer Ernährungssysteme. Innovative Start-ups stellten ihre Produkte und Unternehmenskonzepte vor.

Darauf folgten Podiumsdiskussionen zur Rolle des Handels und der Außer-Haus-Verpflegung sowie zu strukturellen Voraussetzungen für die Transformation. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Forschung, Wirtschaft und Verbraucherschutz diskutierten dabei über Hebel, Chancen und Herausforderungen des notwendigen Wandels.

Die Konferenz machte deutlich: Die Transformation unserer Ernährungs- und Lebensmittelsysteme kann nur gemeinsam gelingen – durch interdisziplinären Austausch, innovationsorientierte Forschung die enge Zusammenarbeit aller relevanten Fachdisziplinen verbunden mit der Bereitschaft für Perspektivwechsel.

mri.bund.de