Rosenkohl gilt schon wegen seiner hübschen Mini-Knospenform vielfach als Edel-Variante in der großen Kohlfamilie.

Regional auch Brüsseler Kohl oder Sprossenkohl genannt, ist Rostenkohl ein beliebtes Wintergemüse in Deutschland. Er lässt sich einfach zubereiten, steckt voller Nährstoffe und passt zu deftigen wie modernen Gerichten.
Botanisch gehört Rosenkohl (Brassica oleracea var. gemmifera) zur Familie der Kreuzblütler, wie Brokkoli, Blumenkohl, Rotkohl oder Wirsing. Seine Besonderheit: Die kleinen Blattröschen wachsen dicht und spiralförmig von unten nach oben an einem hochwüchsigen Stängel.
Beim Anbau von Rosenkohl ist hierzulande Schleswig-Holstein führend – mehr als die Hälfte der deutschen Ernte stammt von dort. Importierte Ware kommt zu 90 Prozent aus den Niederlanden. Rosenkohl benötigt einen nährstoffreichen Boden und eine gute Wasserversorgung. Je nach Sorte beginnt die Ernte ab September und läuft bis in den März hinein. Dafür werden die Strünke abgeschlagen und die Röschen anschließend per Hand abgepflückt. Im Großanbau kommen auch Pflückmaschinen zum Einsatz. Den späten Rosenkohl-Sorten schaden winterliche Temperaturen nicht. Ganz im Gegenteil: Längere Kälteperioden mildern die Bitterstoffe im Rosenkohl und erhöhen den Zuckergehalt, dann schmecken die Röschen milder und nussig-süß.
Rosenkohl enthält, wie alle Kohlarten, viele wertvolle Nährstoffe und dabei nur wenige Kalorien: So liefert er viel Vitamin C, verschiedene B-Vitamine und Folsäure sowie reichlich Mineralstoffe wie Zink, Eisen und Kalium. Seine Ballaststoffe sorgen für eine gute Sättigung und bringen zusammen mit den gesunden Bitterstoffen die Verdauung in Schwung. Als Kohlart mit zarten Blättchen ist Rosenkohl in der Regel recht bekömmlich. Doch der Ballaststoff Stachyose kann zu Blähungen führen, weil der Körper ihn nicht vollständig aufschließen kann. Gesund ist er trotzdem, weil er das Darmmikrobiom unterstützt. Gewürze wie Kümmel oder Fenchel mildern die eventuelle Gasbildung und helfen bei der Verdauung. Auch gutes Kauen und ausreichend Garen wirkt sich positiv aus.
Beim Einkauf lohnt sich ein genauer Blick: Frische Röschen sind fest geschlossen, prall und kräftig grün. Gelbe oder welke Blätter deuten auf ältere Ware hin. Im Gemüsefach des Kühlschranks hält sich Rosenkohl einige Tage lang – am besten in einem Kunststoffbeutel mit Löchern oder in ein feuchtes Tuch gewickelt.
Für längere Haltbarkeit eignet sich besser das Einfrieren: Die geputzten Röschen zwei bis drei Minuten lang in kochendem Salzwasser blanchieren, kurz in Eiswasser abschrecken, sehr gut abtropfen lassen und in einem Gefrierbeutel oder luftdichten Behälter einfrieren. So bleibt Rosenkohl bis zu einem Jahr lang frisch.
Klassisch geht die Zubereitung von Rosenkohl so: Strunk-Enden und äußere Blätter entfernen, die Strünke kreuzweise einschneiden und die Röschen acht bis zehn Minuten lang in Salzwasser bissfest garen. Doch neben „klassisch“ schmeckt der Rosenkohl auch „modern“ zubereitet. Beim sanften Braten entfaltet er kräftigere Aromen. In der Pfanne harmoniert er wunderbar mit Speck, Zwiebeln und Muskat – perfekt für Pasta oder Reis. Für knusprigen Ofen-Rosenkohl die halbierten Röschen mit Olivenöl und etwas Honig vermengen und mit Salz, Pfeffer und Chili oder Curry würzen. Dazu passen hervorragend geröstete Hasel- oder Walnüsse. Wer experimentieren möchte, kann Rosenkohl in Quiches, Omelettes, Aufläufen, Suppen, Bowls oder Currys verwenden. Sogar im winterlichen bunten Salat können die Blättchen gezupft und gedünstet kulinarisch überzeugen. Und er passt sowohl zu Fischgerichten als auch gut zu Lamm- oder Geflügelfleisch.
Als gesunder Winter-Star bietet Rosenkohl die unschlagbare Kombi: Genussvielfalt und viele Nährstoffe. Wer ihn saisonal, regional und in Bio-Qualität kauft, genießt frisches Gemüse nachhaltig und mit bestem Geschmack.
Verena Dorloff, bzfe.de
