„Sweet Tooth Trial“: Die Vorliebe für den süßen Geschmack lässt sich nicht abgewöhnen

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Neujahrsvorsatz „weniger süß“ durch aktuelle Studie infrage gestellt.

„Weniger süß zu essen“ zählt zu den klassischen Vorsätzen zum Jahresbeginn – schließlich stehen süß schmeckende Lebensmittel seit Jahren im Verdacht, unsere Vorliebe für Süßes immer weiter anzuheizen. Die aktuelle „Sweet Tooth Trial“-Studie, eine groß angelegte, randomisierte, kontrollierte Untersuchung, kommt nun zu einem anderen Ergebnis: Ob wenig oder viel süß schmeckende Lebensmittel verzehrt werden, verändert weder die Vorliebe für Süßes noch die Wahrnehmung der Süßintensität. Auch Energieaufnahme, Körpergewicht und wichtige Stoffwechselmarker bleiben unverändert. Die Ergebnisse widersprechen damit der verbreiteten Annahme, dass eine Reduzierung des süßen Geschmacks in unserem Essen und Trinken die Vorliebe für Süßes verringert und somit zur Prävention von Übergewicht beiträgt.

„Die Frage, ob der Verzehr von süß schmeckenden Lebensmitteln unsere Vorliebe für Süßes beeinflussen kann, wird in Ernährungsfachkreisen seit langem diskutiert“, erläutert Anja Roth. „Als eine der bislang umfassendsten Untersuchungen gibt die „Sweet Tooth Trial“-Studie, veröffentlicht im American Journal of Clinical Nutrition, nun eine klare Antwort: Weder eine geringe noch eine hohe Menge süß schmeckender Lebensmittel verändert die Vorliebe für süßen Geschmack“, so die Expertin weiter.

Konstante Vorliebe für Süßes – unabhängig von der Süßmenge

In der parallel angelegten randomisierten, kontrollierten Studie wurden 180 gesunde Erwachsene per Zufall einer von drei Diäten zugewiesen, die sie über sechs Monate einhielten: einer Ernährung mit geringer Exposition gegenüber süß schmeckenden Lebensmitteln und Getränken, einer Ernährung mit regulärer bzw. normaler Süß-Exposition und einer Ernährung mit hoher Exposition. Die konsumierten Lebensmittel waren sowohl mit Zucker als auch mit kalorienarmen/-freien Süßungsmitteln gesüßt.

Trotz der deutlich unterschiedlichen Süßmengen in den drei Ernährungsformen zeigte sich: Die Vorliebe der Teilnehmenden für süßen Geschmack blieb in allen Gruppen über den gesamten Beobachtungszeitraum hinweg konstant. Auch die Lebensmittelauswahl, die sensorische Wahrnehmung von Süße, die Energiezufuhr und das Körpergewicht veränderten sich nicht.

Damit stellt die aktuelle Studie den Neujahrsvorsatz „weniger süß“ infrage. Wer im neuen Jahr hingegen auf „weniger Kalorien“ achtet, der folgt einer evidenzbasierten und erfolgversprechenden Strategie.

suessstoff-verband.info