Wissenschaft fordert, Bio liefert

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Anlässlich der Weltleitmesse Biofach 2026, die nächste Woche in Nürnberg startet, unterstreicht Bioland die zentrale Bedeutung des ökologischen Landbaus für den nachhaltigen Umbau der Land- und Lebensmittelwirtschaft.

Aktuelle wissenschaftliche Studien verdeutlichen den massiven Handlungsbedarf: Das landwirtschaftliche Arbeiten wird wegen der vielfältigen Umweltkrisen schwieriger, Ökosysteme geraten in Schieflage, die Bodenbiodiversität ist in großer Gefahr, hochspezialisierte Anbausysteme geraten an ihre Grenzen. Abhilfe schaffen nicht einzelne Maßnahmen, sondern systemische Ansätze wie der Ökolandbau.

„Die jüngsten Erkenntnisse der Forschung sind ein Weckruf: Unsere Böden und Ökosysteme leiden massiv unter dem jahrzehntelangen Einsatz chemisch-synthetischer Betriebsmittel“, erklärt Bioland-Präsident Jan Plagge. „Die Wissenschaft bestätigt heute klarer denn je, dass eine vielfältige Landwirtschaft kein ökologischer Luxus, sondern essenziell für die Versorgungssicherheit ist. Die Landwirtschaft muss sich deutlich mehr um Umwelt und Klima kümmern, die Bodenfruchtbarkeit auf natürliche Weise fördern und auf vielfältige Fruchtfolgen setzen. Nur so gelangen wir zu der Resilienz, die die Forschung nun verstärkt für die gesamte Landwirtschaft einfordert. Wer eine zukunftsfähige Landwirtschaft will, muss nachhaltige systemische Ansätze wie den Ökolandbau als Premium-Multifunktionstool für Umwelt und Mensch konsequent stärken.“

Alarmierende Befunde zur Bodenbiodiversität und Pestizidbelastung

Eine aktuelle, in „Nature“ publizierte Studie internationaler Forscher unterstreicht die Dringlichkeit einer Kehrtwende: Pestizidrückstände sind nach den Bodeneigenschaften der zweitwichtigste Faktor für die Zusammensetzung der Bodenbiodiversität. In 70 Prozent der untersuchten europäischen Böden wurden Rückstände gefunden, wobei vor allem Fungizide und Herbizide wie Glyphosat das Bodenleben – darunter nützliche Mykorrhiza-Pilze und Bakterien – massiv beeinträchtigen. Dies schädigt die natürliche Nährstoffversorgung und macht zusätzliche Düngung erforderlich. Parallel dazu zeigen Untersuchungen des Pestizid Aktions-Netzwerks (PAN), dass selbst Lebensmittel wie Äpfel häufig mit chemisch-synthetischen Pestiziden belastet sind, was insbesondere für sensible Gruppen wie Kleinkinder problematisch ist.

Ökolandbau liefert Antworten auf Forderungen der Wissenschaft

Die Ständige Senatskommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) fordert in einem aktuellen Positionspapier eine deutliche Diversifizierung des Ackerbaus, um die Landwirtschaft widerstandsfähiger gegen den Klimawandel zu machen. Empfohlen werden unter anderem längere Fruchtfolgen, Mischkulturen, eine engere Verzahnung von Tierhaltung und Pflanzenbau sowie Agroforstsysteme. „All dies sind Kernkompetenzen des Ökolandbaus, dessen besonderer Mehrwert in seiner systemischen Ausrichtung liegt. Indem er landwirtschaftliche Produktion auf funktionierende ökologische Zusammenhänge statt auf externe Inputs stützt, erhöht er die Anpassungsfähigkeit der Betriebe an Klimarisiken, reduziert Abhängigkeiten und stärkt ihre langfristige Stabilität. So wird Diversifizierung nicht als Zusatz, sondern als Grundlage einer nachhaltigen und krisenfesten Landwirtschaft umgesetzt“, erläutert Jan Plagge.

Nachhaltige Agrarsysteme stärker fördern!

Trotz der wissenschaftlichen Evidenz kommt der notwendige Umbau der Landwirtschaft nur schleppend voran und das obwohl die Nachfrage nach ökologisch produzierten Lebensmitteln groß ist, wie die aktuellen Zahlen zum Bio-Absatz 2025 eindrucksvoll zeigen. Bioland-Präsident Jan Plagge: „Der Bio-Markt wächst so gut, dass in vielen Produktbereichen mittlerweile die Rohwaren knapp sind. Es müssen jetzt dringend die Anreize für eine Umstellung auf Bio wieder gesteigert werden. Die ganzheitlichen Leistungen nachhaltiger Agrarsysteme – von der Biodiversität bis zum Wasserschutz – müssen dazu in der Agrarförderung stärker honoriert werden, damit der Umbau zu mehr Nachhaltigkeit Fahrt aufnehmen kann.

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