Liebstöckel – verkanntes Kraut

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Liebstöckel bringt ein kräftiges, sellerieähnliches Aroma in Suppen, Eintöpfe, Gemüsegerichte und Pesto. Wegen seiner Würzkraft genügt meist eine kleine Menge.

Frische Liebstöckelblätter.
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Liebstöckel wird auch „Maggikraut“ genannt, weil Duft und Geschmack an die bekannte Flüssigwürze erinnern. In deren klassischer Rezeptur ist Liebstöckel jedoch nicht enthalten.

Verwendung in der Küche

Die jungen Blätter schmecken süßlich-würzig bis leicht bitter. Sie passen zu kräftigen Suppen und Eintöpfen, Eierspeisen, Pilzgerichten, Fisch, Fleisch und Wurzelgemüse wie Möhre oder Pastinake. Fein gehackt würzt Liebstöckel Pesto, Kräuterquark und Salate. Auch die reifen Samen können sparsam als Brotgewürz verwendet werden.

Das Kraut harmoniert mit Knoblauch, Kerbel und Estragon. Da sein Aroma andere Zutaten leicht überdeckt, zunächst zurückhaltend dosieren und bei Bedarf nachwürzen. Inspiration zur Verwendung frischer Kräuter bietet auch Basilikum: Schneiden statt zupfen.

Botanik, Ernte und Lagerung

Liebstöckel (Levisticum officinale) ist eine mehrjährige Staude aus der Familie der Doldenblütler und kann mehr als zwei Meter hoch werden. Sie bildet kräftige, hohle Stängel, dunkelgrüne Blätter und gelbgrüne Blütendolden.

Junge Blätter werden vor der Blüte besonders gern geerntet. Vor der Verwendung gründlich waschen, trocken tupfen und erst dann schneiden. Frische Stängel halten sich in ein feuchtes Tuch gewickelt wenige Tage im Gemüsefach des Kühlschranks. Getrocknete, gerebelte oder gemahlene Ware wird luftdicht, kühl, trocken und dunkel gelagert. Weitere Grundregeln erklärt Kleine Kräuterkunde: Frischetipps zur Saison.

Küchenkraut und Arzneipflanze unterscheiden

Liebstöckelwurzel wird traditionell auch arzneilich verwendet. Die Europäische Arzneimittel-Agentur führt hierfür eine Pflanzenmonografie. Solche Arzneizubereitungen sind nicht mit den kleinen Mengen frischer Blätter beim Kochen gleichzusetzen. Aussagen wie „harntreibend“ oder „verdauungsfördernd“ sollten daher nicht pauschal auf ein Gericht übertragen werden. Für medizinische Anwendungen gelten Produktinformationen sowie ärztlicher oder pharmazeutischer Rat.

Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, 11. August 2026

Quellen: Bundeszentrum für Ernährung (BZfE), Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) / food-monitor



Rezept: Cremige Wurzelgemüse-Suppe mit Liebstöckel

Cremige Möhren-Pastinaken-Suppe mit Kartoffeln, Sahne und frischem Liebstöckel.
Foto: food-monitor / KI

Zutaten für 4 Portionen

  • 400 g Möhren
  • 300 g Pastinaken
  • 250 g mehligkochende Kartoffeln
  • 1 Zwiebel
  • 2 EL Rapsöl
  • 1 l Gemüsebrühe
  • 100 ml Sahne
  • 1–2 EL fein gehackte Liebstöckelblätter
  • Salz und schwarzer Pfeffer
  • 1 kleine Prise frisch geriebene Muskatnuss

Zubereitung

  1. Möhren, Pastinaken und Kartoffeln gründlich waschen, schälen und in etwa 1,5 cm große Würfel schneiden. Zwiebel schälen und fein würfeln. Je eine kleine Handvoll Gemüsewürfel für die Einlage beiseitelegen.
  2. 1 EL Rapsöl erhitzen. Zwiebel und das übrige Wurzelgemüse 4 Minuten bei mittlerer Hitze anschwitzen.
  3. Gemüsebrühe angießen, aufkochen und zugedeckt 18 bis 20 Minuten köcheln lassen, bis das Gemüse vollständig weich ist.
  4. Restliches Öl in einer Pfanne erhitzen. Die beiseitegelegten Gemüsewürfel 8 bis 10 Minuten rundum braten, bis sie vollständig gar sind.
  5. Liebstöckel gründlich waschen und fein hacken. Sahne und zunächst 1 EL Liebstöckel zur Suppe geben, fein pürieren und abschmecken. Nach Wunsch wenig Liebstöckel ergänzen.
  6. Suppe nochmals kurz erhitzen, aber nicht lange kochen. Auf vier Schalen verteilen und mit Gemüsewürfeln sowie wenig frischem Liebstöckel garnieren.

Servier- und Sicherheitshinweis

Heiß servieren. Sahne enthält Milchbestandteile; Gemüsebrühe kann Sellerie enthalten. Packungsangaben bei Allergien beachten. Muskatnuss nur als kleine Würzmenge verwenden. Reste rasch abkühlen, abgedeckt kühlen und vor dem Verzehr vollständig durcherhitzen.

Rezept: food-monitor / KI