Züchtung gestern – heute – morgen: Abschlussfilm zum Schauversuch #ZeitreiseWeizenzüchtung veröffentlicht

Veröffentlichung honorarfrei bei Link zu: food-monitor.de

„Wie viel Fortschritt steckt im Weizen und welchen Einfluss hatte Pflanzenzüchtung auf dessen Ertragsleistung in den letzten 140 Jahren?“

Der Schauversuch zur #ZeitreiseWeizenzüchtung am Campus Klein-Altendorf, dem Versuchsgut der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn, lieferte Antworten: 19 Sorten aus verschiedenen Epochen – vom historischen Landweizen bis zu modernen Sorten – zeigten eindrucksvoll, wie zielgerichtete Pflanzenzüchtung den Weizen verändert und zur Sicherung der Versorgung der Bevölkerung beigetragen hat.

Nach der Beerntung des Schauversuchs ziehen die koordinierenden Organisationen ein positives Fazit und veröffentlichen einen Film über das Projekt #ZeitreiseWeizenzüchtung.

Dialog und Wissenstransfer

Etwa 2.000 interessierte Menschen aus Landwirtschaft, Politik und aus der Umgebung haben während der Saison die Gelegenheit genutzt, den Versuch in verschiedenen Entwicklungsstadien zu besichtigen und ins Gespräch über moderne Pflanzenzüchtung zu kommen. Für Aha-Effekte sorgte vor allem der sichtbare Übergang von langstrohigen, zu Lager neigenden alten Sorten hin zu modernen Sorten mit kurzen, festen Halmen, die trotz deutlich prallerer Ähren aufrecht standen.

Dass der Versuch nur einen Ausschnitt der durch Züchtung geschaffenen Vielfalt zeigt, hat auch Wissenschaftskommunikator Dr. David Spencer be­eindruckt, der die #ZeitreiseWeizenzüchtung filmisch begleitet und für die sozialen Netzwerke aufbereitet hat. „Für mich war es unglaublich spannend zu erkennen, welchen Einfluss die Züchtung auf unsere alltägliche Produktvielfalt hat und wie komplex letztendlich die vielen Züchtungsziele sind, die weit über den Ertrag hinausgehen“, resümiert Spencer nach seinen Interviews mit Expertinnen und Experten zu den Themenschwerpunkten Züchtung, Digitalisierung, Sortenzulassung und Saatgutqualität. Mit bisher über 620.000 Impressionen haben die Beiträge zur #ZeitreiseWeizenzüchtung in den sozialen Netzwerken ein breites Publikum erreicht.

Moderne Sorten wie erwartet leistungsfähiger

Neben dem Austausch über die Bedeutung der Pflanzenzüchtung mit verschiedenen Zielgruppen war auch die Beobachtung der tatsächlichen Züchtungseffekte spannend. Auch wenn der Versuch rein zu Demonstrationszwecken angelegt wurde, lassen sich durch die einheitliche Bewirtschaftung – gleiche Aussaatstärken (Ausnahme Hybridweizen), identische Düngung und Pflanzenschutzmaßnahmen – klare Tendenzen ableiten: Die modernen Sorten schnitten sowohl beim Kornertrag als auch im Verhältnis von Korn zu Stroh deutlich besser ab als die historischen Sorten im Versuch, was deren Bedeutung aber keinesfalls schmälert: Alte Sorten bleiben spannend für den Blick in die Vergangenheit und als genetische Ressource – doch für die Ernährungssicherung sind moderne Züchtungen unverzichtbar.

Neuauflage 2026

Aufgrund der positiven Resonanz von Verbraucherinnen und Verbrauchern hat sich das Versuchsgut Klein-Altendorf dazu entschieden, den Versuch erneut an der bekannten Rheinischen Apfelroute anzulegen. Auch weitere Organisationen und Hochschulen aus dem Bundesgebiet haben Interesse am Versuch bekundet und ein Starterpaket aus Saatgut der 19 Sorten und den Sortenschildern erhalten und folgen damit dem Leitsatz: Lieber anhand weniger Sorten anschaulich und gemeinsam über Züchtung sprechen, anstatt theoretisch über die weit größere, durch Züchtung geschaffene, Vielfalt zu referieren.

bdp-online.de / diepflanzenzuechter.de