Personalisierte Ernährung – kein Mensch is(s)t wie der andere

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Während in der Nachkriegszeit die Ernährungspolitik auf  Versorgungssicherheit ausgerichtet war, steht die Gesellschaft heute vor gegenteiligen Herausforderungen.

Kurzfassung

Die durch veränderte Ernährungsgewohnheiten gesteigerte  Energieaufnahme, Bewegungsmangel sowie der mit dem  Alter sinkende Gesamtenergiebedarf werden in vielen  Ernährungskonzepten bisher wenig berücksichtigt. Es  bedarf daher einer neuen Denkweise: Personalisierte  Ernährung bildet den aktuellen wissenschaftlichen, technologischen und gesellschaftlichen Anspruch ab, Gesund heit nicht länger nur durch standardisierte Strategien,  sondern auch durch individuelle Optimierung zu fördern. Dabei werden biologische, genetische, epigenetische, psychologische und soziale Aspekte miteinander verbunden,  denn kein Mensch is(s)t gleich.

Digitalisierung als treibende Kraft zur Prävention und Therapie

Im therapeutischen Bereich sind personalisierte Konzepte  längst etabliert, etwa bei der Behandlung von Diabetes, Fettstoffwechselstörungen oder onkologischen Erkrankungen.  Unterstützt werden sie zunehmend durch digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA). Damit trägt Digitalisierung  entscheidend dazu bei, Ernährungsempfehlungen daten basiert, effizient und patientenorientiert umzusetzen. In der  Prävention nicht-übertragbarer Krankheiten wie Adipositas  zeigt Personalisierte Ernährung ebenfalls großes Potenzial. Technologien wie Apps, Wearables und KI-gestützte  Programme ermöglichen die kontinuierliche Erfassung  individueller Gesundheits- und Verhaltensdaten und bilden  somit die Grundlage für individualisierte Empfehlungen und  Interventionen. Studien wie Food4Me zeigen, dass personalisierte digitale Interventionen deutlich wirksamer für eine  verbesserte Ernährungsqualität sind als generische Empfehlungen. Auch biomedizinische Erkenntnisse wie Mikrobiommodulation, genetisch differenzierte Empfehlungen zur  Fettsäurezufuhr oder die epigenetisch informierte Modulation von Mikronährstoffen eröffnen neue evidenzbasierte  Präventionsmöglichkeiten. Ergänzend kommen verhaltensorientierte Ansätze hinzu, denn Menschen unterscheiden sich in Motivation, Ernährungswissen, Aktivitätslevel und  Gesundheitsbewusstsein. Durch individualisierte Kommunikationsstrategien und emotional aktivierende Maßnahmen  wie Gamification oder Nudging können Menschen mit unter schiedlichen Lebensstilen und Ernährungsweisen individuell  angesprochen und motiviert werden.

Ernährungsempfehlungen zur Leistungssteigerung

Im Bereich der Leistungsoptimierung gewinnt die Personalisierte Ernährung ebenfalls an Relevanz. Sport besitzt in  Deutschland nicht nur hohen gesellschaftlichen Stellenwert,  sondern leistet zugleich einen wesentlichen Beitrag zur  Gesundheitsförderung und Prävention. Eine gezielte Makro und Mikronährstoffversorgung, abgestimmt auf individuelle  Faktoren wie Trainingsintensität und Energieverbrauch,  kann neben einer präventiven Wirkung auch die Leistungsfähigkeit verbessern. Wichtig ist auch die Flüssigkeitszufuhr,  die – zugeschnitten auf Aspekte wie Geschlecht, Natriumverlust oder individueller Schweißrate – dabei hilft, Leistungsabfälle zu vermeiden und Regeneration zu beschleunigen. Auch der gezielte Einsatz von Substanzen wie Koffein oder  Rote Bete, die individuell nach Faktoren wie Körpergewicht  und Trainingsstatus zugeführt werden, kann sich positiv auf  Ausdauer und Muskelkraft und somit auf sportliche Leistungen auswirken. Personalisierte Ernährung dient somit nicht  ausschließlich der Prävention von Krankheiten, sondern  auch der Optimierung von physischer Leistung.

Auf dem Weg zur digital unterstützten und  gesundheitsorientierten Ernährung

Um auf veränderte Ernährungsgewohnheiten und gesellschaftliche Entwicklungen optimal einzugehen, sollten  Ernährungsempfehlungen künftig wesentlich stärker gesundheitsorientiert ergänzend zur Agrarpolitik gedacht  werden. Eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit von  Medizin, Ernährungswissenschaft, Technologie und Politik  ist erforderlich, um Personalisierte Ernährung praxistauglich zu verankern. Dabei sind digitale Technologien von zentraler Bedeutung: Sie ermöglichen die kontinuierliche Erfassung und Auswertung individueller Daten, schaffen Motivation durch Echtzeit-Feedback und unterstützen nachhaltige  Verhaltensänderungen. Forschung und Lehre – etwa durch  neue Studiengänge und Forschungsprojekte zur Personalisierten Ernährung – treiben die Umsetzung voran. Perspektivisch wird die Personalisierte Ernährung geschlechtersensibler, digital gestützter und stärker in Prävention, Therapie  und Leistungsoptimierung integriert sein und so einen maßgeblichen Beitrag zur Gesundheitsförderung leisten. Kurz gesagt: Personalisierte Ernährung verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse und digitale Technologien, um  durch individuell angepasste Empfehlungen die Gesundheit  gezielter zu fördern.

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