Eröffnung ErlebnisBauernhof auf der Grünen Woche 2026

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Dialog, Verantwortung und Perspektiven für die Landwirtschaft.

Eröffnung des ErlebnisBauernhofs: Marianne Albersmeier, Christophe Hansen, Joachim Rukwied, Alois Rainer, Lea Fließ, Christian von Boetticher, Kai Wegner, Mario Tobias und Paula Schultze. Foto: Photothek/Leon Kügeler Fassbender.

Kurzfassung:
Zum Auftakt der Grünen Woche 2026 haben Politik, Landwirtschaft und Ernährungswirtschaft den ErlebnisBauernhof in Halle 3.2 als zentralen Ort des Dialogs zwischen Stadt und Land hervorgehoben. Bei der Eröffnung ging es um 100 Jahre Grüne Woche, zehn Jahre AgrarScouts, das Internationale Jahr der Frauen in der Landwirtschaft sowie um aktuelle agrarpolitische Herausforderungen – von Lebensmittelpreisen bis zum Mercosur-Abkommen. Einigkeit bestand darüber, dass Landwirtschaft als kritische Infrastruktur stärker vermittelt, wirtschaftlich abgesichert und gesellschaftlich anerkannt werden muss.

Langfassung:

Berlin, 16. Januar 2026 – Mit einer hochrangig besetzten Eröffnung ist heute der ErlebnisBauernhof des Forum Moderne Landwirtschaft auf der Grünen Woche Berlin gestartet. In Halle 3.2 steht der ErlebnisBauernhof auch in diesem Jahr für den direkten Austausch zwischen Landwirtschaft, Politik und Gesellschaft. Zentrale Themen der Auftaktveranstaltung waren das 100-jährige Jubiläum der Grünen Woche, zehn Jahre AgrarScouts, das Internationale Jahr der Frauen in der Landwirtschaft sowie aktuelle agrar- und handelspolitische Fragen.

Zu den Gästen der Eröffnung zählten Christophe Hansen, EU-Agrarkommissar, Alois Rainer, Bundeslandwirtschaftsminister, der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Joachim Rukwied, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, Christian von Boetticher, Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner, Lea Fließ, Geschäftsführerin des Forum Moderne Landwirtschaft sowie Mario Tobias, Geschäftsführer der Messe Berlin.

Europäische Agrarpolitik: Vereinfachung und Praxistauglichkeit im Fokus

EU-Agrarkommissar Christophe Hansen zog eine erste Bilanz seines Amtsjahres und betonte Fortschritte bei der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Ziel sei es, die Förderinstrumente einfacher und für landwirtschaftliche Betriebe praxistauglicher zu gestalten. „Wir haben ausreichend Mittel auf dem Tisch. Jetzt geht es um das Feintuning, damit das Geld dort ankommt, wo es den größten Nutzen entfaltet – und für die Landwirte spürbar wird“, sagte Hansen. Die intensive Abstimmung mit allen 27 Mitgliedstaaten sei eine wichtige Grundlage für die anstehenden Entscheidungen zur künftigen Ausrichtung der GAP.

 

Christophe Hansen, EU-Agrarkommissar, und Joachim Ruckwied, Bauernpräsident. Foto: Photothek/Leon Kügeler Fassbender

 

Landwirtschaft als kritische Infrastruktur sichtbar machen

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer unterstrich die Bedeutung des ErlebnisBauernhofs als Ort des Dialogs zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft. Gerade in urbanen Räumen sei das Verständnis für landwirtschaftliche Arbeit oft gering.
„Wir hätten schlichtweg nichts zu essen und zu trinken ohne unsere Landwirte. Deshalb müssen wir immer wieder deutlich machen, wie unverzichtbar die Land- und Ernährungswirtschaft ist – vom kleinen Nebenerwerbsbetrieb bis zum großen Hof“, erklärte Rainer. Er warb für gesellschaftliche Anerkennung und politische Rahmenbedingungen, die allen Betriebsformen eine Zukunft ermöglichen.

 

Alois Rainer, Bundeslandwirtschaftsminister. Foto: Photothek/Leon Kügeler Fassbender

 

Stadt und Land gehören zusammen

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner bezeichnete den ErlebnisBauernhof als festen Bestandteil der Grünen Woche. „Ich kann mir die Grüne Woche ohne den ErlebnisBauernhof nicht mehr vorstellen“, sagte Wegner. Stadt und ländliche Räume dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden. Gerade für Kinder sei es wichtig zu verstehen, wo Lebensmittel herkommen: „Der Apfel wächst am Baum – und nicht im Supermarktregal. Der ErlebnisBauernhof leistet hier einen unschätzbaren Beitrag zur Bildung und zum gegenseitigen Verständnis.“

 

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner. Foto: Photothek/Leon Kügeler Fassbender

 

100 Jahre Grüne Woche, 10 Jahre AgrarScouts, Internationales Jahr der Frauen

Neben aktuellen politischen Themen standen auch Jubiläen im Mittelpunkt der Eröffnung. Die Grüne Woche feiert 2026 ihr 100-jähriges Bestehen. Zugleich blickt das Forum Moderne Landwirtschaft auf zehn Jahre AgrarScouts zurück – ein Erfolgsmodell für authentische Gespräche zwischen Landwirtschaft und Verbraucherinnen und Verbrauchern.

Die wachsende Bedeutung dieses Ansatzes unterstrich Lea Fließ, Geschäftsführerin des Forum Moderne Landwirtschaft. Der ErlebnisBauernhof in Halle 3.2 habe sich in den vergangenen Jahren zu einer zentralen Dialogplattform zwischen Landwirtschaft, Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie der Politik entwickelt. Eine Schlüsselrolle spielten dabei die AgrarScouts, die nicht nur während der Grünen Woche, sondern ganzjährig bei zahlreichen Veranstaltungen in ganz Deutschland im Einsatz sind. Als aktive Landwirtinnen und Landwirte suchten sie bewusst das Gespräch in Stadt und Land, erklärten ihre Arbeit, beantworteten Fragen und griffen auch kritische Themen auf.

Das Internationale Jahr der Frauen in der Landwirtschaft lenkt darüber hinaus den Fokus auf die Rolle von Frauen entlang der gesamten landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette – von der Betriebsleitung über die praktische Arbeit auf den Höfen bis hin zur agrarpolitischen Interessenvertretung.

 

Lea Fließ, Forum Moderne Landwirtschaft. Foto: Photothek/Leon Kügeler Fassbender

Offener Dialog zu aktuellen Herausforderungen

Fragen zu Lebensmittelpreisen, internationalem Handel und dem Mercosur-Abkommen wurden offen angesprochen. Einigkeit bestand darin, dass Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit gemeinsam gedacht werden müssen. Der ErlebnisBauernhof bietet dafür während der gesamten Grünen Woche eine Plattform für Diskussion, Information und Begegnung.

Der ErlebnisBauernhof des Forum Moderne Landwirtschaft ist während der gesamten Messe in Halle 3.2 geöffnet und lädt Besucherinnen und Besucher ein, Landwirtschaft unmittelbar zu erleben und mit den Menschen hinter den Produkten ins Gespräch zu kommen.

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