Ingwer: die scharfe Knolle ist Arzneipflanze des Jahres 2026

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Der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde hat gemeinsam mit der Gesellschaft für Phytotherapie Ingwer zur Arzneipflanze des Jahres 2026 gekürt.

Ingwer
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Entscheidend für die Wahl war neben der traditionsreichen Geschichte des Ingwers seine Neubewertung durch den Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA).

Ingwer (Zingiber officinale) ist eine schilfartige Staude aus der Pflanzenfamilie der Ingwergewächse. Seine Heimat liegt in den tropischen und subtropischen Regionen Mittel- und Südostasiens. Zu den wichtigsten Anbauländern zählen heute Indien, Nigeria und China. Unter der Erde bildet die Pflanze kräftige, horizontal wachsende Rhizome, die umgangssprachlich als „Ingwerwurzel“ oder „Ingwerknolle“ bezeichnet werden. Sie besitzen eine korkige, hellbraune Außenhaut und ein leicht gelbliches Fleisch, das reich an ätherischen Ölen, Aroma- und Bitterstoffen ist.

Als Heilpflanze hat Ingwer eine lange Geschichte. Traditionell wird er zur Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen bei Reisekrankheit und leichten krampfartigen Magen- und Darmbeschwerden eingesetzt. In der aktuellen Bewertung der EMA vom Mai 2025 wurde das Anwendungsspektrum um folgende Bereiche erweitert: vorübergehende Appetitlosigkeit, leichte Gelenkschmerzen und Erkältungssymptome. Relativ gut erforscht ist laut der Arzneimittelagentur die Wirkung bei Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden.

Auch aus der Küche ist Ingwer nicht wegzudenken – vor allem in asiatischen Speisen. Das vielseitige Gewürz verleiht Suppen, Eintöpfen, Currys und Chutneys eine zitronig-frische Note und eine leichte Schärfe. Eingelegter Ingwer ist zudem eine klassische Beilage zu japanischen Sushi-Gerichten. Süßem Gebäck, Konfekt und Desserts kann Ingwer eine interessante Geschmacksnote verleihen, bekannt ist er auch in kandierter Form.

Bei einer beginnenden Erkältung oder bei leichten Magenbeschwerden ist Ingwertee ein bewährtes Hausmittel: Dafür wird ein drei bis fünf Zentimeter großes Stück frische Ingwerknolle – möglichst aus Bio-Anbau – gründlich gewaschen und in dünne Scheiben geschnitten. Mit etwa einem Liter heißem Wasser übergießen und etwa zehn Minuten ziehen lassen. Dann kann das Getränk noch mit etwas Zitronensaft und Honig abgeschmeckt werden. Bei empfindlichen Schleimhäuten und Mägen kann der scharfe Ingwer auch reizend wirken, daher im Zweifelsfall lieber mit kleinen Stücken und sanfter Dosierung anfangen.

Heike Kreutz, bzfe.de