Im Quotenjahr 2024 produzierte die Branche 3,6 Millionen Tonnen Biokraftstoffe für den deutschen Markt; das entspricht rund 126 Petajoule und damit in etwa 90 Prozent der Menge des Vorjahres.
Die durchschnittliche Treibhausgaseinsparung dieser Biokraftstoffe konnte nochmals verbessert werden und betrug gegenüber fossilen Kraftstoffen 96 Prozent (2023: 90 Prozent). Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) legt ihren jährlichen Erfahrungsbericht vor.
2024 wurden auf dem deutschen Biokraftstoffmarkt zehn Prozent weniger Biokraftstoffe eingesetzt als im Vorjahr. Ihre Verwendung führte zu einer Vermeidung von rund 11,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent (2023: zwölf Millionen Tonnen). Den größten Anteil der insgesamt eingesetzten Biokraftstoffe hatte mit 55 Prozent Biodiesel (FAME). 26 Prozent aller Biokraftstoffe waren Bioethanol und sieben Prozent HVO (hydrierte Pflanzenöle).
Trend zur Herstellung aus Abfällen und Reststoffen setzt sich fort.
Zwei Drittel der Ausgangsstoffe für die Herstellung der Biokraftstoffe waren im Berichtsjahr Abfälle und Reststoffe, das sind sechs Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Damit setzt sich der Trend fort, Biokraftstoffe aus Abfällen und Reststoffen herzustellen. Ein Drittel der produzierten Menge stammte aus angebauter Biomasse wie Mais (zwölf Prozent), Raps (acht Prozent) und Weizen (sechs Prozent).
Herkunft aus der EU steigt auf 70 Prozent
Biokraftstoffhersteller mit Sitz in der Europäischen Union produzierten zusammen 70 Prozent der Gesamtjahresmenge (Vorjahr: 66 Prozent). In Deutschland wurde ein Drittel der Gesamtjahresmenge produziert. Die in Asien hergestellt Menge an Biokraftstoff ist im Vergleich zum Vorjahr um knapp sechs Prozent zurückgegangen.
Weniger flüssige, mehr feste Biobrennstoffe für Strom
Die Branchenakteure beantragten für knapp 24 Petajoule flüssiger Biobrennstoffe nach der Verstromung und Einspeisung eine EEG-Vergütung (2023: 29 Petajoule). Diese Biobrennstoffe wurden zu fast 100 Prozent aus Dicklauge der Zellstoffindustrie hergestellt. Pflanzenöle, HVO und FAME kamen nur in sehr geringem Umfang zum Einsatz.
Die durchschnittliche Treibhausgaseinsparung aller Biobrennstoffe beläuft sich auf knapp 98 Prozent gegenüber fossilen Brennstoffen (2023: 96 Prozent). Durch ihren Einsatz konnten knapp 2,2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent vermieden werden (2023: 2,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent).
Die durch feste und gasförmige Biomassebrennstoffe erzeugte Strommenge stieg im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent an. Die Strommenge aus Biomethan sank zwar um 30 Prozent, dafür nahmen die Strommengen aus fester Biomasse (+36 Prozent) und aus Biogas (+ein Prozent) zu.
Hintergrund
Mit der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II) werden den Mitgliedstaaten der Europäischen Union verbindliche Treibhausgaseinsparungen vorgegeben. Dabei soll der Anteil erneuerbarer Energien erhöht und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern reduziert werden. In Deutschland werden die Vorgaben der RED II über die Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung und die Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung in nationales Recht umgesetzt. Die BLE ist die für die Überwachung zuständige Behörde. Die in diesem Zusammenhang erhobenen Daten bilden die Grundlage für den jährlichen Erfahrungsbericht für die Bundesregierung.
Der Erfahrungsbericht 2024 steht ab sofort unter www.ble.de/biomasse (Rubrik „Informationsmaterial“) zum Herunterladen zur Verfügung.
