Viele Beanstandungen im Jahr 2025.

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) rät Verbraucherinnen und Verbrauchern, Nahrungsergänzungsmittel mit Bedacht zu verwenden. Häufig werden diese Produkte als Möglichkeit angesehen, dem Körper etwas Gutes zu tun. Nicht selten versprechen sie eine Verbesserung der Gesundheit bei regelmäßiger Einnahme, obwohl dies wissenschaftlich nicht belegt ist. Außerdem enthalten manche Präparate Mineralstoffe und Vitamine in Mengen, die um ein Vielfaches über den empfohlenen Tagesdosen liegen. Im Jahr 2025 hat das LGL 394 Proben von Nahrungsergänzungsmitteln risikoorientiert untersucht, 241 Proben (61 Prozent) mussten beanstandet werden.
Insgesamt entfielen auf die Gesamtzahl der bemängelten Proben über 400 Beanstandungsgründe, da eine Probe auch aus mehreren Gründen nicht den Vorschriften entsprechen kann. So gab es aufgrund unzulässiger krankheits- oder gesundheitsbezogener Aussagen (den sogenannten „Health Claims“) 212 Beanstandungen. In 156 Fällen war die Kennzeichnung irreführend oder nicht rechtskonform. 18 Proben wiederum enthielten nicht zugelassene neuartige Lebensmittel und 38 Proben wurden als Arzneimittel eingestuft. Darüber hinaus gab es 2 Beanstandungen aufgrund von unzulässigen Inhaltsstoffen. Nur eine Probe wurde als potenziell gesundheitsschädlich beurteilt. „Schadstoffe“ im Sinne von Rückständen oder Kontaminanten wurden in den untersuchten Proben nicht festgestellt. In allen Fällen wurden die jeweils zuständigen Behörden informiert.
Riesige Produktvielfalt im Internet – Einnahme nur in Einzelfällen sinnvoll
Die Anzahl der verschiedenen Nahrungsergänzungsmittel auf dem Markt wächst stetig, insbesondere das Angebot im Internet. Vor allem die gesundheitliche Bewerbung im Internet und in den sozialen Medien gibt häufig Anlass zur Beanstandung. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten sich vor einem Kauf grundsätzlich gut informieren und dazu auch die empfohlenen täglichen Aufnahmemengen der beworbenen Vitamine und Mineralstoffe berücksichtigen. Informationen hierfür stellt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung bereit. Auch entsprechende gesundheitliche Werbeaussagen sollten stets kritisch hinterfragt und nach Möglichkeit über andere verlässliche Quellen überprüft werden.
Gesunde Personen, die sich ausgewogen ernähren, sind prinzipiell nicht auf Nahrungsergänzungsmittel angewiesen, im Gegenteil: Zu viele Nährstoffe über einen längeren Zeitraum können sogar schädlich sein. Beispielsweise kann zu viel Jod der Schilddrüse schaden und Vitamin B6 in hohen Dosen zu neurologischen Einschränkungen führen. Nur in besonderen Fällen ist eine zusätzliche Einnahme sinnvoll, etwa Folsäure während der Schwangerschaft. Daher empfiehlt das LGL, vor der Einnahme Rücksprache mit der Hausärztin oder dem Hausarzt zu halten. Im Zweifel sollte auf den Kauf verzichtet werden.
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