„Geh dahin, wo der Pfeffer wächst“ – diese Redewendung ist weit bekannt. Doch wo ist das genau? Wo liegt eigentlich die ursprüngliche Heimat des Pfeffers?

Foto: vwald auf PixabayMit dieser Frage hat sich ein internationales Team unter der Leitung der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in der Schweiz beschäftigt. Mithilfe eines neuartigen Ansatzes rekonstruierten die Forschenden die Verbreitungsgeschichte des Schwarzen Pfeffers in den vergangenen 21.000 Jahren.
Der Pfeffer (Piper nigrum) stammt tatsächlich von weit her. Seine Wildform ist nur in einem Gebirge im Südwesten Indiens, in den Westghats, zu finden. Der Biologe Michael Nobis vom WSL untersuchte gemeinsam mit Forschenden aus Indien und Japan, wie sich die Gewürzpflanze dort seit dem Höhepunkt der letzten Eiszeit verbreitet hat.
Für ihre Analyse wählten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen neuartigen Ansatz: Zunächst untersuchten sie das Erbgut wilder Pfefferpflanzen aus dem gesamten Verbreitungsgebiet auf genetische Hinweise zur Wanderungsgeschichte der Art. Eine besonders hohe genetische Vielfalt deutet dabei auf lang besiedelte Regionen hin. Diese populationsgenetischen Daten kombinierten sie mit einer speziellen Verbreitungsmodellierung, die auf Basis heutiger Vorkommen Einflüsse des Klimawandels berücksichtigt.
Die Ergebnisse zeigen, dass der Pfeffer nacheiszeitlich wahrscheinlich deutlich weiter verbreitet war als heute. Er besiedelte ein zusammenhängendes Gebiet im Süden der Westghats, einschließlich der Küstenregionen. Vor etwa 15.000 Jahren ermöglichte ein verändertes Klima der Kletterpflanze eine Ausbreitung nach Norden. Allerdings wanderte sie zu langsam, um das gesamte potenziell geeignete Gebiet zu nutzen. In den letzten 5.000 Jahren kam es zur Aufspaltung in mehrere kleinere Populationen, die heute noch in den tropischen immergrünen Wäldern des Gebirges zu finden sind.
Heute zählt der Echte Pfeffer weltweit zu den am häufigsten genutzten Gewürzen. Je nach Verarbeitung der Früchte gibt es in erster Linie drei Sorten – schwarz, weiß und grün. Für schwarzen Pfeffer werden die Beeren kurz vor der Reife geerntet, fermentiert und in der Sonne getrocknet, bis sie runzelig und schwarz sind. Er ist deutlich aromatischer als weißer Pfeffer, für den reife Früchte in Wasser eingeweicht, vom Fruchtfleisch befreit und die Körner getrocknet werden. Für grünen Pfeffer konserviert man unreife Beeren in Essig oder Salzlake.
Pfeffer verleiht Speisen nicht nur eine angenehme Schärfe, sondern verstärkt auch den Eigengeschmack anderer Zutaten. Idealerweise werden ganze Körner genutzt. Am Ender der Garzeit oder vor dem Servieren mit frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken. Dunkel, kühl und trocken gelagert bleibt das Aroma ganzer Körner viele Monate lang erhalten.
Und wer jemanden dahin wünscht, wo der Pfeffer wächst, kann das mit einer Reise zum Beispiel nach Vietnam als heute größter Pfeffer-Produzent verbinden.
Heike Kreutz, bzfe.de
