Kerbel bringt ein feines, leicht süßliches bis pfeffriges Aroma in Suppen, Soßen, Salate und Frühlingsgemüse. Die zarten Blätter werden am besten erst kurz vor dem Servieren zugegeben.

Das Aroma erinnert an eine Mischung aus Anis, Fenchel und Petersilie. Kerbel passt zu Kartoffeln, Spargel, Kohlrabi und jungen Möhren, außerdem zu Eierspeisen, Fisch, Geflügel, Risotto, Pesto und Kräuterquark.
Klassiker in Grüner Soße und „Fines Herbes“
Kerbel gehört zu den sieben traditionellen Kräutern der Frankfurter Grünen Soße: Petersilie, Schnittlauch, Borretsch, Kerbel, Kresse, Sauerampfer und Pimpinelle. Er ist auch ein typischer Bestandteil der französischen Mischung „Fines Herbes“.
Da sich das feine Aroma bei Hitze rasch verflüchtigt, Kerbel bei warmen Speisen erst zum Ende der Garzeit oder unmittelbar vor dem Servieren zugeben. Er harmoniert besonders gut mit Dill, Petersilie und Liebstöckel; mehr dazu unter Liebstöckel – verkanntes Kraut.
Gartenkerbel erkennen und ernten
Gartenkerbel (Anthriscus cerefolium) gehört zu den Doldenblütlern. Er trägt hellgrüne, fein gefiederte Blätter und bildet später kleine weiße Blütendolden. Die Blätter schmecken vor der Blüte meist am aromatischsten. Im Handel gibt es Kerbel frisch im Topf oder Bund sowie getrocknet und gerebelt. Frische Ware ist aromatischer, aber nur kurz haltbar.
Frische Stängel gründlich waschen, vorsichtig trocken tupfen und erst kurz vor der Verwendung schneiden. In ein feuchtes Tuch gewickelt hält Kerbel im Gemüsefach wenige Tage. Praktische Hinweise bietet Kleine Kräuterkunde: Frischetipps zur Saison.
Wildwachsende Doldenblütler nicht ohne Fachkenntnis sammeln
Gartenkerbel aus dem Handel oder eigenen Anbau ist die sichere Wahl. Wild wachsender Wiesenkerbel kann mit dem sehr giftigen Gefleckten Schierling verwechselt werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt vor einer potenziell tödlichen Verwechslung. Wer nicht über sehr gute botanische Kenntnisse verfügt, sollte wild wachsende Doldenblütler deshalb nicht für die Küche sammeln.
Traditionelle Aussagen wie „harntreibend“ oder „schleimlösend“ sind keine gesicherten Heilaussagen für übliche Küchenmengen. Kerbel ist ein Lebensmittel und ersetzt keine medizinische Behandlung.
Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, 11. August 2026
Quellen: Bundeszentrum für Ernährung (BZfE), Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) / food-monitor
Rezept: Kerbel-Kohlrabi-Frittata mit jungen Möhren

Zutaten für 4 Portionen
- 1 Kohlrabi (etwa 350 g)
- 250 g junge Möhren
- 2 Frühlingszwiebeln
- 8 Eier (Größe M)
- 100 ml Milch
- 1 Bund Gartenkerbel aus sicherer Herkunft
- 20 g Butter
- Salz und schwarzer Pfeffer
- 1 kleine Prise Muskatnuss
Zubereitung
- Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Kohlrabi, Möhren, Frühlingszwiebeln und Kerbel gründlich waschen. Kohlrabi und Möhren schälen und in 1 cm große Würfel schneiden. Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden.
- Butter in einer ofenfesten Pfanne erhitzen. Kohlrabi und Möhren bei mittlerer Hitze 6 Minuten braten. Frühlingszwiebeln zugeben und 2 Minuten mitdünsten.
- Eier und Milch verquirlen und würzen. Kerbel trocken tupfen, die Blättchen abzupfen und drei Viertel fein hacken.
- Gehackten Kerbel unter die Eiermasse rühren, über das Gemüse gießen und bei niedriger Hitze 3 Minuten stocken lassen.
- Pfanne auf mittlerer Schiene 15 bis 18 Minuten in den Backofen stellen. Die Frittata ist fertig, wenn auch die Mitte vollständig gestockt ist. Mit den übrigen Kerbelblättchen bestreuen.
Servier- und Sicherheitshinweis
Warm oder lauwarm mit grünem Salat servieren. Eier, Milch und Butter sind kennzeichnungspflichtige Allergene. Die Eiermasse vollständig durchgaren. Nur sicher bestimmten Gartenkerbel aus Handel oder eigenem Anbau verwenden. Reste rasch kühlen und abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren.
Rezept: food-monitor / KI
