Drei Produkte mit jeweils 20 Gramm Protein
Die Verbraucherzentrale Niedersachsen untersuchte beispielhaft drei High-Protein-Puddings. Eine 200-Gramm-Portion enthielt jeweils rund 20 Gramm Protein. Das ist eine relevante Menge, lässt sich aber nicht pauschal als ein Drittel des Tagesbedarfs bezeichnen: Der Proteinbedarf richtet sich unter anderem nach Körpergewicht, Alter, Gesundheitszustand und körperlicher Aktivität.
Für gesunde Erwachsene bis 65 Jahre nennt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung als Referenzwert 0,8 Gramm Protein je Kilogramm Körpergewicht und Tag. Ab 65 Jahren gilt ein Schätzwert von 1,0 Gramm je Kilogramm. In bestimmten Lebensphasen oder bei Erkrankungen können andere Mengen sinnvoll sein.
Zusatzstoffe sind nicht automatisch gesundheitsschädlich
Die geprüften Puddings enthielten neben Milcheiweiß unter anderem Süßungsmittel, Verdickungs- oder Geliermittel und Aromen. Diese Stoffe sorgen für Süße, Geschmack und Konsistenz. Zugelassene Zusatzstoffe gelten bei bestimmungsgemäßer Verwendung nicht allein wegen ihres Namens als gesundheitsschädlich.
Die Kritik der Verbraucherzentrale richtet sich vor allem gegen den hohen Verarbeitungsgrad und den Eindruck eines besonderen Gesundheitsnutzens. Wer seinen Proteinbedarf bereits über die normale Ernährung deckt, benötigt dafür keinen angereicherten Pudding.
Was der Nutri-Score A aussagt
Alle drei Produkte trugen im Marktcheck einen Nutri-Score A. Der Nutri-Score vergleicht die Nährwertzusammensetzung innerhalb einer Produktgruppe. Er bewertet unter anderem Energie, Zucker, gesättigte Fettsäuren, Salz, Protein, Ballaststoffe sowie bestimmte pflanzliche Bestandteile.
Ein A bedeutet nicht, dass ein Produkt unverarbeitet oder frei von Zusatzstoffen ist. Süßungsmittel und Aromen werden bei festen Lebensmitteln nicht gesondert negativ bewertet. Der Nutri-Score ersetzt daher weder Zutatenliste noch Nährwerttabelle.
Für die meisten Menschen reichen normale Lebensmittel
Milchprodukte, Eier, Fisch, Fleisch, Hülsenfrüchte, Sojaprodukte, Nüsse und Getreide können Protein liefern. Pflanzliche Proteinquellen dürfen über den Tag verteilt kombiniert werden; sie müssen nicht zwingend in derselben Mahlzeit gegessen werden.
High-Protein-Produkte können praktisch sein, wenn ein individuell erhöhter Bedarf oder eine geringe Nahrungsaufnahme besteht. Sie sind aber weder für Muskelaufbau noch für Gewichtsabnahme automatisch überlegen. Entscheidend sind die gesamte Ernährung, Training, Energiezufuhr und persönliche Verträglichkeit.
Weitere Grundlagen bietet der Beitrag High Protein: Bedarf, Qualität und sinnvolle Quellen. Der Marktcheck der Verbraucherzentrale Niedersachsen nennt die untersuchten Produkte und Zutaten.
Aktualisiert am 14. August 2026
Quelle: Verbraucherzentrale Niedersachsen / food-monitor
