Gesund essen auf einem gesunden Planeten ist möglich.
Gut die Hälfte der derzeitigen Nahrungsmittelproduktion weltweit trägt zur Überlastung der planetaren Grenzen bei. Sie führt zum Verlust biologischer Vielfalt und verschärft die Wasserknappheit. In Deutschland sind es sogar 60 Prozent der Lebensmittelproduktion (siehe Vortrag des Wasserexperten Prof. Dr. Dieter Gerten, PIK). Gleichzeitig ist unsere Ernährungsversorgung von diesen Ökosystemen abhängig:
Genetische Vielfalt: Mehr als 75 Prozent aller Nahrungspflanzen brauchen Insekten für die Bestäubung. Monokulturen und die Abholzung von Wäldern für die Nahrungs- und Futtermittelproduktion hingegen treiben das Artensterben voran. Auch die Überdüngung schadet vielen Arten.
Nährstoffkreisläufe: Die Überlastung von Böden und Gewässern mit Stickstoff und Phosphor in Deutschland wird zu 90 Prozent durch künstliche Düngemittel und die intensive Tierhaltung verursacht, stellte der Sachverständigenrat Umweltfragen in seinem Sondergutachten zu Stickstoff fest.
Land: Auch in Deutschland leiden die Wälder unter Dürren, Schädlingen und Bränden. Hinzu kommt, dass nach Angaben des Umweltbundesamtes jeden Tag immer noch 55 Hektar versiegelt werden. Das betrifft überwiegend wertvolles Ackerland. Diese Flächen gehen als Wasser- und CO2 -Speicher verloren und fehlen zur Sicherung der regionalen Ernährungsversorgung.
Erderhitzung: Das Ernährungssystem trägt 25 bis 35 Prozent zur weltweiten Treibhausgasbelastung bei. Selbst wenn alle politisch zugesagten Maßnahmen umgesetzt werden, müssen wir laut Bericht der Weltkommission für Planetare Gesundheit mit einer globalen Erderhitzung von 1,9 bis 2,6 Grad rechnen (Gupta et al. 2024). Bei solchen Temperaturveränderungen steigt auch in Deutschland die Wahrscheinlichkeit, dass es im Sommer zu Temperaturspitzen von bis zu 50 Grad im Schatten kommt, so die Modellierungen des Copernicus Dienstes Klimawandel. Das schadet nicht nur der Gesundheit sondern beeinträchtigt auch das Wachstum von Nahrungspflanzen.
Die Wasserkrise: ist sowohl ein lokales als auch ein globales Problem. Die Globale Kommission für die Ökonomie des Wassers (GCEW) warnt, dass die Wasserkrise bis 2050 mehr als die Hälfte der weltweiten Nahrungsmittelproduktion gefährdet. Der verschwenderische Umgang mit Wasser geht nach Einschätzung der Forschenden darauf zurück, dass die Ressource unterbepreist ist. Unternehmen sollten verpflichtet werden, ihren Wasserverbrauch offen zu legen. Notwendig sei ein Wasserpakt, der klare Ziele und eine Aktionsagenda für eine gerechte und nachhaltige Wasserzukunft enthält. Ein Pageflow der Globalen Wasserkommission veranschaulicht die Wasserkreisläufe der Erde und ihre Bedeutung für unser Leben und Wirtschaften.
Quelle: BZfE - bzfe.de
