Wenn die Weihnachtsgans knapp wird.
Weihnachten gilt als Fest der Traditionen und für viele gehört die Weihnachtsgans dazu. Doch in diesem Jahr fällt das Angebot deutlich geringer aus. Nach Einschätzung des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft sind die Folgen der Geflügelpest klar spürbar. Für viele Haushalte bedeutet das: Der traditionelle Weihnachtsklassiker wird schwerer verfügbar und teurer. Damit stellt sich eine grundsätzliche Frage: Können sich die Deutschen ein festliches Weihnachtsessen auch ohne Fleisch vorstellen?
Laut einer Umfrage von Vivera, einem der führenden Hersteller pflanzlicher Fleischalternativen lautet für die meisten Deutschen die Antwort: Nein. Für mehr als die Hälfte der zu Weihnachten eingeladenen Gäste gehört Fleisch auf den Teller. Selbst knapp die Hälfte derjenigen, die versuchen, durch den regelmäßigen Kauf von Fleischersatzprodukten bewusster zu konsumieren, stellt ihr Weihnachtmahl rund um das Fleischgericht zusammen.
„Für Viele ist das Festtagsgericht ein fast sakrales Ritual, bei dem Fleisch nicht fehlen darf“, erklärt Anja Alpert, Marketingverantwortliche von Vivera.
Neue Generation bricht mit alten Traditionen
Gleichzeitig deutet die Umfrage auf ein beginnendes Umdenken hin. Jüngere Erwachsene zeigen sich deutlich offener für ein fleischloses Gericht auf dem Weihnachtsteller. Mehr als ein Drittel der unter 35-Jährigen würde gerne ein rein vegetarisches Festtagsgericht kochen. In der Gruppe der über 55-Jährigen liegt dieser Anteil nur halb so hoch.
Dieser Generationenunterschied zeigt sich auch im Alltag: So ernährt sich laut einer kürzlich veröffentlichten YouGov-Studie lediglich ein Prozent der Boomer (61 bis 79 Jahre) pflanzlich, während in der Generation Z (13 bis 28 Jahre) bereits jede zehnte Person diese Ernährungsweise angibt.
„Immer mehr junge Menschen verzichten im Alltag bewusst auf Fleisch oder sogar komplett auf tierische Produkte. Dabei rücken natürlich auch Feiertage wie Weihnachten in den Fokus, die oft der kulinarische Höhepunkt im Jahr sind“, erklärt Anja Alpert. „Die junge Generation beginnt dementsprechend, traditionelle Muster zu hinterfragen.“
Gastfreundschaft fördert Offenheit gegenüber Alternativen
Aber auch generationsübergreifend zeichnet sich ein Trend ab: Obwohl viele Gäste weiterhin Fleisch erwarten, wäre es für 52 Prozent der Gastgeber*innen kein Problem, zusätzlich eine vegetarische Alternative zum Weihnachtsbraten anzubieten.
„Viele möchten selbst noch nicht auf Fleisch verzichten, sind aber bereit, für andere neue Gerichte zu kochen. Genau diese Offenheit sorgt dafür, dass pflanzliche Alternativen am Weihnachtstisch zunehmend ihren Platz finden“, so Anja Alpert.
Dass Klassiker wie die Weihnachtsgans in diesem Jahr ohnehin schwieriger zu bekommen sind, könnte diesen Trend zusätzlich verstärken. Wenn ein Gericht, das lange als unverrückbar galt, plötzlich nicht selbstverständlich verfügbar ist, steigt eventuell die Bereitschaft, Alternativen auszuprobieren.
Über die Vivera-Studie
Die Online-Umfrage wurde im Zeitraum 28. November bis 29. November 2024 im Auftrag von Vivera in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut Cambri durchgeführt. Insgesamt nahmen 766 Erwachsene aus Deutschland teil. Sie ist repräsentativ für die deutsche Bevölkerung und berücksichtigt die Bevölkerungsstruktur hinsichtlich Alter, Geschlecht und Region. Ziel war es, Einblicke in die Essgewohnheiten und Erwartungen der Deutschen an das Weihnachtsessen zu gewinnen.
