Grüne Woche: 45 Organisationen fordern Erhalt der Gentechnik-Kennzeichnung

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In einer gemeinsamen Resolution zur Grünen Woche 2026 fordert der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) gemeinsam mit einem breiten Bündnis, die geplanten neuen EU-Gentechnik-Regeln abzulehnen.

 Eine der zentralen Forderungen ist es, die Kennzeichnungspflicht auch für alle Arten Neuer Gentechnik (NGT) beizubehalten, die laut dem aktuellen Gesetzvorschlag gestrichen werden soll. „Verbraucher:innen und Wirtschaft müssen selbst entscheiden können, ob sie Gentechnik-Lebensmittel essen, herstellen und verkaufen wollen oder nicht. Diese Information vorsätzlich zu verschleiern, wäre Gift für das Vertrauen in Politik und Lebensmittelwirtschaft“, so VLOG-Geschäftsführer Alexander Hissting.

 „Es ist gut, dass Deutschland diesem Plan nicht zugestimmt hat. Gerade jetzt zur Grünen Woche sollte die Bundesregierung ein deutliches Signal senden, dass sie sich mit ihrem ganzen politischen Gewicht für Verbraucher:innen und Wirtschaft einsetzt und dafür sorgt, dass dieser unausgegorene Vorschlag auf EU-Ebene nicht durchkommt. Auch das Europaparlament sollte sich an seine beschlossene Mehrheitsposition erinnern und diesem Plan eine Abfuhr erteilen.“

 Weitere gemeinsame Forderungen der Resolution beziehen sich auf verpflichtende Nachweisverfahren, das Beibehalten verbindlicher Regeln zu Risikoprüfung, Koexistenz und Haftung sowie ein Patentierungsverbot für Gentechnik-Pflanzen. Solange all das nicht gegeben ist, sollen Europaparlament und Ministerrat dem Gesetzvorschlag nicht zustimmen, fordern die Verbände.

Im Dezember 2025 hatten sich die Unterhändler von EU-Mitgliedsstaaten und Europaparlament im sogenannten Trilog-Verfahren vorläufig auf eine Gentechnik-Deregulierung ohne alle diese Bestandteile geeinigt. Europaparlament oder Ministerrat können diese Einigung aber noch stoppen.

Die gemeinsame Gentechnik-Resolution zur Grünen Woche 2026 wird von 45 Verbänden, Organisationen, Institutionen und Stiftungen aus den Bereichen Umwelt-, Tier- und Naturschutz, Entwicklungspolitik, Kirchen, Verbraucherschutz, soziale Gerechtigkeit, Landwirtschaft, Züchtung, Saatguterzeugung, Erhaltung der Nutztier- und Kulturpflanzenvielfalt, Lebensmittelwirtschaft, Lebensmittelhandwerk und Imkerei sowie Jugendbewegungen, Initiativen aus der Klimaschutzbewegung und aus den Bewegungen für sozial und ökologisch verantwortungsvolle Ernährungssysteme unterstützt.

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