EU-Netzwerk stellt Lösungen vor.
Hitzeresistente Kulturpflanzen oder digitale Hilfen für Präzisionsbewässerung: Aus ganz Europa gab es auf einer Konferenz des EU-GAP-Netzwerks in Hamburg innovative Lösungen für die Landwirtschaft, um besser mit Dürren, Überschwemmungen und Herausforderungen im Bereich der Wasserqualität umgehen zu können.
Angesichts zunehmender Dürren, immer häufiger auftretender Überschwemmungen und steigender Anforderungen an die Wasserqualität trafen sich vom 19. bis 21. Mai 2026 rund 250 Akteure aus ganz Europa in Hamburg. Auf der Konferenz des EU-GAP-Netzwerks zum Thema „Wasserresilienz in der Landwirtschaft: Innovation in der Praxis“ tauschten die Teilnehmenden aus Land- und Forstwirtschaft, Beratung, Wissenschaft und Politik Erfahrungen und praktische, innovative Lösungen für die wachsenden Herausforderungen hinsichtlich Wasserresilienz in der Land- und Forstwirtschaft sowie im ländlichen Raum aus.
Los ging es mit Exkursionen durch Schleswig-Holstein und Niedersachsen, bei denen die Teilnehmenden praktische Beispiele wie datengesteuerte Bewässerungssysteme, Agroforstwirtschaft, die Renaturierung von Mooren und Techniken zur Verbesserung der Bodenwasserrückhaltung kennenlernten. Neben Workshops und Dialogforen zu Entwicklungen aus verschiedenen EIP-Agri- sowie Horizont Europa-Projekten und weiteren Initiativen bot die Veranstaltung einen Innovationsmarkt, auf dem 56 von der EU geförderte Projekte und Initiativen konkrete, sofort anwendbare Lösungen wie beispielsweise Wasserwiederverwendung, wassersparende Maßnahmen im Ackerbau und Wassergewinnung zur Bewässerung vorstellten. Die in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung angesiedelte Deutsche Vernetzungsstelle Ländliche Räume (DVS) hatte die Tagung mit organisiert.
Betriebe brauchen „Zugang zu Wissen, Innovationen und Netzwerken“
Für Mario Milouchev, Direktor bei der DG Agri (Europäische Kommission), ist die Dringlichkeit klar: „Wasserresilienz ist eine gemeinsame europäische Herausforderung, die gemeinsame europäische Lösungen erfordert. Vorrangig ist es nun, die Verbreitung praktischer Innovationen zu beschleunigen, die Landwirten in ganz Europa bereits dabei helfen, ihre Widerstandsfähigkeit zu stärken.“
Deshalb standen sechs zentrale Herausforderungen im Mittelpunkt der Veranstaltung: Kreislaufwirtschaft im Wasserbereich, klimaresiliente und hitzeresistente Kulturpflanzen und Anbausysteme, Bewässerungseffizienz und Präzisionsbewässerung mit Hilfe digitaler Tools, naturbasierte Lösungen, Bodenbewirtschaftung sowie Wasserqualität und -verschmutzung.
Auch aus deutscher Sicht sind diese Fragestellungen von hoher Bedeutung: „Wasser ist ein zentrales Thema für die Landwirtschaft in Deutschland. Die Betriebe passen sich bereits an, benötigen jedoch Zugang zu praktischem Wissen, Innovationen und starken Netzwerken. Diese Konferenz zeigt, wie die europäische Zusammenarbeit dazu beitragen kann, innovative Ideen in konkrete Lösungen für landwirtschaftliche Betriebe umzusetzen“, sagte Martina Englhardt-Kopf, die parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat.
Starke Förderprogramme als Grundlage für erhöhte Wasserresilienz
Ein Schwerpunkt der Konferenz lag auf der Umsetzung und Skalierung der Projektergebnisse in die land- und forstwirtschaftliche Praxis in ganz Europa. Workshops und interaktiven Formate dienten dem Wissensaustausch und der Vernetzung. So wurde diskutiert, wie Berater gestärkt, die Zusammenarbeit zwischen landwirtschaftlichen Betrieben, Wissenschaft und politischen Entscheidungsträgern verbessert und Fördermöglichkeiten zielgerichteter genutzt werden können. Dabei wurde deutlich: Es braucht weiterhin starke Fördermaßnahmen wie EIP-Agri und europäische Netzwerke, um gemeinsam mit Landwirtinnen und Landwirten Innovationen umzusetzen und dadurch eine erhöhte Wasserresilienz zu erreichen.
Weitere Informationen: www.dvs-gap-netzwerk.de/eip-agri
