KI-Anwendungen ersetzen keine professionelle Ernährungsberatung

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Grenzen KI-basierter Ernährungsempfehlungen.

Die Ernährung in der Schwangerschaft beeinflusst die Gesundheit von Mutter und Kind. Ernährungspläne können Schwangeren eine Orientierung bieten und so bei der Sicherstellung des Nährstoffbedarfs unterstützen. KI-Anwendungen wie die Chatbots ChatGPT und Gemini helfen Schwangeren möglicherweise, da sie einfache und jederzeit verfügbare Informationen rund um die Ernährung in der Schwangerschaft bereitstellen. Eine aktuelle Studie der Universität Hohenheim deutet allerdings auf Schwächen in der Qualität der Ergebnisse hin.

Die Wissenschaftlerinnen haben jeweils 20 Ernährungspläne für eine fiktive Schwangere mit ChatGPT und Gemini erstellt und Empfehlungen zu kritischen Lebensmitteln sowie Nahrungsergänzungsmitteln abgefragt. Die Ergebnisse wurden mit den DGE-Referenzwerten und den Handlungsempfehlungen des Netzwerks Gesund ins Leben im Bundeszentrum für Ernährung verglichen. Das Ergebnis: Die beiden Chatbots weisen Schwächen bei der Deckung des Bedarfs an kritischen Nährstoffen und der Bereitstellung evidenzbasierter Empfehlungen auf.

So empfahlen beide Tools zwar den Verzicht auf Alkohol und rohe tierische Produkte, andere wesentliche Punkte der Handlungsempfehlungen fehlten jedoch. So hat zum Beispiel ChatGPT in keiner der Stichproben vom Verzehr abgepackter Salate abgeraten; Gemini hat rohe Sprossen nicht explizit aus dem Speiseplan einer Schwangeren ausgeschlossen. Die von der DGE empfohlenen Referenzwerte für Kohlenhydrate, Vitamin D, Fluorid und Jod haben die Pläne der beiden Tools nicht erreicht. Gemini hatte zudem Schwierigkeiten, Pläne mit ausreichendem Folat- und Eisengehalt zu erstellen – beide Nährstoffe sind in der Schwangerschaft essenziell.

Eine umfangreiche persönliche Beratung von Schwangeren können Chatbots Stand heute nicht leisten. Deren Ergebnisse sind oft nicht korrekt und im Vergleich zu den offiziellen Empfehlungen lückenhaft. Seriöse Informationen bieten Ernährungsfachkräfte sowie die Websites des Netzwerks Gesund ins Leben und der DGE.

Weitere Informationen:

Mössinger, J.; Kopp, L.; Podszun M. C. (2025): Evaluating the limits of AI-based nutritional advice for pregnant women from ChatGPT and Gemini. In: ErnahrungsUmschau 72 (12), AP 66-75. DOI: 10.4455/eu.2025.051. (PDF-Download)

gesund-ins-leben.de