Zeitenwende im BMLEH
Das unter anderem für Ernährung zuständige Ministerium hat einen neuen Namen. Aus dem BMEL ist das BMELH mit dem zusätzlichen Ressort Heimat geworden. Neu ausgerichtet ist auch die Ernährungspolitik unter dem Minister Alois Rainer. Die Philosophie des Ministeriums ist klar definiert. „Essen ist Genuss – und eine ausgewogene Ernährung ist das beste Rezept für eine gute Gesundheit.“ Nach der Phase versuchter Volkserziehung unter dem damaligen Minister Cem Özdemir, der mit dirigistischen Maßnahmen von Strafsteuern bis zu Werbeverboten liebäugelte, mit denen er es allerdings nicht einmal bis ins Kabinett schaffte, wird der Bürger wieder mit seiner eigenen Verantwortlichkeit ernst genommen. Essen ist individuell und Teil der Identität stellt Rainer fest. Geschmack, persönliche Vorlieben und regionale Traditionen haben damit wieder ihre Berechtigung. Die Menschen sollen essen, was ihnen schmeckt und sich nicht mit einer ideologisch verordneten Kost ernähren, um das Gefühl politischer Korrektheit zu verspüren. Freiheit ist auch bei der Ernährung das Motto. Der mündige Bürger wird auch beim Einkauf und in der Küche ernst genommen. Damit arbeitet das BMELH keineswegs gegen die vegetarische oder vegane Kost. Aber sie ist nicht mehr das Ziel einer durch Ideologie getriebenen Umerziehung. Die Ernährungs-Strategen sollten deshalb auch nicht aufschreien, wenn Alois Rainer sagt, dass auch in Kitas und Schulen Fleisch auf dem Menüplan stehen darf und sollte. Damit ist er durchaus fortschrittlich, weil jetzt auch die WHO verkündet hat, dass tierische Lebensmittel nicht tabu sind, sondern eine gute Ergänzung für vollwertige Kost. Vor allem für Kinder ist der politisch begründete Zwang zur rein pflanzlichen Kost nach Einschätzung der WHO problematisch.
Eine bisher ideologisch geprägte Ernährung wird wieder durch eine vernünftige und ausgewogene Ernährung abgelöst. Das ist es, was die Menschen trotz der früheren volkspädagogischen Vorgaben praktizieren. Essen soll schmecken und nicht politisch beruhigen. Das zeigt auch der Ernährungsreport 2025. Der Geschmack ist ein entscheidendes Kriterium. Es wird gerne gekocht und ausgewogen gegessen. Gemüse, Obst Milchprodukte wie Joghurt oder Käse gehören ebenso zu den Mahlzeiten wie Fleisch, Wurst oder Fisch. Eigentlich ist es ausbalanciert. Der neue Minister muss kein ideologisch fixierter Volkserzieher sein, sondern kann als ein Pragmatiker für gesunde Ernährung sein Ministerium führen. Hier ist in mancher Hinsicht weniger Dirigismus zu erwarten. Während sich die Engländer aktuell mit Strafsteuern für den Zucker beschäftigen und das mit der unbegründeten Hoffnung auf schlankere Kinder und Jugendliche verknüpfen, sind derart paternalistische Maßnahmen aus der Özdemir-Phase in Deutschland nicht zu erwarten. Die Zeiten ändern sich. Der eigenverantwortlich informierte Verbraucher darf es sich gut gehen lassen.
