Allergieratgeber

Was ist beim Umgang mit Allergien zu beachten? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Wie können Sie vorbeugen? Prof. Dr. Ulrich Wahn und Prof. Dr. Ludger Klimek frischen Ihr Wissen im Video „Allergieratgeber“ wieder auf und bringen Sie auf den aktuellen Stand der Allergieforschung!

Die Nase läuft, die Augen jucken, der Hals kratzt.  Wenn mit den ersten Sonnenstrahlen Frühlingsblüher ihre Köpfe durch die Erde stecken, haben zunehmend auch Schnupf- und Niesattacken Saison. Mehr als zwölf Millionen Menschen in Deutschland leiden mittlerweile unter Heuschnupfen, fast jeder dritte Deutsche allgemein unter  allergischen Beschwerden. Die Ursachen sind so vielfältig wie die Symptome und nicht jeder Schnupfen ist gleich eine Allergie. Bei länger anhaltenden Beschwerden sollte jedoch auch an eine allergische Reaktion gedacht und ein Arzt konsultiert werden. Bleibt eine Allergie unerkannt und unbehandelt, können  sich die Symptome verstärken und chronische Folgeerkrankungen wie Asthma entwickeln.

Haselnuss und Erle haben nach dem milden Winter bereits begonnen, ihren Blütenstaub zu verteilen. Besonders kritisch wird es für Pollen-Allergiker in den Monaten April und Mai, wenn neben Birken-, Gräser- und Getreidepollen die Kanada-Pappel den Samen der Fruchtkapseln mit Flughaaren in die Luft schickt. Vor allem nachts und bei körperlicher Anstrengung klagen Heuschnupfen-Patienten dann zunehmend auch über asthmatische Reaktionen, wie Husten und Brustenge  mit Atemnot. In diesen Situationen hilft ein schnell wirksames Notfallmedikament, das die Bronchien erweitert. Die meisten Asthmatiker benötigen jedoch eine medizinische Dauertherapie und tägliche inhalative Anwendungen. Bei Heuschnupfen helfen Antihistaminika, Augentropfen und spezielle Nasensprays.

Damit es aber gar nicht erst dazu kommt, ist Vorbeugen die beste Medizin. Dazu gehört, der Ursache der Beschwerden auf den Grund zu gehen. Neben der Vielzahl Pollen gibt es rund 20.000 der Wissenschaft bekannte allergieauslösende Substanzen, die von Tierhaaren über Hausstaubmilben und Schimmel bis hin zu Chemikalien und Nahrungsmitteln reichen. Nicht selten reagieren Allergiker auf mehrere Stoffe gleichzeitig, die sich biologisch oder chemisch sehr ähnlich sind. So zeigen Pollen-Allergiker mitunter auch auf bestimmte Obst- und Gemüsesorten allergische Reaktionen, wie Juckreiz in Mund und Rachen und Schwellung der Schleimhäute, Zunge oder Lippen. Bei Kindern sind häufig Kuhmilch, Hühnereiweiß, Weizen oder Soja Auslöser für Allergien.

Für den Behandlungserfolg ist es wichtig, die allergieauslösenden Stoffe auszumachen und soweit möglich zu meiden.

Erster Ansprechpartner hierbei ist der Hausarzt, idealerweise mit einer Zusatzausbildung zum Allergologen. Er kann je nach Symptomen und Beschwerden unterschiedliche Tests durchführen und die richtige Diagnose stellen. Je nach betroffenem Organ kann zusätzlich ein Augen-, Hals-Nasen-Ohren-, Haut- oder Lungenarzt zu Rate gezogen werden.

Häufigstes allergologisches Testverfahren ist der Prick-Test. Hierbei werden verschiedene Allergene in Tropfenform auf den Unterarm aufgetragen und mit einer Lanzette oder Nadel in die Haut geritzt. Reagiert der Patient auf eines der Allergene zeigt sich schon nach wenigen Sekunden auf der Haut  eine Rötung oder Quaddelbildung.Um das Ergebnis des Hauttestes abzusichern, kann ein Provokationstest angeschlossen werden, beispielsweise bei Nahrungsmittel- oder Arzneiunverträglichkeiten. Dabei wird das Allergen ins Auge oder auf die Mundschleimhaut getröpfelt.

Patienten, die jedoch zu schnellen und heftigen allergischen Reaktionen neigen, sollten einen Facharzt zu Rate ziehen und diese Tests möglicherweise stationär in einer Klinik mit entsprechender Fachabteilung durchführen lassen. In seltenen Fällen kann es zu Schwindel und Erbrechen, aber auch zu Atemnot und in Extremfällen zu einem anaphylaktischen Schock mit lebensbedrohendem Herz-Kreislauf-Versagen kommen. Dann ist schnelle medzinische Hilfe mit Adrenalin, Infusion und Cortison angezeigt.

Geben Hauttests keinen eindeutigen Aufschluss, wird der Arzt das Blut auf Antikörper,die gegen eine Allergie gebildet wurden, untersuchen. Ferner kann auch die im Blut vorhandene Menge Histamin Aufschluss über eine Allergie geben.

Nicht selten kommt es vor, dass sich im Blut keine Antikörper nachweisen lassen, der Patient dennoch auf bestimmte Nahrungsmittel, Parfüme oder andere Stoffe allergisch reagiert. Hierbei  handelt es sich um eine Nahrungsmittelunverträglichkeit beziehungsweise eine so genannte „Pseudo-Allergie“ mit ganz ähnlichen Symptomen und Krankheitsbildern, die ebenfalls ernst zu nehmen ist. So ist beispielsweise bei einer Gluten-Unverträglichkeit eine lebenslange Diät einzuhalten.
Werden Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten früh erkannt, ist der Behandlungserfolg groß. Gerade bei Kindern kann eine strikte Meidung der die Beschwerden auslösenden Substanz dazu führen, dass sich die Unverträglichkeit im Laufe des Lebens verliert.

Quelle: Redaktion Mediaplanet Verlag

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