Rückstände von Pflanzenschutzmitteln im Fruchtfleisch von Zitrusfrüchten?

„Das Ergebnis vorweg: Rückstandshöchstmengen von Pflanzenschutzmitteln sind im Fruchtfleisch von Zitrusfrüchten nicht überschritten worden.“, sagt Helmar Tardel, Abteilungsleiter Schadstoff- und Rückstandsanalytik des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei M-V in Rostock.

Für 26 Proben Orangen, Pomelo, Madarinen/Clementinen, davon 19 Proben aus konventionellem Anbau, sieben aus ökologischem Anbau liegen im LALLF Analyseresultate vor. Sie sind Teil eines Monitoringprojektes in Deutschland. Es werden Informationen gesammelt, wie stark die Schale und das ausschließlich verzehrte Fruchtfleisch mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln belastet sind.

Nachgewiesen wurden in allen Zitrusfrüchten 27 verschiedene Rückstände: acht bei den Pomelos, 14 verschiedene Stoffe in Orangen und 12 in Mandarinen.

Nach dem Entfernen der Schale war im Fruchtfleisch der Pomelo-Proben kein chemischer Rückstand mehr nachweisbar. Bei den Orangen ergaben die Tests noch in sieben der zehn Proben Rückstände. Es handelte sich um vier verschiedene Stoffe mit sehr geringen Gehalten, alles Fungizide (Mittel zur Behandlung von Pilzbefall) – drei davon typische Schalenkonservierungsmittel.

Schlussfolgernd kann festgestellt werden, dass bei den Orangen im Fruchtfleisch nach dem Schälen:

o von 10 Proben noch 7 Proben Rückstände aufwiesen (70 %),
o von 14 verschiedenen Wirkstoffen in den Orangen noch 4 nachweisbar waren (29 %),
o durchschnittlich im Fruchtfleisch noch 14,3 % des Gehaltes der Schalenbehandlungsmittel nachgewiesen werden konnten.

Studien des Bundesinstituts für Risikobewertnug Berlin (BfR) hatten vor einigen Jahren ergeben, dass das Fruchtfleisch ohne Schale im Vergleich zur Gesamtfrucht mit Schale etwa 18 % der Rückstandsgehalte aufweist. Damit liegen die Ergebnisse aus den Laboren des LALLF mit etwa 14 % in diesem dokumentierten Bereich.

„Die Ergebnisse verdeutlichen, dass der Verbraucher mit dem Fruchtfleisch von Zitrusfrüchten nur einen geringen Anteil Rückstände von Pflanzenschutzmitteln aufnimmt.

Um die Übertragung der Rückstände von der Schale auf das Fruchtfleisch zu minimieren, erscheint ein Händewaschen nach dem Schälen und vor dem Verzehr der Früchte sinnvoll. Ergänzt werden kann das durch das Waschen der Zitrusfrüchte vor dem Schälen.“, ergänzt Tardel.

Eine weitere Alternative ist der Verzehr von Ökofrüchten. In den parallel untersuchten sieben Zitrusfruchtproben aus dem kontrolliert biologischen Anbau sind keine Rückstände nachgewiesen worden.

Hintergrund

Schalenkonservierungsmittel (Nacherntebehandlungsmittel) sind Fungizide (Mittel gegen Pilzbefall), die häufig auch zusammen mit verschiedenen Wachsen auf die Schalen von Zitrusfrüchten aufgebracht werden, um einen Verderb der Früchte auf dem Transport und während der Lagerung zu vermeiden. Das Wachsen nimmt man vor, damit die Früchte nicht so schnell austrocknen. Danach sind die Schalen für den menschlichen Verzehr nicht mehr geeignet. Deshalb muss diese Nacherntebehandlung beim Verkauf für den Verbraucher deutlich sichtbar kenntlich gemacht werden.

Zur Sicherheit der Verbraucher und wegen der speziellen Schalenbehandlungsmethoden werden Zitrusfrüchte als komplette Früchte untersucht (also das Fruchtfleisch und die Schale). Somit sind auch die Höchstgehalte für die Früchte inklusive Schale festgelegt.

Pressekontakt:
Dr. Antje Krüger
Öffentlichkeitsarbeit
Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern
Thierfelderstraße 18
18059 Rostock
Tel.: 0381 – 4035 – 640
Fax: 0381 – 400 151 0
www.lallf.de

Quelle: LALLF

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