Lebensmittelüberwachung in Rheinland-Pfalz: 2015 jede neunte Probe beanstandet

In Rheinland-Pfalz wurde bei amtlichen Untersuchungen im letzten Jahr jede neunte Lebensmittelprobe beanstandet. Das teilte Umwelt- und Ernährungsministerin Ulrike Höfken heute in Mainz mit. Gemeinsam mit Dr. Gabriele Luhofer, der stellvertretenden Leiterin des Landesuntersuchungsamtes (LUA), stellte sie die jährliche Bilanz der Lebensmittelüberwachung vor.

„Die gute Nachricht für die Verbraucherinnen und Verbraucher im Land ist, dass es im vergangenen Jahr in Rheinland-Pfalz keine Lebensmittelskandale gab. Gesundheitsgefahren und Irreführungen gab es aber trotzdem. Die Lebensmittelüberwachung muss auch in vermeintlich ruhigen Zeiten wachsam sein“, so Höfken.

Entnommen wurden die vom LUA untersuchten Proben von den 129 Lebensmittelkontrolleuren der Kommunen und den 23 Weinkontrolleuren des LUA. Zusammen haben diese im Jahr 2015 rund 44.500 Kontrollbesuche in über 26.000 rheinland-pfälzischen Betrieben absolviert. 2015 hat das LUA 20.331 Proben von Lebensmitteln, Bedarfsgegenständen und Kosmetika quer durch den Warenkorb untersucht, von der Tiefkühlpizza bis zum Feldsalat. 2.300 Proben entsprachen nicht den gesetzlichen Vorgaben. „Insgesamt lag die Beanstandungsquote bei 11,3 Prozent und ist gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgegangen“, führte Höfken aus.

39 der Proben mussten als gesundheitsschädlich eingestuft werden. Das komme mit 0,19 Prozent zwar selten vor, zeige aber. wie wichtig die Arbeit der Lebensmittelüberwachung nach wie vor sei, erläuterte Luhofer. So wurde unter anderem auch ein Nahrungsergänzungsmittel mit einer gefährlich hohen Konzentration einer leistungssteigernden Substanz beanstandet, oder Hirsebällchen mit hohen Werten von Tropanalkaloiden – das sind natürlich vorkommenden Pflanzengiftstoffen.

In 17 Fällen wurden krankmachende Keime gefunden. Zum Beispiel wurden in sechs Rohmilchkäsesorten besonders gefährliche Coli-Bakterien nachgewiesen. Listerien oder Salmonellen fanden sich sowohl in Rohmilchkäse als auch in Backwaren, geräucherten Forellen und Mettwurst. Spitzenreiter bei den Beanstandungen seien nach wie vor die Zuckerwaren mit 20,6 Prozent, so Luhofer. Dahinter verbergen sich zum Beispiel fehlende oder unvollständige Angaben zu den verwendeten Farbstoffen.

Platz zwei bei den Beanstandungen belegen mit 19,9 Prozent die Fertiggerichte. Unter anderem war auf den Speisekarten von asiatischen Imbissläden die Verwendung von Glutamat gar nicht oder nicht korrekt kenntlich gemacht. „Das kann für Menschen mit einer Unverträglichkeit gegenüber Glutamat sehr unangenehm werden“, sagte Luhofer.

Die ausführliche Bilanz der Lebensmittelüberwachung gibt es bei den Publikationen

Hier geht es zum tabellarischen Jahresbericht für das Jahr 2015

Quelle: LUA Rheinland-Pfalz

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