So essen die Deutschen

So essen die Deutschen

Wie die Deutschen essen, das versucht alljährlich das BMEL (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) in einem Ernährungsreport zu beantworten.

Ergebnisse des Ernährungsreports 2018 des BMEL

Für dieses Jahr legte der Report einen besonderen Fokus auf die Verpflegung außer Haus. 43 Prozent der Menschen in Deutschland essen regelmäßig auswärts. So lautet das zentrale Ergebnis des Ernährungsreports 2018 der forsa-Befragung im Auftrag des BMEL zu Ernährungsgewohnheiten, -wünschen und -trends in Deutschland.

Ein Fünftel geht einmal oder mehrmals in der Woche außer Haus essen. Drei Viertel der Befragten besucht mindestens einmal monatlich ein Restaurant. Und knapp ein Viertel der Deutschen besorgt sich zumindest einmal in der Woche Snacks wie belegte Brötchen.

Ein weiteres wichtiges Ergebnis des Ernährungsreports 2018 lautet: Ernährungsbildung im Stundenplan wünschen sich 91 Prozent der Deutschen. Ernährungsunterricht in der Schule wird ebenso bedeutsam angesehen wie die Fächer Mathematik, Deutsch oder Englisch.

Entsprechend forderte Bundesminister Christian Schmidt (CSU) anlässlich der Vorstellung des Reports Anfang 2018: „Ernährungsbildung gehört fest verankert in die Stundenpläne – am besten als eigenes Schulfach.“ Dort, wo entsprechende Unterrichtsangebote bestehen, werden diese in aller Regel von den Schülerinnen und Schülern gut angenommen.

Zu den weiteren Ergebnissen zählten:

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher nehmen Informationen zu Herkunft, Zusammensetzung und Produktion von Lebensmitteln bewusst auf und berücksichtigen diese bei ihren Kaufentscheidungen.

Zwei Drittel der Befragten nannten vor allem Ihre Sorge um das Tierwohl als wichtigen Anspruch an die Landwirtschaft.

Die Ergebnisse des Ernährungsreports 2018 im Einzelnen finden Sie hier:

So viel (zu viel) Fleisch essen die Deutschen

Fleischkonsum wird von Vegetariern und Veganern grundsätzlich in Frage gestellt. Aber auch viele gesundheitsbewusste Menschen reduzieren den Anteil von Fleisch und Fleischprodukten in ihrer Ernährung. Die Gründe sind vielfältig. Genannt werden:

  • schlechte Tierhaltung
  • Umwelt und Ressourcenverbrauch
  • exzessive Antibiotika-Behandlung
  • mangelnde Fleischqualität

Doch immer noch ist der Durchschnittsverbrauch von 60 Kilogramm Fleisch pro Kopf in Deutschland nach Meinung von Ernährungsexperten viel zu hoch. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) formuliert in ihren 10 Regeln, wie sich Verbraucher ausgewogen und genussvoll im Alltag ernähren können. Neben ernährungsphysiologischen Kriterien berücksichtigen die Regeln auch präventive sowie nachhaltige Aspekte.

Pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst und Vollkornprodukte sollen danach den größten Anteil am Ernährungsplan besitzen. Hinzu kommen ausreichend Milchprodukte und Fisch, ergänzt durch wenig Fleisch.

Um Verbrauchern beim der Kontrolle ihres Fleischkonsums eine Hilfestellung zu bieten, hat das Portal blitzrechner.de ein Online-Tool entwickelt. Hier können sich Fleischesser anzeigen lassen, wie viele Tiere für den persönlichen Fleischkonsum geschlachtet werden mussten und wie viel Antibiotika und Ressourcen für die Zucht eingesetzt wurden. Vegetarier und Flexitarier dagegen können ausrechnen, wie viele Tierleben sie gerettet haben und wie sehr die Umwelt entlastet wurde.

Vorlieben der Großstadtmenschen

Einer anderen Frage hinsichtlich der Ernährungsgewohnheiten der Deutschen hat sich die Lifestyle-Plattform Groupon zugewendet. In einer Erhebung wurde ermittelt, wie häufig und gerne Großstädtern außer Haus essen gehen bzw. sich Mahlzeiten beschaffen.

Das Frühstück außerhalb der eigenen vier Wände gehört dabei auf Platz eins der Beliebtheitsskala. Dahinter folgen auf Platz zwei Burgergerichte und auf drei japanisches Sushi. Die gute, alte deutsche Küche folgt erst danach.

Über die Hälfte aller Deutschen essen zu wenig Obst

Dies ist das Dauerthema in Sachen (falscher) Ernährung der Deutschen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung(DGE) empfiehlt 5 Portionen Obst und Gemüse täglich zu essen. Doch dieses Ziel erreichen nur Wenige. Belegt wurde das bereits durch die im Jahr 2013 veröffentlichte „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ (DEGS) des Robert Koch-Instituts. Um geändert hat sich bis heute wenig.

In der Studie hatte das Bundesinstitut unter anderem überprüft, wie hoch der aktuelle Obst- und Gemüsekonsum tatsächlich ist. Das Ergebnis: Frauen konsumieren 3,1 Portionen Obst und Gemüse, Männer 2,4. Die empfohlenen 5 Portionen schaffen jedoch nur 15 Prozent der Frauen und sieben Prozent der Männer.