Beim Schulessen hat die Politik mal wieder versagt!

Eine neue Runde der Preisdiskussion um die Schulverpflegung wurde in der Hauptstadt eingeleitet.

In Berlin wurden gestern Modellrechnungen zu Kosten für die Bereitstellung beim Schulessen vorgelegt.  Die KuPS-Studie wurde von der DGE im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) durchgeführt, mit dem Ziel mehr Transparenz über die Verteilung und Zusammensetzung der Kosten in der Schulverpflegung zu erhalten.

Betrachtet wurden dabei u.a. die Kosten und Wirtschaftlichkeit verschiedener kommunaler Konzepte sowie der Einfluss der Umsetzung des DGE-Qualitätsstandards für die Schulverpflegung an den Ganztagsschulen mit ihren 3 Millionen Schüler*innen. Außen vor blieben die restlichen 5 Millionen und deren Schulessens-Situation.

Das DNSV dazu: In den letzten Jahren wurde versucht das Thema Qualität der Schulverpflegung in den Mittelpunkt der Diskussion zu stellen; nun sind wir wieder bei der Preisdiskussion angelangt! Ministerin Julia Klöckner (CDU) betonte dazu, „dass gesundes Essen eben nicht teurer sein muss“. Es gebe diverse Einsparungsmöglichkeiten, etwa bei den Energiekosten. So könnten Schulen in Sachen Ernährung wichtige Standards setzen. Die Verantwortung für die Preise wird diesmal und das ist das Neue, nicht auf die Caterer, sondern direkt auf die Schulen abgewälzt! Mit vier Cent mehr wird das nicht machbar sein, bei Preisen die zum Teil nach wie vor noch unter 3 € liegen.

Fazit

Beim Schulessen hat auch diesmal wieder der Staat versagt. In Sachen Schulverpflegung könnte Deutschland von Finnland lernen. Dort schreibt das Schulgesetz vor, dass jedes Kind ein Mittagessen erhält – und zwar kostenlos. Finanziert wird das durch Steuergelder. Das DNSV fordert ein Schulgesetz, das vorsieht: „Jedes Kind soll ein kostenloses Mittagessen bekommen.“ Die Regierung muss endlich Geld in das System geben, statt Kampagnen zu finanzieren: 2019 allein wieder zwei Millionen Euro.

Die Gewerkschaft Nahrung Genuss-Gaststätten  fordert die Einführung eines Schulfaches Ernährung. Die Bundesernährungsministerin verweist dabei auf die Zuständigkeit der Länder bei diesem Thema, hält das aber grundsätzlich nicht für zwingend notwendig. Das DNSV fordert dazu die Aufhebung des Kooperationsverbotes und die Einführung eines Schulfaches „Ernährungs- und Verbraucherbildung“. Schulverpflegung ist mehr als nur eine warme Mittagsmahlzeit!

DGE-Studie zu Kosten-und Preisstrukturen in der Schulverpflegung (KuPS)

Quelle: Deutsches Netzwerk für Schulverpflegung e.V. (DNSV)

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