Teltower Rübchen: Schon Goethe schätzte das würzige Aroma

Teltower Rübchen
Foto: Karpe~commonswiki – CC BY 2.5

Das Teltower Rübchen ist ein besonderes Gemüse. Das liegt nicht nur an seinem außergewöhnlichen Aroma von würzig-süß bis leicht pikant, sondern auch an seiner Geschichte. Sie begann in der Region um das Städtchen Teltow, das nicht weit von Berlin in Brandenburg liegt. Bereits im 17. Jahrhundert wurden die weißen Wurzeln auf den mageren Sandböden angebaut. Sie dienten in den kargen Wintermonaten als zusätzliche Nahrung und waren eher ein „Arme-Leute-Essen“.

Mit der Zeit wurde das schmackhafte Rübchen aber auch überregional bekannt. Nach Erzählungen kostete Goethe das Wurzelgemüse in Berlin und war so begeistert, dass er es sich nach Weimar schicken ließ. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts kam die „Navet de Teltow“ mit dem Sieg von Napoleon über die Preußen sogar an den Hof des französischen Kaisers und war bei den Adligen hochgeschätzt.

Mit der fortschreitenden Industrialisierung verlor der Anbau wieder an Bedeutung. Zu DDR-Zeiten war das Rübchen aufgrund der mühsamen Ernte und der geringen Erträge für Großbetriebe nicht lohnend. Allein die Hobbygärtner hielten an dem Traditionsgemüse fest. Nach der Wende wurde der Anbau wiederbelebt, sodass das Rübchen heute im Raum Teltow und in wenigen anderen Gebieten Deutschlands kultiviert wird.

Teltower Rübchen sind schlank kegelförmig und haben ein hellbeiges, mehliges Fleisch, das der Kartoffel ähnlich ist. Sie sind etwa sieben Zentimeter lang sowie drei bis vier Zentimeter dick. Wer die unscheinbare Spezialität auf dem Wochenmarkt entdeckt, sollte sich kleine, feste Wurzeln mit einer glatten Schale aussuchen. Dann sind sie besonders aromatisch.

Traditionell werden die kleinen Rüben glasiert als Beilage zu Fleischgerichten wie Steak oder Geflügel serviert. Dazu wird das Wurzelgemüse gewaschen, geschält und als Ganzes in Salzwasser für 15 Minuten bissfest gekocht. Anschließend in der Pfanne Butter und Zucker bräunen, mit Brühe ablöschen und die Rübchen darin glasieren. Das ergibt einen interessanten Kontrast. Die Wurzeln können aber auch ganz schlicht in Butter und etwas Weißwein gedünstet werden. Außerdem schmeckt die Brandenburger Spezialität roh im Salat, überbacken im Gratin und mit Kartoffeln in einer feinen Cremesuppe. Wertvolle Inhaltsstoffe sind unter anderem Vitamin C, Magnesium, Kalzium, Jod und Eisen.

Quelle: Heike Kreutz, www.bzfe.de

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