Nahrungsergänzung für Kinder: überflüssig und teuer

Immer mehr Eltern möchten ihre Kinder mit einer Nahrungsergänzung in ihrer Entwicklung unterstützen. Das lässt eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens aposcope vermuten, an der Mitte Oktober 151 Apotheker und pharmazeutische Fachkräfte teilnahmen. Vor allem das Interesse an Präparaten zur Stärkung der Abwehrkräfte ist hoch.

Häufig enthalten Nahrungsergänzungen für Kinder eine Kombination aus Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Sie sind verpackt als fruchtige Lutschtabletten, Bonbons, Bärchen und süße Säfte.

Die meisten Eltern kaufen in der Apotheke Nahrungsergänzungsmittel, um das Immunsystem ihrer Kinder zu stärken (93 %), die Konzentration zu fördern (56 %) und Wachstum sowie Knochenentwicklung zu unterstützen (20 %). Besonders hoch ist der Bedarf bei Heranwachsenden im Alter von 3 bis 6 Jahren (57 %) und von 6 bis 12 Jahren (56 %), hat die Befragung gezeigt. Jeder zweite Apotheker gibt an, dass die Nachfrage in den vergangenen fünf Jahren zugenommen hat.

„Kinder brauchen in der Regel keine Nahrungsergänzungsmittel“, stellt Harald Seitz, Ernährungswissenschaftler am Bundeszentrum für Ernährung, klar. „Das einfache Rezept für eine gesunde Entwicklung ist eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Flüssigkeit, viel Schlaf und Bewegung. Obst, Gemüse und Vollkornprodukte liefern alle notwendigen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.“ „Ein Kind darf auch mal Kind sein, wird mal krank und hat nicht nur Bestnoten in der Schule. Da helfen auch keine Pillen“, ergänzt Seitz.

Häufig sind Nahrungsergänzungsmittel nicht nur überflüssig und teuer, sondern auch überdosiert, hat ein Marktcheck der Verbraucherzentralen ergeben. So können sich fettlösliche Vitamine wie Vitamin A und D im Körper anreichern und zu Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen und Übelkeit führen. Um gesundheitliche Risiken zu vermeiden, sollten Nahrungsergänzungen nur in Rücksprache mit einem Kinderarzt eingenommen werden.

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Quelle: Heike Kreutz, BZfE

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