Stellungnahme des DIÄTVERBANDes zu Ökotest-Befunden von sog. ‚Mineralölrückständen‘ in Säuglingsanfangsnahrungen

Unerwünschte Substanzen in Lebensmitteln, die häufig als sog. ‚Mineralöle‘ bezeichnet werden‚ jedoch nichts mit dem landläufigen Begriff „Maschinenöl“ zu tun haben, bestimmen seit geraumer Zeit immer wieder die Schlagzeilen. So hat Ökotest in seinem neuesten Jahrbuch 2020 „Kinder und Familie“ erneut über vermeintlich positive Befunde von Spuren an mineralölbasierten aromatischen Kohlenwasserstoffen („MOAH“) in Babynahrung berichtet.

1. Die Babynahrungen der im DIÄTVERBAND zusammengeschlossenen Herstellern von Säuglingsanfangs- und Kleinkindernahrungen sind sicher und entsprechen sämtlichen lebensmittelrechtlichen Vorschriften. Eltern sollten sich durch die aktuelle Berichterstattung nicht verunsichern lassen.

2. Selbstverständlich nehmen die Hersteller jeden Hinweis ernst und gehen diesen nach. Weder auf Grundlage der routinemäßigen Qualitätskontrollen noch mittels umfassender Nachuntersuchungen unter Einbeziehung renommierter externer Analysenlaboratorien können die vermeintlich positiven Befunde von Ökotest bestätigt werden.

3. Ökotest wurde mitgeteilt, dass ihre Befunde nicht bestätigt werden können. Die Zeitschrift erklärte dazu, an ihren Ergebnissen gleichwohl festzuhalten und zudem an keinerlei Austausch der eingeschalteten Analysenlaboratorien interessiert zu sein.

4. Wichtig festzuhalten ist, dass die Analytik von MOAH ausgesprochen herausfordernd ist und hohe Sachkenntnis erfordert, insbesondere bei komplexen Lebensmitteln wie Säuglingsnahrungen. So ist es beispielsweise entscheidend, dass über Bestätigungsschritte auch falsch positive Ergebnisse ausgeschlossen werden müssen. Ökotest verzichtet nicht nur auf die Darstellung dieser Unsicherheiten der Analytik, sondern behauptet sogar, dass ihre Ergebnisse „zweifelsfrei“ seien.

5. Die komplexe Analytik hat die europäischen und nationalen Behörden jüngst (November 2019) dazu veranlasst mit einem internationalen Expertengremium eine Klärung herbeizuführen und einheitliche Analysenstandards festzulegen, um zukünftig Unsicherheiten über widersprüchliche Werte auszuräumen und allgemeine Verunsicherung zu vermeiden. Diesen Schritt begrüßt der DIÄTVERBAND ganz außerordentlich, weil damit im Sinne von Eltern eine rückhaltlose Aufklärung und größtmögliche Klarheit herbeigeführt werden kann.

6. Auch Ökotest war zu dem Expertengremium eingeladen, um ihre Ergebnisse beizutragen, die in Widerspruch zu anderen Erkenntnissen stehen. Im Gegensatz zu namhaften Laboratorien und nationalen Behörden ist Ökotest dieser Einladung der Europäischen Kommission und des Gemeinsamen Europäischen Forschungszentrums (JRC) bedauerlicherweise nicht gefolgt. Dies kann nur so verstanden werden, dass Ökotest nicht an einer sachgerechten Aufklärung interessiert ist.

Pressekontakt:
Bundesverband der Hersteller von Lebensmitteln für eine besondere Ernährung e. V.
Godesberger Allee 142 -148, 53175 Bonn
Tel. 0228-30851-0

Quelle: Diätverband

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