Was essen bei Leaky Gut?

„Leaky Gut“ bezeichnet eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmbarriere. Als eigenständiges Syndrom mit einer allgemein gültigen Ernährungstherapie ist der Begriff jedoch nicht eindeutig medizinisch definiert.

Frau hält sich wegen Bauchschmerzen den Bauch
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Die Darmbarriere trennt den Darminhalt vom Körper. Ihre Durchlässigkeit lässt sich in der Forschung messen und kann sich bei bestimmten Erkrankungen verändern. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass unspezifische Beschwerden wie Blähungen, Müdigkeit oder Bauchschmerzen durch ein „Leaky-Gut-Syndrom“ verursacht werden.

Was ist wissenschaftlich gesichert?

Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2024 wertete zwölf Ernährungsstudien zur Darmdurchlässigkeit bei gesunden Menschen aus. Die Autoren fanden keine belastbaren Belege dafür, dass die untersuchten Ernährungsmaßnahmen die Darmdurchlässigkeit eindeutig erhöhen oder senken. Auch die Aussagekraft einzelner kommerzieller Tests ist begrenzt; Ergebnisse sollten daher ärztlich eingeordnet werden.

Was kann man bei Beschwerden essen?

Eine spezielle „Leaky-Gut-Diät“ ist nicht belegt. Sinnvoll ist zunächst eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung, die individuell vertragen wird. Dazu können Vollkornprodukte, Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst, Nüsse und pflanzliche Öle gehören. Ballaststoffreiche Lebensmittel sollten bei empfindlichem Darm schrittweise gesteigert werden.

Fermentierte Lebensmittel wie Naturjoghurt, Kefir oder Sauerkraut können Teil einer ausgewogenen Ernährung sein. Sie sind jedoch keine nachgewiesene Behandlung einer erhöhten Darmdurchlässigkeit. Ebenso gibt es keinen allgemeinen Grund, Gluten, Milchprodukte, Soja, Mais oder Obst vollständig zu meiden.

Wann sind Einschränkungen sinnvoll?

Gluten sollte konsequent gemieden werden, wenn eine Zöliakie diagnostiziert wurde. Bei einer nachgewiesenen Laktoseintoleranz richtet sich die verträgliche Menge nach der individuellen Reaktion. Weitreichende Auslassdiäten ohne Diagnose können die Lebensmittelauswahl unnötig einschränken und sollten nicht auf eigene Faust begonnen werden.

Stark zuckerreiche Getränke, viel Alkohol und ein hoher Anteil stark verarbeiteter Lebensmittel sind auch unabhängig vom Begriff „Leaky Gut“ keine Grundlage einer ausgewogenen Ernährung. Einzelne Lebensmittel „reparieren“ die Darmbarriere jedoch nicht.

Wann ärztlich abklären?

Anhaltende oder starke Bauchschmerzen, Blut im Stuhl, ungeklärter Gewichtsverlust, Fieber, nächtliche Beschwerden oder länger dauernder Durchfall gehören ärztlich abgeklärt. Das gilt ebenfalls, wenn Beschwerden zu erheblichen Ernährungseinschränkungen führen.

Dieser Beitrag ist Teil des Themenfeldes: Das Mikrobiom: Wie fermentierte Lebensmittel die Darmgesundheit steuern.

Redaktionell durch food-monitor aktualisiert am 5. September 2026.

Quelle: pubmed.ncbi.nlm.nih.gov