Ermitteln von Laktose-Grenzwert kann Genuss von Milchprodukten möglich machen

Milch genießen trotz Unverträglichkeit? f.eh rät zu persönlicher Beratung und individuell bewussterem Umgang mit Unverträglichkeiten.

Rund 75 Prozent der Weltbevölkerung und immerhin 15 bis 25 Prozent der Österreicher leiden unter einer Unverträglichkeit von Milchzucker (Laktose). Der Großteil der Betroffenen verzichtet daher auf Milch und Milchprodukte und damit auf den wichtigsten Kalzium-Lieferanten. Kommt es dadurch zu einem Kalziummangel, kann sich das bei Kindern negativ auf den Knochen- und den Zahnaufbau auswirken.

Fehlt es Erwachsenen an Kalzium, steigt das Risiko für Osteoporose deutlich. Das forum. ernährung heute (f.eh) empfiehlt Betroffenen daher, sich individuell beraten zu lassen, denn manche Personen reagieren bereits auf 3 g Laktose, andere vertragen Mengen bis zu 24 g. Zum Vergleich: Im Durchschnitt werden in Mitteleuropa täglich zwischen 35 und 40 g Milchzucker konsumiert.

„Viele wissen nicht, dass die eigene Toleranzgrenze deutlich über dem absoluten Verzicht liegt. Laut einem Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA vertragen viele Betroffene bis zu 12 g Laktose und damit einen kleinen Becher Naturjoghurt problemlos“, so Marlies Gruber, Geschäftsführerin des f.eh.

Sie fordert daher auch eine Bewusstseinsbildung in Schulen und Kindergärten: „Das könnte Ängste beseitigen und Betroffenen ermöglichen, sich unvoreingenommen dem Thema Unverträglichkeiten zu nähern. Wissen sie ihre persönliche Toleranzgrenze und in welchen Produkten Laktose enthalten ist, können sie Milchprodukte in Maßen genießen. Das ermöglicht ihnen ein gesundes und genussvolles Leben.“

Laktasemangel als Ursache

Die Ursache einer Laktose-Unverträglichkeit ist ein Mangel des Enzyms Laktase im Dünndarm, wodurch der Milchzucker nicht in die Einfachzucker Glukose und Galaktose gespalten werden kann. In der Folge landet der unverdaute Milchzucker im Dickdarm. Die dort angesiedelten Bakterien verstoffwechseln ihn zu Gasen wie Kohlendioxid und Wasserstoff, die je nach individueller Empfindlichkeit zu Beschwerden wie Völlegefühl, Bauchschmerzen oder Blähungen führen können.

Außerdem verwandeln die Bakterien den Milchzucker zu kurzkettigen Fettsäuren, die den osmotischen Druck erhöhen und so Wasser ins Darminnere ziehen, weshalb Betroffene nach der Aufnahme von Laktose häufig an Durchfall leiden. Eine Milchzucker-Unverträglichkeit tritt meistens zwischen dem 2. und 20. Lebensjahr auf.

Am häufigsten handelt es sich um einen erworbenen Laktasemangel. Weitere Ursachen sind eine sehr selten auftretende erbliche Stoffwechselerkrankung – der primäre neonatale Laktasemangel –, der entwicklungsbedingte Laktasemangel bei Frühgeburten sowie der sekundäre Laktasemangel, dem eine Darmschleimhaut-schädigende Erkrankung wie Zöliakie und Morbus Crohn vorausgeht.

Quelle: forum. ernährung heute (f.eh)

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