Ei-Ersatzprodukte: Verbraucherzentrale NRW prüft Inhaltsstoffe und Nährwerte

  • Fertige Ei-Ersatzprodukte sind eine unkomplizierte Möglichkeit, Eier zu ersetzen, haben aber auch Nachteile.

  • Bessere Kennzeichnung von Herkunft und Ersatzzutat wünschenswert.

  • Es gibt andere pflanzliche Alternativen wie Apfelmus oder Bananen.

Ei-Ersatzprodukte
Foto: Verbraucherzentrale NRW

Wer beim Backen von Makronen, Spritzgebäck, Kuchen & Co oder beim Zubereiten von Aufläufen, Pfannkuchen, Soßen und anderen Gerichten auf Eier, aber nicht auf deren Eigenschaften verzichten möchte, findet im Handel zahlreiche Ei-Ersatzprodukte. Sie sind relativ einfach in der Anwendung und kosten teilweise etwas weniger als Eier. Ihr Nährstoffgehalt reicht nicht an den von Eiern heran. Zudem stecken immer Zusatzstoffe drin.

Beim Backen und Kochen kann man heute gut auf Eier verzichten – sei es aus Neugierde, wegen Unverträglichkeiten, für mehr Tierschutz oder aufgrund einer veganen Ernährungsweise. Als Alternative gibt es zahlreiche Ei-Ersatzprodukte, die die Koch- und Backeigenschaften von Eiern ersetzen oder Zubereitungen aus Ei wie Omelett oder Rührei imitieren sollen. Doch was taugen diese pflanzenbasierten Angebote? Ein Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW zeigt neben Verbesserungspotenzialen, worauf Verbraucher:innen beim Kauf achten sollten.

Grundsätzlich bestehen die meisten Ei-Ersatzprodukte hauptsächlich aus Stärke und pflanzlichen Proteinen, meist pulverförmig zum Anrühren, teils verzehrfertig im Kühlregal. Die Bindung und Lockerung im Teig gelingt je nach Produkt damit ebenso wie Panieren, luftiges Aufschlagen oder Anbraten in der Pfanne. Die geprüften Ei-Alternativen sind relativ einfach anzuwenden, in Pulverform lange haltbar und zur Vorratshaltung geeignet. Allerdings handelt es sich um industriell verarbeitete, zusammengesetzte Lebensmittel.

„Unsere Marktstichprobe zeigt, dass ausnahmslos alle geprüften Produkte mindestens ein bis zwei Zusatzstoffe enthalten, auch die Bio-Produkte”, sagt Nora Dittrich, Lebensmittelexpertin der Verbraucherzentrale NRW. „Das ist in der Zutatenliste erkennbar.” Enthalten sind etwa Verdickungsmittel, Emulgatoren oder Backtriebmittel. Auch gaben zwar alle Produkte direkt auf der Vorderseite an, dass es sich um Ei-Ersatz handelt und die meisten wiesen dort auf den veganen Charakter hin, aber bei vielen Ei-Ersatzprodukte ist der verwendete Hauptrohstoff nicht auf den ersten Blick ersichtlich.

In Sachen Nährstoffe sind Ei-Ersatzprodukte den Hühnereiern unterlegen. Während sich Eier durch eine große Nährstoffdichte auszeichnen und neben hochwertigem Protein auch viele wichtige Vitamine und Mineralstoffe, aber auch Fett und Kilokalorien liefern, sind die pulverförmigen Ersatzprodukte überwiegend nährstoffarm. Sie sind meist eher eine „technologische“ Unterstützung beim Backen und Kochen, weniger ein Nährstofflieferant.

Bessere Kennzeichnung der Herkunft und des Hauptrohstoffs

Ein wichtiger Aspekt der Nachhaltigkeit ist die Herkunft der maßgeblich verwendeten Rohstoffe. Leider gab nur ein Produkt der Marktstichprobe ansatzweise dazu eine Information. „Die Herkunft der entscheidenden pflanzlichen Rohstoffe sollte grundsätzlich angegeben werden, da dies den Verbraucher:innen eine wichtige Orientierungshilfe für den nachhaltigen Einkauf gibt”, sagt Nora Dittrich.

„Darüber hinaus wäre es für Verbraucher:innen hilfreich, wenn direkt auf der Vorderseite der Hauptrohstoff bzw. die Ersatzzutat gut sichtbar angegeben würde, etwa ,mit Erbsenprotein’ oder ,auf Süßlupinenbasis’.“ Die Hersteller sollten zudem zwingend rechtliche Vorgaben beachten und auch bei Ei-Ersatzprodukten auf unzulässige nährwertbezogene Angaben wie „cholesterinfrei” verzichten. Hier identifizierte die Marktstichprobe einzelne unzulässige Angaben.

Tipp: Eier ganz natürlich ersetzen

So lassen sich Eier oder Eiklar in Gerichten und Gebäck auch ohne Fertigprodukte ersetzen: Apfelmus (60g pro Ei), Bananen (eine halbe pro Ei) oder Leinsamen (für ein Ei 1 EL mit 3 EL Wasser mischen). Auch Stärkemehl, Essig, zarte Haferflocken oder Kichererbsenwasser sind geeignet.

Alle Infos zum Marktcheck Ei-Ersatz

Quelle: Verbraucherzentrale NRW

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