„Flüssiges Obst“ im Expertentest

DLG-Testzentrum Lebensmittel bewertet 665 Fruchtgetränke – Qualitätsprüfung in Groß-Umstadt

Weltweit verzeichnen nichtalkoholische Getränke das größte Wachstum im Getränkebereich. Ein Trend, der zu einer immer größeren Produktvielfalt im Markt führt. Neben verbraucherfreundlichen Verpackungsformen, dominieren die großen Ernährungstrends „Wellness“, „Functional Food“ sowie neue Geschmackskombinationen. Entwicklungen, die auch das Spektrum, der von den DLG-Experten getesteten Produkte prägen. 45 Sachverständige bewerten in diesem Jahr die Qualität von 665 Produkten, darunter Fruchtsäfte, Nektare, Schorlen und Smoothies. Aber auch Obst- und Fruchtweine sowie Gemüsesäfte stellen sich dem Expertenurteil. Im Mittelpunkt der DLG-Prüfung steht das sensorische Profil des Getränks. Ob geschmackliche Fehler, wie z.B. eine Überaromatisierung, festzustellen sind, kann dabei nur ein speziell geschulter Lebensmittelsensoriker bewerten. Damit dem einwandfreien Genuss nichts im Wege steht, testet und bewertet das DLG-Testzentrum Lebensmittel mit dieser Kompetenz seit vielen Jahren Fruchtgetränke. In diesem Jahr findet in Groß-Umstadt die 58. Qualitätsprüfung statt. Der sensorische Qualitätstest wird durch Analysen im Labor ergänzt. Produkte, die die DLG-Tests bestehen, erhalten eine DLG-Prämierung in Gold, Silber oder Bronze. Die Ergebnisse der Internationalen Qualitätsprüfung werden im Internet unter www.DLG.org/fruchtgetraenketest ab Ende Mai veröffentlicht.

Apfel gehört neben Orange zu den beliebtesten Geschmacksrichtungen im Segment der alkoholfreien Getränke. In Europa wurden allein im Jahr 2008 rund 500 neue alkoholfreie Getränke mit dieser Geschmacksrichtung in den Markt eingeführt. Es gibt weltweit eine Vielzahl verschiedener Apfelsorten mit süß-mildem bis säuerlich-spritzigem Charakter. Deutschland ist mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von ca. 40 Litern Weltmeister bei dem Konsum von Fruchtsaft. Allein elf Liter Apfelsaft trinkt der deutsche Verbraucher im Durchschnitt pro Jahr. Grund für die Beliebtheit des Apfels liegt in seinem erfrischenden, leicht säuerlichen Geschmack, der bei zahlreichen Verbrauchern auf eine hohe Akzeptanz stößt. Außerdem enthält der Apfel eine Reihe von physiologisch wertvollen Inhaltsstoffen, wie Vitamin C und B, Kalium, Kalzium und Ballaststoffen. Forscher haben entdeckt, dass der Konsum von Apfelsaft eine positive Wirkung auf das Immunsystem sowie auf das Herz-Kreislaufsystem haben kann. Vor allem die im Apfelsaft enthaltenen Polyphenole mit ihrer antioxidativen Wirkung sind dafür verantwortlich.

Das saftige Fruchtfleisch eignet sich hervorragend zur Saftproduktion, für einen Liter Saft benötigt man knapp drei Pfund Äpfel. Interessant wird die geschmackliche Palette durch die große Anzahl einheimischer und internationaler Apfelsorten. Wie viele es davon gibt, kann nur geschätzt werden. Weltweit hat man über 5500 Apfelsorten registriert. Allein in Deutschland soll es mehr als 2000 verschiedene Sorten geben, die klangvolle Namen wie „Morgenduft“ oder „Glorie von Holland“ tragen. Mit dem Trend zum regionaltypischen Produkt werden aber auch alte, vom Aussterben bedrohte Sorten wiederentdeckt und rekultiviert. „Geflammter Kardinal“ oder der „Schöne von Nordhausen“ sind inzwischen wieder auf historischen Streuobstwiesen zu finden und bereichern das Angebot von Klassikern wie „Boskoop“, „Golden Delicious“ oder „Granny Smith“.

Fruchtsaft oder Fruchtnektare

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Fruchtsaft, der per Definition nach der Fruchtsaftverordnung einen 100-prozentigen Fruchtgehalt aufweist, Fruchtnektar und Fruchtsaftgetränken. Fruchtnektare erzeugt man beispielsweise aus säurereichen Sorten wie Sauerkirschen oder schwarzen Johannisbeeren, die als Solisten kein harmonisches Geschmackserlebnis ergeben oder aus Bananen, die besonders fruchtfleischhaltig sind. Sie müssen je nach Fruchtsorte mindestens zwischen 25 und 50 Prozent Fruchtsaft enthalten.

Weniger Frucht, aber viel Geschmack liefern Fruchtsaftgetränke mit und ohne CO2. Ihr Fruchtgehalt liegt mindestens zwischen 6 und 30 Prozent. Dazu kommen Trinkwasser oder Mineralwasser, natürliche Fruchtaromen, eventuell Zucker und Genusssäuren, die Geschmack und Frische bringen. Das Etikett informiert über die Zusammensetzung. Fruchtsaftgetränke gehören zu den Erfrischungsgetränken. Der Begriff der so genannten Direktsäfte hat sich etabliert, um unterschiedliche Herstellungsverfahren zu beschreiben. Diese Fruchtsäfte werden direkt nach der Herstellung eingelagert oder abgefüllt; sie werden nicht konzentriert.

Wie alle anderen Fruchtsäfte wird Apfelsaft ausschließlich auf physikalischem Weg durch die sogenannte Pasteurisation haltbar gemacht. Dabei bleiben alle wertvollen Inhaltsstoffe erhalten. Als Naturprodukte ohne Konservierungsmittel sind Fruchtsäfte und Fruchtnektare gärfähig. Für Fruchtsaft und Fruchtnektar gilt deshalb: Einmal geöffnete Flaschen sowie Packungen sollten kühl und lichtgeschützt gelagert und innerhalb von drei bis vier Tagen verbraucht werden.

Testmethode

Im Zentrum der DLG-Tests steht die sensorische Beurteilung der Lebensmittel. Sie gibt Auskunft über die fachlich perfekte Herstellung und den Genusswert der Produkte. Im Mittelpunkt der sensorischen Anforderungen an Lebensmittelprodukte stehen die visuellen (z.B. Farbe), die olfaktorischen (Geruch) und die gustatorischen Dimensionen (Geschmack). Die DLG hat Standards entwickelt und etabliert, die auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse nachvollziehbare Ergebnisse für die sensorische Bewertung der Produktqualität liefern. Laboranalysen und Verpackungskontrollen sind weitere Testkriterien. Jedes Fruchtgetränk wird von der DLG nach einem produktspezifischen Schema bewertet.

DLG-Testzentrum Lebensmittel

Dank seiner Fach- und Methodenkompetenz ist das DLG-Testzentrum führend in der Qualitätsbewertung von Lebensmitteln. Jährlich werden rund 24.000 Lebensmittel von den Lebensmittel-Experten der DLG bewertet. Ein neutrales Experten-Netzwerk sowie Prüfmethoden auf Basis aktueller wissenschaftlich abgesicherter und produktspezifischer Qualitätsstandards garantieren Neutralität und Qualitätstransparenz. Im Rahmen der Qualitätsprüfungen verleiht das DLG-Testzentrum Lebensmittel die Auszeichnungen „DLG-prämiert“ in Gold, Silber oder Bronze.

Kontakt:
DLG e.V.
Guido Oppenhäuser
Pressereferent Molkereiprodukte, Wein und andere Getränke
Email: g.oppenhaeuser(at)DLG.org
Tel.: 069 / 24 788-213

Quelle: DLG

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