Roter Traubensaft bietet Vielzahl von Inhaltsstoffen mit positiver gesundheitlicher Wirkung

Glas mit rotem Traubensaft

Einordnung der ursprünglichen Meldung

Die ursprüngliche Meldung aus dem Jahr 2010 fasste eine damalige Übersichtsarbeit zu Trauben, Traubensaft, Traubenkernen, Schalen, Pulver und Extrakten zusammen. Untersucht wurden mögliche Wirkungen auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Entzündungsmarker, das Immunsystem und weitere Gesundheitsbereiche.

Die Übersichtsarbeit von Vislocky und Fernandez bezog neben Studien am Menschen auch Tier- und Zellkulturversuche ein. Solche Ergebnisse können biologische Mechanismen beschreiben, belegen aber noch nicht, dass roter Traubensaft Krankheiten verhindert oder behandelt.

Was steckt in rotem Traubensaft?

Dunkle Trauben enthalten Polyphenole und andere sekundäre Pflanzenstoffe. Deren Gehalt hängt unter anderem von Sorte, Verarbeitung und Produkt ab. Traubensaft liefert zugleich natürlichen Zucker und Energie; er ersetzt deshalb nicht die Vielfalt von Gemüse und ganzen Früchten in einer ausgewogenen Ernährung.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung bewertet sekundäre Pflanzenstoffe als Teil einer pflanzenbetonten Ernährung. Einzelne Stoffe oder Produkte lassen sich daraus jedoch nicht als Schutz oder Therapie gegen bestimmte Erkrankungen ableiten.

Mögliche Wirkungen sind kein Wirksamkeitsnachweis

Kleine, häufig kurze Studien berichteten Veränderungen einzelner Messwerte, etwa bei Oxidations- oder Entzündungsmarkern. Daraus folgt kein gesicherter Nutzen für Herzinfarkt, Krebs, Infektionen oder andere Erkrankungen. Ergebnisse aus Tier- und Zellstudien dürfen nicht unmittelbar auf Menschen übertragen werden.

Auch bei gesundheitsbezogenen Angaben zu Traubenprodukten gelten strenge Anforderungen an den Nachweis. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit sah beispielsweise für einen beantragten Zusammenhang zwischen Traubenkernextrakt und normalem Blutdruck keinen hinreichenden Beleg für eine Ursache-Wirkungs-Beziehung. Traubenkernextrakt und Traubensaft sind zwar unterschiedliche Produkte; das Beispiel zeigt jedoch, dass plausible Inhaltsstoffe allein keinen belastbaren Gesundheitsnachweis ergeben.

Fazit

Roter Traubensaft kann in maßvoller Menge Teil der Ernährung sein. Die vorhandenen Daten rechtfertigen aber keine Aussage, er könne Herz-Kreislauf- oder Krebserkrankungen verhindern, das Immunsystem gezielt stärken oder Infektionen abwehren. Wer wegen einer Erkrankung seine Ernährung ändern möchte, sollte dies medizinisch oder ernährungsfachlich abstimmen.

Ursprungsmeldung: Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie e. V.; zugrunde gelegte Veröffentlichung: Vislocky LM & Fernandez ML (2010), Nutrition Reviews 68 (11): 656–670. Redaktionell durch food-monitor aktualisiert am 5. September 2026.

Quelle: fruchtsaft.de