Das Ei richtig verstehen: Therapie gegen Käfigeier auf dem Ostertisch

Beim Kauf loser Eier auf Wochenmärkten können Verbraucher zu Ostern unliebsame Überraschungen erleben: An vielen Marktständen werden immer noch Eier aus Käfighaltung angeboten. Bei ihrer vorösterlichen Eiersuche von losen und verpackten Waren im Handel hat die Verbraucherzentrale NRW bei sieben von neun Wochenmärkten Eier von eingesperrten Hühnern entdeckt. Supermärkte und Discounter nahmen hingegen die Abneigung von Kunden ernst: In ihren Läden gab’s keine Käfigeier.

Das zeigt: Offensichtlich wird das gute Image der Wochenmärkte ausgenutzt, um die unbeliebten Käfigeier an die Kundschaft zu bringen. Umso wichtiger ist es, dass Verbraucher genau hinsehen. Übrigens: In großem Stil stecken Käfigeier auch in verarbeiteten Lebensmitteln, weil es – entgegen der Forderung der Verbraucherzentrale – hier immer noch keine Pflicht zur Kennzeichnung der Herkunft und Haltungsform der Eier gibt.

Wer beim Eierkauf auf Nummer sicher gehen will, dass keine Produkte aus Käfigen auf dem Ostertisch landen, muss sich mit der vorgeschriebenen Eier-Kennzeichnung vertraut machen und die Angaben auf der Schale richtig deuten können. „Das Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Verpackung und ein Zifferncode auf der Schale weisen beim Kauf darauf hin, wie frisch ein Ei ist, woher es stammt und wie die Legehenne gehalten wird, erklärt die Verbraucherzentrale NRW das Kennzeichnungs-ABC bei der fragilen Ware anhand hilfreicher Tipps:

Angaben auf der Verpackung

Auf dem Karton muss neben dem Mindesthaltbarkeitsdatum auch die Haltungsform angegeben sein, damit Kunden erkennen können, ob die Eier aus Bio-, Freiland-, Boden- oder Käfighaltung stammen. Eine weitere Buchstaben- und Zahlenreihe auf dem Eierkarton sorgt jedoch oft für Irritation. Dieser Code bezeichnet die Stelle, an der die Ware abgepackt wurde – aber nicht, wo die Eier herkommen. Verwirrend für Verbraucher: Herkunfts- und Verpackungsort müssen nicht identisch sein. So kann es vorkommen, dass Eier in den Niederlanden gelegt werden und erst in Deutschland in den Karton wandern. Über die Herkunft der Eier informiert ausschließlich der Erzeugercode auf dem Produkt.

Erzeugercode auf dem Produkt

In den Ländern der Europäischen Union ist eine einheitliche Eierkennzeichnung mit Hinweisen zur Herkunft, Haltung und Frische der Eier vorgeschrieben. Bei verpackten, nach Güte- und Gewichtsklassen sortierten Eiern verrät ein gestempelter Zifferncode auf der Schale – zum Beispiel 0-DE-0543210 –, woher die Ware kommt. Eine 0 an erster Stelle gibt die Herkunft aus ökologischer Erzeugung an, eine 1 steht für Freilandhaltung, die Ziffer 2 für Boden- und eine 3 für Käfighaltung. An nächster Stelle geben Länderkürzel das Herkunftsland preis: DE steht für Deutschland oder NL für die Niederlande. Aus welchem deutschen Stall das Produkt stammt, können Experten am abschließenden siebenstelligen Zahlencode ablesen. Dabei steht 05 für NRW oder 03 für Niedersachsen.

Kennzeichnung loser Ware

Auch unverpackte, sortierte Eier müssen auf der Schale mit dem Erzeugercode gestempelt sein, so dass ihre Herkunft klar erkennbar ist. Das gilt auch auf dem Wochenmarkt.

Frischetest

Wie alt bzw. frisch ein Ei ist, können Verbraucher trotz der vielen Angaben oft nur schwer erkennen. In einigen Supermärkten ist bei verpackter Ware auch das Mindesthaltbarkeitsdatum oder ganz selten auch das Legedatum aufgedruckt. Doch diese hilfreiche Angabe ist nicht gesetzlich vorgeschrieben. Tipp: Frisch sind Eier auf jeden Fall, wenn es bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum noch mindestens drei Wochen sind.

Färbemittel

Egal ob bunte Brausetabletten, Stifte oder Malkästen – Ostereierfarben sind inzwischen meist unbedenklich. In der Regel handelt es sich um wasserlösliche natürliche oder synthetische Farbstoffe, die laut Gesetz zum Färben und Bemalen von Lebensmitteln zugelassen sind. Gesundheitsschädliche Azofarbstoffe dürfen nicht mehr verwendet werden. Einzig wer auf bestimmte Farbstoffe allergisch reagiert, sollte vorsichtig sein, da geringe Mengen des bunten Überzugs durch feine Schalenrisse oder Poren in das Ei eindringen können.

Weitere Informationen zur Eierkennzeichnung und Hühnerhaltung gibt’s kostenlos in allen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW und im Internet unter www.vz-nrw.de/eier.

Quelle: Verbraucherzentrale NRW

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