Freisetzung von Blei aus Kaffee- und Espressomaschinen

Stellungnahme Nr. 029/2013 des BfR vom 2. Dezember 2013

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat im Rahmen eines Forschungsprojektes Testmethoden zur Messung der Freisetzung von Metallen aus metallischen Materialien und Gegenständen für den Lebensmittelkontakt entwickelt. Die Methoden wurden an drei Siebträger-Espressomaschinen, drei Kaffeepad- und zwei Kapselmaschinen getestet.

Für die verschiedenen Typen der Kaffee- und Espressomaschinen wurden deutliche Unterschiede in der Bleifreisetzung gemessen. Einige Siebträgermaschinen setzten im Vergleich zu den getesteten Kaffeepad- und Kapselmaschinen, insbesondere nach dem Entkalken, zu hohe Mengen Blei frei.

Für die Freisetzung von Metallen aus metallischen Lebensmittelkontaktmaterialien sind bislang keine gesetzlichen Grenzwerte festgelegt. Der Europarat empfiehlt einen Abgabegrenzwert entsprechend dem Bleigrenzwert der Trinkwasserverordnung. Aus Sicht des BfR sollte der Übergang von Blei aus Bedarfsgegenständen in Lebensmittel so gering wie technisch machbar sein.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat im Rahmen eines Projektes, das sich mit der Freisetzung von Metallen aus metallischen Materialien und Gegenständen für den Lebensmittelkontakt und deren Übergang in das Lebensmittel beschäftigt, unter anderem auch Espressomaschinen untersucht.

Es wurden acht fabrikneue Kaffeemaschinen für den Hausgebrauch getestet. Darunter drei Siebträger-Espressomaschinen, drei Kaffeepad- und zwei Kapselmaschinen. Von den Maschinen wurden an mehreren Tagen je fünf Proben mit einem Prüfwasser Kaffeepulver, -pads oder -kapseln genommen, um den Verlauf der Freisetzung bei erwartungsgemäßem Gebrauch zu simulieren. Außerdem wurde je Maschine eine Entkalkung nach Herstellerangaben mit den vom Hersteller empfohlenen Produkten durchgeführt. Die Maschinen wurden danach erneut beprobt. Die getesteten Kaffeemaschinen zeigten qualitativ und quantitativ unterschiedliche Metallfreisetzungen, die im Verlauf der Probennahme an einem Tag und auch über die verschiedenen Tage hinweg einen abfallenden Trend aufwiesen. Auffallend waren starke Anstiege der Metallfreisetzungen in allen Maschinen nach den Entkalkungen.

Besonders kritisch zu betrachten ist Blei vor allem bei den getesteten EspressoSiebträgermaschinen. In der Resolution des Europarates zu Metallen und Legierungen für den Lebensmittelkontakt ist für die Freisetzung von Blei in Lebensmittel ein Grenzwert von 10 µg/kg festgelegt.

Für Blei hat das BfR bei den durchgeführten Freisetzungsexperimenten Grenzwertüberschreitungen festgestellt. Bei einer der getesteten Siebträgermaschinen wurden über den gesamten Beprobungszeitraum Bleiabgaben über bzw. knapp unter dem Grenzwert bestimmt. Darüber hinaus wurde nur in einer weiteren Espressosiebträgermaschine eine Überschreitung des Grenzwertes für Blei in den Proben nach dem Entkalken (1,8-1600 µg/kg) festgestellt. Alle anderen gemessenen Bleikonzentrationen lagen unter dem oben genannten empfohlenen Grenzwert des Europarates.

Die Abnahme der Metallfreisetzung von der ersten bis zur fünften an einem Tag genommenen Probe der Maschinen für den Hausgebrauch zeigt, dass die Metallexposition der Verbraucherin/des Verbrauchers durch Spülvorgänge verringert werden kann. Für die Espressosiebträger-, die Kaffeepad- und die Kapselmaschinen für den Hausgebrauch wurden auch Modelle getestet, bei denen die Metallfreisetzungen deutlich unter den Grenzwerten lagen. Dies zeigt, dass die hohen Metallabgaben einiger Maschinen technisch vermeidbar sind.

Für Blei liegt die Aufnahme über Lebensmittel im Bereich der gesundheitlich tolerierbaren Menge. Weitere Einträge sollten deshalb so weit wie möglich vermieden werden. Der in der Europaratsresolution festgelegte Abgabegrenzwert entspricht dem Bleigrenzwert der Trinkwasserverordnung. Bei Erwachsenen sind Wirkungen von Blei auf den Blutdruck und die Nieren von Bedeutung. Eine besondere Risikogruppe sind schwangere Frauen, da Blei die Plazentaschranke passiert und zu Schäden in der Gehirnentwicklung des Kindes führen kann.

Das BfR empfiehlt, für die Benutzung von Espresso-Siebträgermaschinen die auch von den Herstellen empfohlenen Spülschritte bei der täglichen Inbetriebnahme grundsätzlich durchzuführen. Nach dem Entkalken sollten die Spülschritte entsprechend Gebrauchsanleitung wiederholt werden.

Pressekontakt:
Bundesinstitut für Risikobewertung
Max-Dohrn-Str. 8-10
D-10589 Berlin
Dr. Suzan Fiack
Tel.: 030 1 8412-4300
Fax.: 030 1 8412-4970
pressestelle@bfr.bund.de
www.bfr.bund.de

Quelle: BfR

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