„Schwer ist leicht was“ gilt auch in der Ernährung

Leichter zu werden (sprich: abzunehmen) ist für viele Menschen immer noch eine schwer umzusetzende Angelegenheit. Übergewicht (Adipositas) ist in allen entwickelten Ländern der Erde zu einem gravierenden Problem geworden und verursacht immense volkswirtschaftliche Kosten. Es wächst zunehmend das Bewusstsein, dass es hier nicht einfach um schlank werden durch Diäten geht, sondern um ein ausgeprägtes Krankheitsbild, verursacht durch einen Lebensstil, der sich erst in den letzten Jahrzehnten ausgeprägt hat.

Früher gab es keine Diäten

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AEG Elektroherde – Rezepte: „Gänsebraten“

Erst seit den 1970er Jahren sind Diäten wortwörtlich in aller Munde. Der zweite Weltkrieg und die Versorgungsprobleme der Nachkriegszeit waren dafür verantwortlich, dass es kaum durch Ernährung bedingte übergewichtige Menschen gab.

Das primäre Interesse galt der Befriedigung von Hunger. Nahrungsaufnahme diente der Versorgung des Organismus, um körperlich und geistig lebens- und arbeitsfähig sein zu können. So galten fetthaltige, kalorienreiche Speisen als erstrebenswert und Symbol für Wohlstand. Durch technologische und wirtschaftliche Entwicklungen nahm jedoch der Anteil körperlicher Arbeit zugunsten sitzender Tätigkeiten ab. Somit sank der Kalorienbedarf, die Ernährungsgewohnheiten änderten sich jedoch weniger.

Warum scheitern Diäten?

„80 Prozent der Deutschen haben bereits versucht, mit Hilfe einer Diät ihr Gewicht zu reduzieren. Oft jedoch ohne langfristigen Erfolg. Der so genannte „Jo-Jo-Effekt“ sorgt dafür, dass die Waage nach dem Abnehmversuch oftmals genau so viel oder sogar noch mehr Kilos anzeigt als vorher.“ (Dr. Thomas Ellrott)

Diese Erkenntnis setzt sich allmählich auch in der breiten Öffentlichkeit durch. Insgesamt 18 Gründe werden in einem Artikel der Ausgabe der Fachzeitschrift „MMW – Fortschritte der Medizin“ vom 21. März 2013 genannt, den Dr. Thomas Ellrott, Leiter des Instituts für Ernährungspsychologie (IfE) an der Universitätsmedizin Göttingen verfasst hat.

Ellrott stellt fest: „Sind die Kilos reduziert, wird die Diät beendet. Das ist in etwa so, als ob der Hausarzt das Blutdruckmedikament absetzt, wenn mit Hilfe des Medikaments der richtige Blutdruck eingestellt ist„.

Essgewohnheiten und der Lebensstil (u.a. mehr körperliche Aktivität) müssen sich langfristig ändern.

Einen Ansatz verfolgt die Kampagne „5 am Tag“, die seit 2002 von der Europäischen Union gefördert wird. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und das Bundesministerium für Gesundheit haben die Schirmherrschaft für die Kampagne übernommen. Hier ein Video zum zehnjährigen Jubiläum:

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https://www.youtube.com/watch?v=tkj4z0HZDds

Auch die Lebensmittelindustrie hat sich inzwischen dem Kampf gegen Übergewicht angeschlossen und unterstützt neben eigenen Kampagnen die „Plattform Ernährung und Bewegung“ (peb), ein offenes Bündnis mit über 100 Mitgliedern aus öffentlicher Hand, Wissenschaft, Wirtschaft, Sport, Gesundheitswesen und Zivilgesellschaft. peb setzt sich aktiv für eine ausgewogene Ernährung und mehr Bewegung als wesentliche Bestandteile eines gesundheitsförderlichen Lebensstils bei Kindern und Jugendlichen ein.

Programm für eine ausgewogene Ernährung

Wie Mann und Frau in 10 Schritten zu einer ausgewogenen Ernährung finden, können Sie hier nachlesen. Auf dieser Webseite von Nestlé family können Sie sich ein bis zwei der zehn Schritte nach freier Wahl aussuchen und mit der Umstellungen Ihrer Essgewohnheiten beginnen. Die Schritte im einzelnen:

1. Stellen Sie sich folgende drei Fragen, wenn Sie ihr Frühstück, Mittag- oder Abendessen planen:
Hat es mindestens eine Hand voll Gemüse oder Obst in meinem Menü?
Sind Energielieferanten mit dabei? (Getreideprodukte, Kartoffeln, Hülsenfrüchte)
Habe ich an die Eiweiss-/Proteinbeilage gedacht? (Fleisch, Geflügel, Fisch, Eier, Milch und Milchprodukte, Tofu, Seitan, Quorn…)

2. Überprüfung der Trinkgewohnheiten

3. Nimm 5 am Tag! (Früchte und Gemüse)

4. Täglich drei mal Milch & Co.

5. Greifen Sie zu Vollkornprodukten

6. Verwendung von Fetten und Ölen

7. Süssgetränke bzw. zuckerhaltige Getränke

8. Süssigkeiten und Knabbereien

9. Risikoarmer Alkoholkonsum

10. Heisshunger vermeiden

Quelle: Nestlé family

 

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