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Regionale Beeren statt exotischer Superfrüchte

Exotische Früchte werden derzeit als „Superfood“ hochgelobt. Gesünder und fitter sollen sie machen. Die pflanzlichen Farbstoffe, denen diese Wirkungen zugeschrieben werden, sind aber auch in heimischem Obst enthalten.

Über nährstoffreiche Lebensmittel von nah und fern informiert die neue Broschüre „Superfood“ der VERBRAUCHER INITIATIVE e. V. …

Leuchtend rot, intensiv blau und samtig violett – Beeren bringen Farbe auf den Tisch. „Genießen Sie im Sommer die Vielfalt an frischen Heidelbeeren, Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren und Johannisbeeren aus der Region“, empfiehlt Alexandra Borchard-Becker, Ernährungswissenschaftlerin bei der VERBRAUCHER INITIATIVE e. V. Ihre Farbe erhalten sie wie die exotischen Açai-, Goji- oder Maquibeeren durch sekundäre Pflanzenstoffe, z. B. Flavonoide und Anthocyane. Untersuchungen lassen vermuten, dass sie antioxidantiv, entzündungshemmend, blutdrucksenkend und immunstärkend wirken. Ob sie tatsächlich für die vermeintlichen Wunderwirkungen der Beeren aus Übersee verantwortlich sind, ist bisher nicht belegt. Die Früchte gibt es hierzulande kaum frisch. Qualität und Nährstoffgehalt der Produkte hängen stark davon ab, wie schonend sie im Erzeugerland getrocknet, püriert oder zu Saft gepresst werden. Zu Pulver oder Kapseln verarbeitet, haben sie mit dem ursprünglichen Lebensmittel nur noch wenig zu tun. Hinzu kommen lange Transportwege und der oftmals hohe Preis, der gegen diese Produkte spricht.

Erfreulich am Superfood-Trend ist, dass neben Heidelbeeren heimische Gemüsesorten wie Brokkoli, Spinat, Grünkohl oder Radieschen zu angesagten Lebensmitteln avancieren. Denn unbestritten haben Obst und Gemüse gesundheitsfördernde Effekte. Sie sind nicht auf einzelne Sorten, sondern auf eine bunte Mischung und eine ausreichende Menge zurückzuführen. „Mit fünf Portionen, d. h. fünf Handvoll frischem Gemüse und Obst am Tag liegen Sie nach wie vor richtig. Wechseln Sie die Sorten untereinander ab, wählen Sie nach Saison und regionalem Angebot aus“, rät die Ernährungswissenschaftlerin.

Das neue Themenheft „Superfood“ der VERBRAUCHER INITIATIVE e. V. zeigt, dass es für viele Produkte aus fernen Ländern ebenbürtige Alternativen aus Deutschland oder Europa gibt. Das 16-seitige Themenheft informiert außerdem über mögliche und unerwünschte Wirkungen. Es kann für 2,00 Euro (zzgl. Versand) unter www.verbraucher.com bestellt oder heruntergeladen werden.

Quelle: VERBRAUCHER INITIATIVE