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Insektenstichallergie: Schnell und richtig helfen

Rubrik(en): Ratgeber Familie, Haushalt und Küche | Autor: food-monitor |
Sommerblumen, Sommerwiese

Fotolia #163122916 © S.H.exclusiv – Lizenznehmer: food-monitor

Heiße Sommertage, laue Abende – wer im Sommer viel Zeit im Freien verbringt, kann schnell auch mal von Insekten gestochen werden. Vor allem Bienen, Wespen oder Hornissen können durch ihren Stich starke Schmerzen und lokale Schwellungen verursachen, die aber meist nach ein paar Tagen wieder verschwinden.

Wirklich gefährlich wird es jedoch, wenn das Insekt in den Mund oder Rachenraum sticht, oder wenn der Gestochene allergisch auf das Gift reagiert. Denn dann kann es zu lebensbedrohlichen Situationen kommen, bei denen schnelle Hilfe notwendig ist.

Nach einem Bienenstich sollte der Stachel möglichst schnell mithilfe einer Pinzette gezogen und die Einstichstelle anschließend gekühlt werden. Bei einem Stich in den Mund besteht durch das starke Anschwellen der Schleimhäute und der Zunge die Gefahr des Erstickens. In diesem Fall muss dem Betroffenen sofort geholfen werden, indem von Innen und Außen gekühlt und der Notarzt gerufen wird.

„Während man auf den Krankenwagen wartet, sollte der Patient, wenn ein Schlucken noch möglich ist, Eiswürfel oder ein Eis lutschen. Außerdem verringern kalte Umschläge oder in ein Küchentuch gewickelte Coolpacks um den Hals die Gefahr des Zuschwellens“, erklärt Heidi Günther, Apothekerin bei der BARMER.

Lebensgefährliche Allergien

Insektengiftallergiker sollten im Sommer besonders vorsichtig sein, denn bei ihnen kann es durch einen Stich zu einem allergischen Schock kommen, warnt Günther. Menschen, die um ihre Allergie bereits wissen, sollten immer ein Notfallset bei sich tragen und darin geschult sein, es auch korrekt anzuwenden. Zusätzlich sollte dem Set ein Zettel beigelegt sein, der Außenstehenden erklärt, was zu tun ist, wenn die Betroffenen sich nicht mehr selbst helfen können.

Ansonsten gilt es, auf typische Symptome eines allergischen Schocks zu achten. Dazu zählen beispielsweise schnell auftretende und große Hautschwellungen, Zittern und Schweißausbrüche, Juckreiz, Brennen der Lippen und der Zunge, aber auch Atemnot, Kopfschmerzen, Schwindel, Herzrasen bis hin zur Bewusstlosigkeit und tödlichem Herz-Kreislauf-Stillstand.

Dabei müssen die genannten Beschwerden nicht umgehend auftreten, der Schockzustand kann auch mit einer Verzögerung von bis zu einer halben Stunde eintreten. „Nach einem Stich sollte man den Betroffenen eine Weile beobachten und dabei auch auf vermeintlich milde Symptome wie Zungenkribbeln achten“, rät Günther. In jedem Fall sollte der Stachel aus dem Körper entfernt werden und der Patient in eine Schocklagerung, also Füße hoch und den Körper warmhalten, gebracht werden.

Treten Probleme bei der Atmung auf oder ist der Betroffene Asthmatiker, ist eine sitzende Position allerdings besser geeignet, um die Atmung zu erleichtern. Bei Bewusstlosigkeit sollte der Betroffene in eine stabile Seitenlage gebracht werden. Wie für alle Erste Hilfe-Notfallmaßnahmen gilt auch hier: Beruhigen und regelmäßig Atmung und Bewusstsein überprüfen.

Am besten vorbeugen

Um gar nicht erst gestochen zu werden, helfen oft schon kleine Maßnahmen. „Es gilt immer noch die alte Regel: Keine hektischen Bewegungen, wenn Bienen und Co. umher fliegen, denn dann können sie sich bedroht fühlen und zustechen. Motorradfahrer sollten Handschuhe tragen und das Visier des Helmes immer geschlossen halten“, rät Günther.

Besonderes Augenmerk sollte man auf Essen und Trinken haben, denn süße Limonaden, Säfte oder Obst, aber auch Wurstbrote laden die Insekten förmlich ein und können dann schnell mit verschluckt werden. Und bei Getränken geht man nach wie vor auf Nummer sicher, wenn man diese mit einem Strohhalm trinkt.

Info Notfallsets

Es gibt verschiedene Insektengifte und daher reagieren Betroffene nicht automatisch auf alle Gifte allergisch. Oft sind die Gifte aber chemisch ähnlich zusammengesetzt. Daher besteht bei einer Bienengiftallergie häufig auch eine Allergie gegen Wespengift. Notfallsets helfen nicht nur gegen ein bestimmtes Insektengift. Sie enthalten einen Adrenalin-Autoinjektor um den Kreislauf zu stabilisieren, ein abschwellend wirkendes Antihistaminikum und ein Kortikoid zur Vermeidung von Folgereaktionen. Sie sind daher für alle Allergiker mit einer Insektenstich-Allergie geeignet.

Quelle und Pressekontakt Barmer

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