Pflanzenschutzmittelrückständen und Schwermetalle in Superfood?

Goji Beeren, Gerstengras, Chia-, Hanfsamen und viele andere sogenannte
Superfoods nehmen immer mehr Platz in den Marktregalen ein. Sind diese,
oft exotischen, Lebensmittel unbelastet? Das Landesamt für
Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) testete
jetzt 14 Proben auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und
Schwermetalle.

„In sechs der 14 Proben konnten Pflanzenschutzmittelrückstände
nachgewiesen werden“, sagt Prof. Frerk Feldhusen, Direktor des LALLF
in Rostock. „Eine Probe Goji Beeren enthielt acht verschiedene
Wirkstoffrückstände von Pflanzenschutzmitteln, davon zwei über der
zulässigen Höchstmenge. Diese Probe haben wir amtlich beanstandet“,
ergänzt er.

Eine Probe Gerstengraspulver enthielt Rückstände von sieben chemischen
Wirkstoffen. Da für Gerstengras keine Höchstmengen existieren, wurden
zur Beurteilung die Maßstäbe von frischen Kräutern herangezogen. Unter
Berücksichtigung eines Trocknungsfaktors lag keiner der ermittelten Wert
über den erlaubten Höchstmengen. Zusätzlich ergaben die Analysen des
Gerstengraspulvers auch eine recht hohe Menge Aluminium, so dass diese
Probe mit einem amtlichen Hinweis versehen wurde.

„Beachten muss man bei diesen und anderen getrockneten Produkten, dass
alle Inhaltsstoffe der Ursprungspflanzen durch die Trocknung um ein
Mehrfaches konzentriert werden. Das gilt für die Nährstoffe, wie z. B.
Mineralien und sekundäre Pflanzenstoffe, aber auch für die
Rückstände“, führt Feldhusen aus.

Grundsätzlich geht man heute davon aus, dass in Deutschland der Bedarf
an Nährstoffen durch die übliche Nahrung sehr gut abgedeckt ist. Durch
den Verzehr von Gemüse, Obst oder Vollkornprodukten ist ein positiver
Einfluss auf die Gesundheit möglich. Superfoods können eine Bereicherung
des Speiseplans sein und neue Geschmackserlebnisse vermitteln. „Aber ein
gesundheitlicher Mehrwert im Vergleich mit der Vielzahl heimischer
Gemüse und Früchte ist nachweislich eher nicht gegeben. Heidel- und
Johannisbeeren oder Holunder, selbst Äpfel, Leinsamen und Kohlarten sind
vergleichbar wertig, wachsen hierzulande unter kontrollierten
Anbaubedinungen und sind preiswerter zu haben“, sagt Feldhusen.

Hintergrund

Der Begriff „Superfood“ wird seit einigen Jahren verwendet, ohne dass
es eine rechtlich verbindliche Definition gibt. Allgemein wer-den damit
Lebensmittel bezeichnet, die einen besonders hohen Gehalt an Vitaminen,
Mineralstoffen und/oder sekundären Pflanzenstoffen aufweisen. Ihnen
werden besondere, gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben.
Wissenschaftliche Beweise für diese Eigenschaften gibt es jedoch kaum.

Waren Superfoods ursprünglich überwiegend exotischer Natur, so werden
jetzt häufig einheimische Lebensmittel mit einbezogen. Die
Angebotspalette reicht von der Frucht bzw. Pflanze über getrocknete
Produkte und Saft bis hin zu Extrakten und Pulvern.

Beispiel Goji Beeren

Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA hat keine der
beantragten gesundheitsbezogenen Aussagen für Goji Beeren zugelassen.

Quelle: Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei
Mecklenburg-Vorpommern

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