Fünf Tipps gegen Plastik im Alltag

Mikroplastik in der Antarktis, ein Plastik-Kontinent im Pazifik – tagtäglich beweisen neue Schlagzeilen, dass die Welt in Plastikmüll zu ersticken droht. Jährlich werden weltweit etwa 78 Millionen Tonnen Plastikverpackungen produziert und weggeworfen. Davon verschmutzen rund 32 Prozent, also knapp 25 Millionen Tonnen, die Umwelt. Um dieser Bedrohung entgegenzuwirken, plant die EU-Kommission nun ein teilweises Verbot von Einwegplastik wie Strohhalmen, Wattestäbchen oder Plastikgeschirr. Was jeder Verbraucher schon jetzt tun kann, um Plastikmüll zu reduzieren, weiß Larissa Klose, Nachhaltigkeitsbeauftragte bei vomFASS.

Deutschland gehört in der EU zu den Hauptverursachern von Plastikmüll: Jeder Bundesbürger produziert in einem Jahr durchschnittlich 37 Kilogramm Plastikmüll, so die Ergebnisse einer Studie des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft. Zeit zu handeln, denn Plastik baut sich nur sehr langsam ab. Es dauert etwa 100 bis 500 Jahre bis sich der Kunststoff vollständig zersetzt hat. „Wir alle stehen hier in der Verantwortung: Politik, Unternehmen und Verbraucher“, meint Larissa Klose von vomFASS und gibt fünf einfache Tipps, um Plastikmüll im Alltag zu vermeiden – beim Einkaufen, beim Anziehen, beim Waschen.

Fünf Tipps gegen Plastikmüll

Ein Leben ohne (Plastik-)Müll ist in Industriegesellschaften nach wie vor für viele undenkbar. Schon ein Blick in die Supermarktregale zeigt: Fast jedes Produkt steckt in irgendeiner Plastikhülle – bis hin zur Salatgurke. „Wir brauchen ein Umdenken“, fordert Klose. „Die meisten Menschen halten es für schwer, Müll zu sparen. Dabei helfen schon kleine Veränderungen im Konsumverhalten.“

Auf Plastiktüten verzichten

2017 gingen in Deutschland 2,4 Milliarden Plastiktüten über den Ladentisch. Eine der leichtesten Maßnahmen, dieses unnötige Plastik zu sparen, ist beim Einkauf auf langlebige „Transportmittel“ umzusteigen: Ob Einkaufskorb, Rucksack oder Stoffbeutel – es gibt viele umweltfreundliche Alternativen.

Plastikverpackungen vermeiden

Insbesondere beim Lebensmitteleinkauf gibt es großes Sparpotenzial. Viele Plastikverpackungen lassen sich problemlos vermeiden, indem man unverpackte Waren kauft: Brot vom Bäcker, Wurst vom Metzger, statt eingeschweißtem Obst und Gemüse regionale Produkte vom Wochenmarkt. Viele Lebensmittel – von Nüssen über Kaffee und Müsli bis zu Nudeln und Reis – gibt es in sogenannten „Unverpackt-Läden“ lose zu kaufen. Auch Feinkostläden wie vomFASS bieten schon seit langem verpackungsfreien Einkauf von Essigen und Ölen. Abgefüllt werden die Produkte in mitgebrachte Gefäße – Flaschen, Einweckgläser oder Vorratsdosen – der Kunden.

Glas statt Einweg-Plastikflaschen

Der Großteil des Plastikmülls besteht aus Einweg-Plastikflaschen für Wasser, Säfte und Softdrinks: Laut der Deutschen Umwelthilfe verbraucht jeder Deutsche jährlich 207 Einweg-Plastikflaschen, insgesamt landen also 47 Milliarden Flaschen pro Jahr auf dem Müll. Statt Wasser in Flaschen zu kaufen, sollten Verbraucher Leitungswasser trinken oder auf Glasflaschen umsteigen.

Mikroplastik reduzieren

Mikroplastik ist inzwischen allgegenwärtig. Auch wenn sie fast unsichtbar, schädigen die kleinen Kunststoffpartikel (weniger als fünf Millimeter groß) das Ökosystem nachhaltig. Mikroplastik wird beispielsweise in Kosmetika wie Cremes, Zahnpasta, Duschgel, Make-Up zum Peelen oder als Füll- und Bindemittel eingesetzt. Über das Abwasser gelangen die Partikel in die Kanalisation und von dort aus in die Oberflächengewässer.

Auch synthetische Kleidung aus Polyester oder Nylon setzt beim Waschen Mikropartikel frei. Um Mikroplastik zu vermeiden, ist die Wahl von natürlichen Stoffen empfehlenswert: Bei Kosmetika sind Bio-Produkte mit pflanzlichen Rohstoffen eine gute Alternative. Bei Kleidungskauf lohnt ein Griff zu reinen Naturfasern wie Wolle, Baumwolle, Leinen oder Hanf.

Selber machen und wieder verwenden

Auch Wegwerfprodukte lassen sich meist mehrmals verwenden: Die typische dünne Plastiktüte aus der Gemüseabteilung kann zum Beispiel als Frischhaltebeutel zweitverwertet werden. Und umweltfreundliche Kosmetika lassen sich leicht selbst herstellen – das spart sowohl Verpackungsmüll als auch Mikroplastik und nicht zuletzt Geld.

Für eine feuchtigkeitsspendende Maske reichen zwei Zutaten: Quark und Erdbeeren. Kaffeesatz ergibt ein sanftes und zugleich straffendes Körperpeeling. Aus einem pflegenden Basisöl wie Jojoba-, Avocado- oder Kokosöl entsteht durch Zugabe von ätherischen Ölen im Handumdrehen eine natürliche Bodypflege: Einfach 100 Milliliter Basisöl mit 15 Tropfen eines ätherischen Öls mischen – fertig.

FAZIT: Müllvermeidung lohnt sich nicht nur für die Umwelt

Zugegeben: Plastikmüll im Alltag zu vermeiden, erfordert etwas mehr Engagement. Und natürlich sind die Produkte etwas teurer als im Discounter, wenn man auf dem Wochenmarkt oder in einem Unverpackt-Laden einkauft. Trotzdem ist das Konzept nicht nur etwas für Singles oder Besserverdiener. „Ich gebe nicht mehr Geld aus“, ist Gerlinde W. überzeugt, die schon seit Jahren nach dem Unverpackt-Prinzip einkauft.

Auf dem Markt, beim Bäcker oder in Feinkostläden wie vomFASS ist es möglich, nur die Mengen zu kaufen, die man auch wirklich benötigt. „Man kauft einfach bewusster ein und verschwendet weniger“, ergänzt die 60-Jährigen. Ein weiterer Vorteil von verpackungsfreien Lebensmitteln: Die Qualität ist meist höher und die Waren sind frischer, das lohnt sich auch für die Gesundheit.

Best Practice: vomFASS, Vorreiter beim verpackungslosen Verkauf

Für das Familienunternehmen vomFASS zählt Nachhaltigkeit zu den wichtigsten Prinzipien für die Produktion ihrer hochwertigen Essige und Öle, Weine und Spirituosen. Das gilt auch für das Verkaufskonzept: Jeder Kunde kann sich die gewünschte Menge eines Produkts direkt vom Fass, Tonkrug oder Glasballon abfüllen lassen und vorher testen.

„Wir sind seit 25 Jahren Vorreiter beim Verkauf von unverpackten Lebensmitteln und somit auch in Sachen Nachhaltigkeit“, berichtet Larissa Klose von vomFASS. „Im letzten Jahr haben wir zum Beispiel über 1.750.000 Liter Essige, Öle und Spirituosen direkt vom Fass verkauft. Das entspricht etwa einer Menge von 3,5 Millionen Einweg- und PET-Flaschen.“

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