Zink – Ein Multitalent unter den Spurenelementen

Miesmuscheln enthalten Zink
Foto: Alex aus Hersbruck – CC-Lizenz (BY 2.0) – Some rights reserved – Quelle: www.piqs.de

Zink ist für den menschlichen Körper neben Eisen, Calcium und Magnesium eines der wichtigsten Spurenelemente. Das Spurenelement übernimmt Schlüsselrollen im Fett-, Eiweiß- und Kohlenhydratstoffwechsel – und es ist maßgeblich für ein gesundes Immunsystem.

Zink ist für den menschlichen Körper unentbehrlich und muss über die Nahrung zugeführt werden. Zu den zahlreichen Funktionen für den Organismus zählen unter anderem die Beteiligung im Eiweiß-, Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel. Auch die Bildung der Erbsubstanz und das Zellwachstum werden von dem Spurenelement unterstützt.

Eine besondere Rolle spielt Zink auch für unser Immunsystem. Vor über 50 Jahren entdeckte man, dass es Zusammenhänge zwischen Zinkmangel und unserer körpereigenen Abwehr gegen Viren und Bakterien gibt. Es reguliert unter anderem bei einer drohenden überschießenden Immunantwort das Immunsystem herunter und sorgt so für eine ausbalancierte Reaktion. Sowohl ein Zinkmangel als auch ein Zuviel von dem Spurenelement können sich ungünstig auf das fein austarierte System auswirken.

Einseitige Ernährung kann Mangel verursachen

Sieben Milligramm Zink sollten Frauen und zehn Milligramm sollten Männer täglich zu sich nehmen. Das ist die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Wer sich gesund und ausgewogen ernährt, hat hierzulande keine Unterversorgung zu befürchten. Allerdings gibt es Risikogruppen, die auf Grund von Lebenssituation, Ernährungsweise oder Erkrankung die empfohlene Menge häufig nicht erreichen. Dazu zählen vor allem Senioren, Menschen mit chronischen Magen-Darm-Erkrankungen sowie und Vegetarier und Veganer.

Hauptlieferanten für das Spurenelemente sind tierische Lebensmittel. Zwar enthalten Vollkorngetreide und Hülsenfrüchte einen recht hohen Anteil an Zink, aber es ist oft an Phytate gebunden und so für den menschlichen Körper nicht verwertbar. Im Gegensatz zu einem körpereigenen Eisenspeicher verfügt der menschliche Körper nicht über einen vergleichbaren Speicherort für Zink, weshalb sich eine ungenügende Zinkversorgung schon innerhalb einer Woche bemerkbar machen kann. Für die Risikogruppen kann daher die Empfehlung zur Einnahme eines Zinkpräparats sinnvoll sein.

Ein Wundermittel von Außen und von Innen

Tatsächlich soll das Multitalent Zink im menschlichen Körper noch viel mehr als die Unterstützung des Immunsystems bewirken. Dazu gibt es eine Reihe von Hinweisen. So ist vielen, vor allem jungen Müttern, Zink als Bestandteil von Salben für die Wundheilung bekannt. Auch wenn der medizinische Nutzen von lokal angewandter Zinksalbe bisher nicht hinreichend nachgewiesen wurde, vermutet man einen desinfizierenden Effekt. Ebenso schwört manch einer auf den Einsatz des Inhaltsstoffs bei Lippenbläschen und Insektenstichen um die betroffene Stelle auszutrocknen und den Juckreiz zu mindern.

Beim Mann befindet sich eine hohe Konzentration an Zink in der Prostata. Studien belegen, dass Zink eine bedeutende Rolle für die männliche Fruchtbarkeit und die Beweglichkeit der Spermien spielt.1 In Bezug auf die mentale Gesundheit liefert eine Meta-Analyse mit 1.643 Personen mit depressiven Erkrankungen und 804 ohne Erkrankungen Hinweise. Sie deutet auf einen Zusammenhang zwischen einem niedrigem Zinkstatus und erhöhtem Aufkommen von Depressionen hin.2

[1] Verze P, Cai T, Lorenzetti S: The role of the prostate in male fertility, health and disease. Nat Rev Urol. 2016 Jul;13(7):379-86. doi: 10.1038/nrurol.2016.89.

[2] Swardfager W, Herrmann N, Mazereeuw G, Goldberger K, Harimoto T, Lanctôt KL: Zinc in depression: a meta-analysis. Biol Psychiatry. 2013 Dec 15;74(12):872-8. doi: 10.1016/j.biopsych.2013.05.008.

Quelle und Pressekontakt GIVE e.V.

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