Heißluftfrittieren: Nur heiße Luft oder gesunde Alternative?

Heißluftfrittieren liegt im Trend – mittlerweile haben alle großen Küchengerätehersteller Heißluftfritteusen im Angebot. Das Versprechen: frittiertes Essen, das wenig Fett enthält – eigentlich ein Widerspruch in sich. Oder nicht?

Was macht Heißluftfritteusen besonders?

Die Antwort könnte lauten: Eigentlich nichts. Heißluftfritteusen sind im Endeffekt nichts anderes als kleine Umluftbacköfen. Sie haben ein Heizelement sowie einen Ventilator, der die Luft zirkulieren lässt. Dadurch ist die Temperatur im Garraum der Friteuse sehr gleichmäßig, die Bräunung ebenfalls.

Der zweite Effekt der Luftzirkulation ist ein schnelleres Garen mancher Speise. Der Ventilator bewegt die feuchte Luft, die über dem Gargut steht, wodurch die Lufttemperatur um das Gargut ansteigt und schneller eine Kruste entsteht (das ist auch der Grund, warum die Garzeiten bei Tiefkühlpizzen oder Aufbackbrötchen geringer sind, wenn Umluft verwendet wird).

Diese Kruste kommt je nach Lebensmittel an die Kruste von in Öl frittiertem Gargut heran. Grundsätzlich ist der Begriff „Heißluftfrittieren“ aber ein falscher.

Warum sollte man sich also eine Heißluftfritteuse in die Küche stellen? Vorweg: Wer auch so nur selten Frittiertes isst, braucht wohl keine Heißluftfritteuse. Für Leute, die aber gerne abends mal gebackenen Camenbert, Pommes oder Chicken Nuggets zubereiten, kann eine Heißluftfritteuse ein guter Kauf sein. Auch für Haushalte mit alten und schwachen Backöfen kann die Heißluftfritteuse eine kompakte Alternative darstellen.

Gegenüber normalen Fritteusen liegen die Vorteile auf der Hand: wenig bis kaum Geruch, kein heißes Öl, einfache Reinigung.

Zudem lassen sich mit Heißluftfritteusen auch diverse andere Speisen zubereiten. Besonders beliebte Rezepte sind Putengeschnetzeltes, Entenschenkel sowie Schnitzel.

Auch wenn sich die Heißluftfritteuse im Prinzip nicht von einem Umluftofen unterscheidet, so lesen sich viele Bewertungen im Internet trotzdem sehr positiv.

Ein Rezensent schreibt: „(…) schmecken z.B. Pommes aus der Heißluftfritteuse wesentlich besser und krosser.“ Eine andere Kundenstimme meint: „Es (das Heißluftfrittieren, Anm. d. Red.) geht unvergleichlich schneller als jeder Backofen, für Singles oder zwischendurch bestens und es verbraucht nur einen Bruchteil Strom.“

Gerade für kleinere Portionen oder für Singlehaushalte ist eine Heißluftfritteuse also am besten geeignet.

Gesünder frittieren mit der Heißluftfriteuse?

Bleibt der Gesundheitsaspekt: Dass bei einer Heißluftfritteuse weniger Fett zum Einsatz kommt, ist schlüssig. Das Medium der Wärmeübertragung ist Luft, nicht Öl. In der Heißluftfritteuse wird aber auch Öl verwendet, es sorgt für eine bessere und gleichmäßigere Wärmeübertragung zwischen Luft und Gargut.

Dass weniger Fett benötigt wird, betonen die Hersteller natürlich gerne in ihren Marketingbotschaften. Philips schreibt beispielsweise: „Knusprige Pommes mit bis zu 80 % weniger Fett (im Vergleich zu einer herkömmlichen Philips Fritteuse)“. Die Formulierung lässt vermuten, dass in den Pommes bis zu 80 % weniger Fett enthalten ist. Wie genau Philips auf diese Zahl kommt, wird aber nicht verraten. Auch das „bis zu“ heißt, dass es hier Unterschiede geben kann und bei weitem nicht immer 80 % weniger Fett enthalten sein müssen.

DeLonghi, ein weiterer Hersteller, wird da etwas konkreter: laut Website enthalten mit der Heißluftfritteuse zubereitete Pommes nur 2,8 % Fett (bei 1 kg frischen Kartoffeln).

Traditionell zubereitete Pommes aus frischen Kartoffeln enthalten etwa 10 – 15 % Fett.

Insgesamt enthält Heißluftfrittiertes also weniger Fett als normal Frittiertes: Pommes Frites aus der Tiefkühltruhe hatten im Test der Stiftung Warentest einen Fettgehalt von 6 %, nachdem sie in einer Philips-Heißluftfritteuse zubereitet wurden. Zum Vergleich: Dieselben Pommes Frites, in einer herkömmlichen Öl-Fritteuse zubereitet, kamen auf einen Fettgehalt von 15 %. Der Fettgehalt von normal Frittiertem lässt sich allerdings auch reduzieren, indem das Frittierte nach der Entnahme gut ausgeschüttelt wird.

Dabei sollte aber auch nicht vergessen werden, dass natürlich nicht täglich Pommes gegessen werden. Geht man von einer täglichen Kalorienaufnahme von etwa 2000 Kilokalorien aus, so liegt der Tagesbedarf je nach Ernährungsstil zwischen 67 und 167 Gramm Fett pro Tag. Das entspricht etwa einer Menge von 450 g – 1670 g Pommes. Eine große Portion Pommes bei McDonalds enthält 150 g.

Zusammengefasst: Es lässt sich Fett einsparen, rapide Gewichtsabnahme ist mit diesen Geräten wohl nicht zu erwarten.

Fazit

Der Name „Heißluftfritteuse“ ist etwas irreführend. Im Endeffekt handelt es sich um einen verbesserten Mini-Umluftofen. Bei vielen Gerichten wird eine schöne Kruste erzeugt, die knackiger ist als aus dem Standardbackofen. Ob man sich zusätzlich noch ein großes Gerät in die Küche stellen möchte, muss jeder selbst entscheiden. Weiterführende Informationen und Gerätetests finden Sie hier: friteusentests.de/heissluft-friteuse-test/

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