Säuglingsernährung: Das Beste für unsere Kleinsten

Endlich ist das Baby da – und für viele Mütter damit auch die Sorge, etwas falsch zu machen. Man stellt sich die Frage, wie lange gestillt werden soll und wie es mit dem Essen danach weitergeht. Junge Eltern werden von allen Seiten mit gut gemeinten Ratschlägen konfrontiert – und diese sind nur selten konform.

Eine gesunde Ernährung mit ausreichender Versorgung an Vitaminen und Mineralstoffen ist für die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes und zur Prävention von Übergewicht und ernährungsabhängigen Erkrankungen im Erwachsenenalter essentiell.

Das erste Lebenshalbjahr: Muttermilch oder Säuglingsanfangsnahrung – viel mehr braucht es nicht

In den ersten sechs Lebensmonaten liefert Muttermilch nahezu alle wichtigen Makro- und Mikronährstoffe die für eine gesunde Entwicklung des Babys notwendig sind. Deshalb ist Muttermilch die beste Form der Ernährung. Das Stillen hat sowohl kurzfristig als auch langfristig viele gesundheitliche Vorteile für Mutter und Kind. So reduziert sich das Risiko für Infektionskrankheiten bei gestillten gegenüber nichtgestillten Säuglingen. Auch ein plötzlicher Kindstod und späteres Übergewicht treten seltener auf.1

Empfohlene Nährstoffsupplemente – Vitamin K, Vitamin D, Fluorid

Einige Nährstoffe sind jedoch nicht ausreichend in der Muttermilch enthalten. Entsprechend der Empfehlung von nationalen Fachgesellschaften soll daher jeder Säugling ergänzend zur Muttermilch oder Säuglingsnahrung Vitamin K, Vitamin D und Fluorid erhalten. (1)

Vitamin K sorgt für eine funktionierende Blutgerinnung. Neugeborene weisen eine sehr geringe Serumkonzentration an Vitamin K auf. Zur Vermeidung von folgeschweren Blutungen aufgrund eines Vitamin-K-Mangels erhalten Neugeborene noch im Kreißsaal eine Vitamin-K-Prophylaxe oral verabreicht. Weitere Vitamin-K-Gaben erfolgen zu den U-Untersuchungen U2 und U3. (2)

Das Sonnenvitamin D spielt vor allem im Knochenstoffwechsel eine wichtige Rolle. Der Bedarf an dem Vitamin wird zum größten Teil über die Eigensynthese in der Haut unter dem Einfluss von Sonnenlicht abgedeckt. Da die Haut von Neugeborenen noch sehr empfindlich ist und sie nicht direkter Sonne ausgesetzt werden sollte, gehören Babys zur Risikogruppe für Vitamin-D-Mangel. Eine tägliche Vitamin-D-Supplementierung wird daher ab dem zehnten Lebenstag bis zum zweiten erlebten Sommer des Kleinkindes empfohlen, um den gesunden Aufbau des stark wachsenden Skelettsys­tems sicherzustellen. (3)

Auch die Fluoridversorgung über die Muttermilch und Säuglingsanfangsnahrung ist nicht ausreichend gewährleistet. Der Mineralstoff hilft zur Vorbeugung von Zahnkaries und kann entweder mit Fluoridtabletten oder dem Einsatz fluoridhaltiger Kinderzahnpasta, ab Durchbruch der ersten Zähne, zugeführt werden. (4)

Nährstoffgehalt der Muttermilch

Die Ernährung der Mutter ist entscheidend für den Gehalt der Muttermilch an Omega-3-Fettsäuren und Jod. Diese Nährstoffe sind wichtig für die optimale Entwicklung von Gehirn und Nervensystem des Babys. Daher wird Müttern empfohlen, ein bis zwei Mal wöchentlich fetten Seefisch zu essen, der besonders reich an Omega-3-Fettsäuren ist.

Alternativ können Omega-3-Supplemente helfen, eine ausreichende Versorgung des Säuglings sicherzustellen. Seefisch ist außerdem eine gute Quelle für Jod, das auch über die Verwendung von jodiertem Speisesalz zugeführt werden sollte. Der Arbeitskreis Jodmangel empfiehlt eine Supplementierung von täglich 100 µg Jod während der Schwangerschaft und Stillzeit. (5) In industriell hergestellter Säuglingsanfangsnahrung sind Omega-3-Fettsäuren und Jod ausreichend enthalten.

Beginn der Beikost – Eisenvorräte füllen

Frühestens ab dem 5. Lebensmonat ist der Verdauungsapparat des Babys soweit ausgereift, dass mit dem ersten Brei begonnen werden kann. Das aufmerksame Beobachten der Eltern beim Essen, neugieriges Greifen nach Löffeln oder Tellern oder das Nachahmen von Kaubewegungen können ein Zeichen dafür sein, dass das Kind bereit ist. Spätestens mit Beginn des 7. Lebensmonats sollte die Beikost eingeführt werden. Die Empfehlung ist, auch nach Einführung der Beikost weiter zu stillen. (1)

Zu etwa derselben Zeit sind die zur Geburt aufgefüllten Eisenreserven des Säuglings erschöpft und Muttermilch oder Säuglingsanfangsnahrung reichen als alleinige Quelle nicht mehr aus. Das Spurenelement ist wichtig für die Blutbildung und muss von nun an über die Beikost zugeführt werden. Deshalb wird üblicherweise mit dem Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei zum Mittag begonnen, denn Fleisch liefert viel Eisen.

Für die Eisenaufnahme notwendiges Vitamin C liefert Obstmus direkt im Mittagsbrei oder als Nachspeise. Wer auf Fleisch verzichtet oder es nur selten anbieten möchte, kann alternativ auf Hirse- oder Haferflocken zurückgreifen. Ein- bis zweimal pro Woche sollte Fisch statt Fleisch angeboten werden, sodass auch die ausreichende Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren und Jod weiterhin gesichert ist. (1)


[1] B. Koletzko, C.-P. Bauer, M. Cierpka et al.. Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen. Monatsschrift Kinderheilkunde. Aktualisierte Handlungsempfehlungen von „Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie“, eine Initiative von IN FORM. 2016. Springer Medizin

[2] S2k-Leitlinie 024-022 „Prophylaxe von Vitamin-K-Mangel-Blutungen (VKMB) bei Neugeborenen“, aktueller Stand: 03/2016

[3] http://www.gesund-ins-leben.de/inhalt/warum-brauchen-saeuglinge-zusaetzlich-vitamin-d-29590.html, abgerufen am 20.05.2019

[4] https://www.kindergesundheit-info.de/themen/risiken-vorbeugen/zahngesundheit/gesunde-zaehne/fluoridversorgung/, abgerufen am 20.05.2019

[5] https://jodmangel.de/ausreichende-jodversorgung/empfehlungen/, abgerufen am 22.05.2019

Quelle: GIVE e. V.

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