Jeder Fünfte hat es schon einmal getan – Fasten

Fasten
Foto: nesavinov – fotolia / Nestlé Ernährungsstudio

Zu diesem Ergebnis kam die repräsentative Studie von Nestlé „So is(st) Deutschland 2019“.

Dabei fasten Menschen aus verschiedenen Gründen: Neben religiösen Anlässen können gesundheitsfördernde Effekte oder das Abnehmen eine Motivation sein. „Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Fastenmethoden. Bei manchen wird nur in festen Zeiträumen gegessen, bei anderen wird die Nahrungsenergie, sprich die Kalorienmenge, am Tag stark eingeschränkt. Eine Gemeinsamkeit haben sie jedoch alle: den bewussten Verzicht“, sagt Dr. Annette Neubert, Ernährungswissenschaftlerin im Nestlé Ernährungsstudio. Intervallfasten, Heilfasten nach Buchinger oder die Mayr-Fastenkur gehören derzeit zu den bekanntesten Formen des Fastens. Doch was steckt dahinter? Und welche Effekte hat das Fasten wirklich auf die Gesundheit und das Körpergewicht?

Intervallfasten: Essen nach der Uhr

Beim Intervallfasten oder dem intermittierenden Fasten ist der Zeitraum der Nahrungsaufnahme entscheidend. Besonders beliebt sind die Methoden 16:8, 5:2 sowie das alternierende Fasten. Bei der 16:8-Methode wird für 16 Stunden am Tag gefastet. Erlaubt sind währenddessen nur Wasser und ungesüßte Getränke wie Tee. In den restlichen acht Stunden kann wie gewohnt, am besten ausgewogen, gegessen werden. 5:2 bedeutet, dass an zwei Tagen in der Woche die Kalorienzufuhr auf etwa 500 Kilokalorien bei Frauen oder 600 Kilokalorien bei Männern gesenkt wird. Diese Fastentage müssen nicht aufeinander folgen und können von Woche zu Woche variieren.

Wer die alternierende Methode anwendet, fastet jeden zweiten Tag, wobei die Kalorienzufuhr wie bei der 5:2-Methode an diesen Tagen deutlich reduziert ist. „Intermittierendes Fasten bedeutet nicht, dass in den Essensphasen maßlos geschlemmt werden kann“, erklärt Dr. Annette Neubert. „Auch hier steht der bewusste Verzicht im Vordergrund. Fettige, zuckerreiche und stark gesalzene Speisen sind deshalb eher tabu.“

Der Klassiker: Heilfasten

Insbesondere der deutsche Mediziner Dr. Otto Buchinger prägte den Begriff des Heilfastens. Sein Ansatz war es, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu wecken und Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Rheuma oder Neurodermitis vorzubeugen oder gar zu behandeln. Das drei- bis vierwöchige Fastenprogramm beginnt mit den Entlastungstagen, an denen rund 600 Kalorien am Tag aufgenommen werden. Dabei stehen nur Obst oder Reis und Gemüse sowie mindestens zwei Liter Wasser und ungesüßte Getränke auf dem Speiseplan.

Alternativ zu den Entlastungstagen oder auch im Anschluss an diese empfiehlt Buchinger eine Darmentleerung, zum Beispiel mit Glaubersalz. Darauf folgt die Fastenphase, bei der nur Flüssiges zu sich genommen wird: morgens und nachmittags je ¼ Liter Tee mit etwas Honig, mittags ¼ Liter frisch gepresster Fruchtsaft und abends ¼ Liter selbstgemachte Gemüsebrühe sowie über den Tag verteilt zwei Liter Mineralwasser und ungesüßter Tee. „Es gibt wissenschaftliche Hinweise, dass das Heilfasten kurzzeitig zu positiven Effekten beispielsweise auf Entzündungen im Körper führen kann. Jedoch ist es als langfristige Therapieform ungeeignet, ebenso wie für eine dauerhafte Gewichtsreduktion“, erläutert Dr. Annette Neubert.

Fastenkur nach Mayr

Benannt nach dem österreichisch-ungarischen Arzt Dr. Franz Xaver Mayr basiert diese Fastenkur auf der Schonung und Säuberung des Verdauungssystems sowie der Schulung des richtigen Ess- und Kauverhaltens. Die „Darmsanierung“, die mit Abführmitteln und Bauchmassagen unterstützt wird, stellt laut Mayr eine geeignete Therapieform für viele Krankheiten dar, die durch eine Überlastung des Verdauungsapparates und eine angebliche Übersäuerung des Körpers entstehen sollen.

Die Fastenkur erfolgt dabei in drei Stufen: Sie beginnt mit dem Teefasten und dem Abführen mit Bittersalzlösung. Für drei bis vier Tage werden morgens und abends Kräutertees mit Honig und Zitronensaft, mittags eine Gemüsebrühe und über den Tag verteilt zwei Liter Mineralwasser zu sich genommen. Als nächstes kommt die Milch-Semmel-Diät. Hier werden altbackene Brötchen zerkaut und mit Milch nach spezieller Vorgabe gegessen. Als dritte und letzte Stufe folgt die „milde Ableitung“, die sich nach Mayr für eine dauerhafte Anwendung eignet: Jeden Morgen gibt es ein Glas Bittersalzlösung. Zudem wird eine basische Schonkost mit viel Gemüse, reifem Obst, frischen Kräutern, wenig Fett und Salz, selten Fleisch sowie täglich drei Litern Flüssigkeit eingehalten.

„Der Anwender lernt während dieser Fastenkur langsam zu essen und gründlich zu kauen, was durchaus positiv ist. Allerdings versorgt besonders die extrem einseitige Milch-Semmel-Diät den Körper unzureichend mit lebensnotwendigen Nährstoffen wie Vitaminen und Mineralstoffen. Auch kann die Fastenkur keine medizinisch notwendige Therapie ersetzen“, fasst Dr. Annette Neubert zusammen.

Effekte des Fastens

Zwar reicht die bisherige Studienlage noch nicht aus, um die gesundheitsfördernden Effekte des Fastens gänzlich zu bestätigen. Jedoch zeigen immer mehr Studien, dass sich ein kurzzeitiger Nahrungsverzicht positiv auf bestimmte Erkrankungen wie Rheuma auswirken kann. Zudem soll der Körper durch das Fasten von Schlacken und Giftstoffen befreit werden.

Das „Entschlacken“ ist eine sehr umstrittene Theorie und entspricht nicht dem wissenschaftlichen Kenntnisstand über die Funktionsweise des menschlichen Körpers. Vielmehr geht es dabei um die sogenannte Autophagie, die durch das Fasten ausgelöst wird – einen wichtigen Prozess in den Zellen, bei dem nicht mehr benötigte oder beschädigte Zellbestandteile abgebaut und deren Grundbausteine wiederverwertet werden. Dies trägt beispielsweise zur Zellregeneration bei. Darüber hinaus beschreiben viele Menschen im Zusammenhang mit Fasten ein verbessertes körperliches Wohlbefinden, eine höhere Konzentrationsfähigkeit sowie positive Auswirkungen auf die individuelle Ernährungsweise und das eigene Körpergewicht.

„Allgemein kann das Fasten ein guter Impuls für eine Ernährungsumstellung hin zu einer dauerhaft ausgewogenen Ernährung sein“, resümiert Dr. Annette Neubert. „Für eine langfristige Gewichtsreduktion ist das Fasten laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung aber nicht geeignet. Wer länger fasten möchte, muss auf eine ausreichende Nährstoffversorgung achten, um mögliche medizinische Risiken wie bei extremen Fastenformen zu vermeiden.“

Wer darf fasten und wer nicht?

Vor dem Fasten sollte mit einem Arzt geklärt werden, ob es die Physis und Psyche erlauben und welche Methode geeignet ist. Vor allem zu Beginn des Fastens können nämlich Nebenwirkungen wie Schwindel oder Kopfschmerzen auftreten. Wer fasten möchte, sollte sich dafür Zeit nehmen und die Fastentage sorgfältig planen. Dabei kann eine professionelle Ernährungsberatung unterstützen. In der Schwangerschaft und Stillzeit wird allerdings vom Fasten abgeraten. Dies gilt auch für Kinder und Jugendliche im Wachstum sowie bei Untergewicht oder Erkrankungen wie Gicht. Kostenfreie Beratung zum Fasten bietet das Nestlé Ernährungsstudio unter 069 / 6671 3016 und kontakt@ernaehrungsstudio.nestle.de an.

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Quelle: Nestlé Ernährungsstudio

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