Digitale Sport- und Ernährungsangebote: Immer gut und nützlich?

Gesundheit im Internet boomt! Geschlossene Sporteinrichtungen, Lockdown und Quarantäne haben viele Menschen dazu gebracht, sich Alternativen zu suchen – zum Beispiel Tutorials vom Sportstudio, Videos von bekannten Sportlern oder die sehr beliebten Food-Clips. Denn: Nicht nur Empfehlungen für sportliche Übungen finden großes Interesse, auch Rezepte und Anleitungen für gesundes Essen werden häufig geklickt. “Kochbücher werden kaum noch genutzt”, stellt Prof. Glaeske fest. Der Leiter des “Länger besser leben.”-Instituts, einer Kooperation von Universität Bremen und Krankenkasse BKK24, beobachtet auch bei sich selbst: “Man möchte sehen, wie das Essen zubereitet wird.”

Bei YouTube, dem zurzeit am häufigsten genutzten Kanal für Gesundheitsinformationen, geht es neben den praktischen Tipps für Kochen und Bewegung vor allem um die Ästhetik des eigenen Körpers. “Das gute Aussehen und die attraktive Figur sind zumeist die wichtigste Motivation für das Interesse”, ordnet Prof. Glaeske gesundheitliche Ziele für die Nutzer als “eher zweitrangig” ein.

Dies könne jedoch in Gefahren münden, warnt der Gesundheitsexperte: “Untrainierte und bisher bewegungsarme Menschen sollten nicht versuchen, mit einer übertriebenen Intensität die Übungen ihrer idealisierten Vorbilder nachzuahmen.” Denn man dürfe nicht vergessen, dass die zumeist durchtrainierten Frauen und Männer auch klein angefangen und über lange Zeit solche Übungen für die Optimierung des eigenen Körpers betrieben hätten. Vor diesem Hintergrund sei es wichtig, Internetangebote kritisch zu betrachten.

Das sieht auch Jörg Nielaczny so: “Es muss deutlich werden, welche Voraussetzungen bei der körperlichen Fitness erforderlich sind, um die jeweiligen Übungen mitzumachen.” Der Geschäftsbereichsleiter und Verantwortliche für die Gesundheitsinitiative “Länger besser leben.” von der BKK24 nennt in diesem Zusammenhang noch einen weiteren aus seiner Sicht wichtigen Aspekt: “Die Qualifikation von Anbietenden bzw. Kursleitenden muss erkennbar sein.”

Was für onlinebasierte Bewegungsangebote gilt, das gilt auch für die zahlreichen im Internet zu findenden Ernährungsformate. So sollte man nicht mit den scheinbar neuesten “Diät-Trends” gesundheitliche Risiken eingehen, auch Extrem-Diäten ohne die individuelle Begleitung einer Fachperson stellen eine Gefahr für die Gesundheit dar.

In den meisten Fällen überflüssig sind auch Nahrungsergänzungsmittel. Gilt es die fragwürdigen Angebote mit einem kritischen Blick zu entlarven, gibt es aber auch eine Reihe an Fitness- und Ernährungs-Apps mit vielen Vorteilen für Gesundheit und Wohlbefinden. Automatisch versendete Anerkennungen, Erinnerungsfunktionen, digitale Bewegungsspiele mit Gewinnmöglichkeiten – all das und vieles mehr motiviert für ein längeres und besseres Leben. Ausschlaggebend für einen gesunden Lebensstil sind für Prof. Glaeske – trotz Digitalzeitalter – aber zwei andere Dinge: “Persönliche soziale Kontakte und ein entspanntes Miteinander.”

Pressekontakt:
“Länger besser leben.”-Institut an der Universität Bremen
Wissenschaftlicher Leiter Prof. Gerd Glaeske
E-Mail: glaeske@uni-bremen.de
Telefon: 0421 218 58558
www.socium.uni-bremen.de
www.bkk24.de/lbl-institut

Quelle: BKK24, übermittelt durch news aktuell

FavoriteLoadingSeite in meine Favoritenliste legen | Seite drucken Seite drucken | Hinweis Copyright |
Medienkontakte dieser Meldung: 197

Mehr zum Thema

    None Found

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.