Sicherer und gerechter Lebensraum für Mensch und Planet: Earth Commission Studie

Die Grenzen des Planetensystems nicht überschreiten, im Einklang mit den nachhaltigen Entwicklungszielen stehen.

In einer neuen Studie, die in der Zeitschrift Earth’s Future veröffentlicht wurde, hat ein internationales Team von Forschenden der Earth Commission seinen Ansatz zur Definition eines „sicheren und gerechten Lebensraums für Menschen und Planeten“ dargelegt. Dieser Ansatz wird der Earth Commission dabei helfen, abzuschätzen, welche Bedingungen unserem Planeten dabei helfen können, gefährliche Kipppunkte vermeiden und eine gerechte Verteilung von Risiken, Verantwortlichkeiten und Ressourcen für alle sicherstellen.

„Wir bringen unseren Planeten gefährlich nahe an einen Kipppunkt und bedrohen die Lebensgrundlagen von Menschen auf der ganzen Welt. Eine Lösung kann darin bestehen, sichere und gerechte Ziele für die menschliche Entwicklung auf einem stabilen und widerstandsfähigen Planeten wissenschaftlich zu definieren. Die Earth Commission unternimmt den ersten Versuch, diese dringende Herausforderung anzugehen“, so Johan Rockström, Ko-Vorsitzender der Earth Commission und Erstautor der Studie sowie Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung PIK.

Die Earth Commission ist eine internationale Gruppe führender Forschender aus sozial- und naturwissenschaftlichen Disziplinen; sie hat einen herausfordernden und grundlegenden Rahmen für ihre Arbeit skizziert. In dem Papier legen die Kommissionsmitglieder ihre Konzeptualisierung einer „sicheren und gerechten“ Zukunft für Mensch und Planet dar.

„Einfach ausgedrückt meint ’sicher‘, die Grenzen des Planeten, auf die wir angewiesen sind, nicht zu überschreiten“, sagte Dahe Qin, ein Kryosphären-Spezialist an der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Lanzhou, China, und ein Co-Vorsitzender der Earth Commission. „Das bedeutet, dass wir intaktes Eis an den Polen und Berggletschern brauchen. Es bedeutet auch, dass wir nicht zu viel Stickstoff oder Phosphor in die natürlichen Gewässer einbringen, damit die Ökosysteme noch funktionieren können, um einen stabilen und widerstandsfähigen Planeten zu unterstützen.“

Die Earth Commission setzt sich damit auseinander, wie alle biologischen und physikalischen Systeme der Erde zusammenwirken. Sie berücksichtigt dabei auch das Thema Gerechtigkeit für die Menschen, die auf diese Systeme angewiesen sind.

„Gleichzeitig müssen wir uns anschauen, ob die sicheren Ziele auch ‚gerecht‘ sind und im Einklang mit den nachhaltigen Entwicklungszielen sind“, sagte Joyeeta Gupta, eine Co-Vorsitzende der Earth Commission und Professorin an der Universität Amsterdam. „Unsere zwei Dimensionen von ‚gerecht‘ umfassen ‚Schaden‘ und ‚Zugang‘. Angesichts der gegenwärtigen Ungleichheiten ist es möglich, dass die Befriedigung der Bedürfnisse aller zu einer Überschreitung der sicheren Grenzen führt, zum Beispiel wenn es um die Landnutzung oder die Freisetzung von Stickstoff und Phosphor in die Umwelt geht. Gleichzeitig sind sichere Grenzen aus biophysikalischer Sicht möglicherweise nicht sicher genug für alle Menschen auf unserem Planeten.“

Die Bewertung der Earth Commission zu den planetarischen Grenzwerten, die in 2022 veröffentlicht werden soll, wird die Festlegung von wissenschaftlich fundierten Zielen für Städte, Unternehmen und Regierungen vorantreiben. Auf diese Weise soll der Schutz eines sicheren Handlungsraums für unseren Planeten gewährleistet werden. Die Earth Commission wird von Future Earth ausgerichtet und ist Teil der Global Commons Alliance. Diese arbeitet daran, ein Netzwerk von Akteuren auf vielen Ebenen zu schaffen, um die globalen Gemeingüter zu schützen – also die Ressourcen, die alle Menschen zum Überleben und Gedeihen brauchen und die auf dem ganzen Planeten geteilt werden – einschließlich der Umsetzung von wissenschaftlich fundierten Zielen.

Ganzer Artikel:

Johan Rockström, Joyeeta Gupta, Timothy M. Lenton et al. (2021): Identifying a Safe and Just Corridor for People and the Planet. Earth’s Future.
DOI: https://doi.org/10.1029/2020EF001866

Quelle: Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung PIK

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