Barista-Produkte: Schaumgeber oder Schaumschläger?

Verbraucherzentrale Niedersachsen prüft Barista-Trend.

  • Erhöhter Eiweißgehalt sorgt für stabilen Schaum
  • Aufgrund der starken Verarbeitung enthält Barista-Kuhmilch weniger Nährstoffe, die pflanzliche Variante dafür häufig Zusatzstoffe
  • Barista-Varianten sind 10 bis 29 Cent teurer als herkömmliche Produkte
Kaffeemaschine
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Milchschaum wie im Café: Mit der Barista-Milch oder dem Barista-Pflanzendrink soll auch zu Hause die Zubereitung von Cappuccino und Co. problemlos gelingen. Die Produkte sind mittlerweile in fast jedem Supermarkt zu finden. Verbraucherinnen und Verbraucher können zwischen einer Barista-Variante aus Kuhmilch oder auf pflanzlicher Basis wählen und müssen für beide zwischen 10 und 29 Cent mehr zahlen.

Ob sich der Griff zur Barista-Variante lohnt und wo der Unterschied zur handelsüblichen Milch oder ihren pflanzlichen Alternativen liegt, klärt die Verbraucherzentrale Niedersachsen.

Per Knopfdruck, durch persönliches Geschick oder Wasserdampf – neben der Technik ist auch die Zusammensetzung der Milch entscheidend für die Schaumbildung: „Der Fettgehalt sorgt zwar für eine cremige Konsistenz, für die Stabilität des Milchschaums ist jedoch ein gewisser Eiweißgehalt nötig“, erklärt Constanze Rubach, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen.

„Grundsätzlich ist der Eiweißgehalt der handelsüblichen Kuhmilch für ein gutes Schaumergebnis ausreichend, bei der Barista-Variante wird aber zusätzliches Milcheiweiß hinzugefügt. Der Schaum wird dadurch noch stabiler.“ Auch bei der pflanzlichen Alternative wird der Eiweißgehalt erhöht. Denn viele Pflanzendrinks weisen von Natur aus nur geringe Mengen an Proteinen auf. Soja oder zusätzliches Erbsenprotein sollen hier das Schäumen erleichtern.

Nährstoffe und Klimabilanz

Unter gesundheitlichen Gesichtspunkten schneidet die Barista-Milch wegen ihrer Vorbehandlung schlechter ab als die frische Milch aus dem Kühlregal. Sie verliert durch die Ultrahocherhitzung Vitamine. Die pflanzliche Alternative hat den Vorteil, dass sie grundsätzlich einen wesentlich günstigeren CO2-Fußabdruck aufweist. Besonders Barista-Varianten auf Hafer- und Sojabasis punkten mit ihren Ökobilanzen, solange die Pflanzen im europäischen Raum angebaut werden. Allerdings enthalten einige Produkte jede Menge Zusatzstoffe, die viele Verbraucherinnen und Verbraucher vermeiden möchten.

Fazit der Verbraucherzentrale

Kuhmilch enthält in ihrer natürlichen Form bereits über drei Prozent Eiweiß. Außerdem sorgt der Fettgehalt der Frischmilch für die entsprechende Sämigkeit. Hier ist ein schmackhaftes Schaumerlebnis auch ohne Zusätze garantiert. Den Aufpreis von 10 bis 20 Cent können sich Verbraucherinnen und Verbraucher daher sparen. Wer aber auf Kuhmilch im Kaffee verzichten möchte, kann zu einem umweltschonenderen Pflanzenprodukt greifen, sollte aber auf mögliche Zusatzstoffe achten. Hier müssen Kundinnen und Kunden mit einem Preisaufschlag von durchschnittlich 29 Cent rechnen.

Weitere Informationen zu Barista-Produkten unter www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/barista-drinks

Quelle: Verbraucherzentrale Niedersachsen

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